Das Kennedy Center in Washington steht laut Medienberichten vor einer schweren Finanzkrise und drohtem Bankrott. Die Verantwortlichen warnen vor Zahlungsausfällen bei Gehältern und Instandhaltung, während ein umstrittener Vorstoß zur Anbringung von Donald Trumps Namen an der Fassade des Hauses die politischen Fronten weiter verhärtet.
Das renommierte Kulturzentrum in der US-amerikanischen Hauptstadt steuert nach aktuellen Berichten der Washington Post auf einen möglichen Bankrott und eine Schließung zu. Die Einnahmen des Hauses blieben im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 124 Millionen US-Dollar (rund 107 Mio. Euro) weit hinter dem geplanten Ziel von 220 Millionen US-Dollar zurück. Hinzu kommen erhebliche Gebäudeschäden, die Anfang des Monats durch einen schweren Sturm verursacht wurden. Grundlage der Berichte ist ein 57-seitiges Dokumentenpaket, das den Mitgliedern des Kuratoriums vor einer Sondersitzung vorgelegt worden sein soll. Darin geht hervor, dass dem Zentrum innerhalb weniger Wochen die Mittel fehlen könnten, um Gehälter auszuzahlen oder Verträge für routinemäßige Instandhaltungsarbeiten zu erfüllen.
Das Kennedy Center und die Debatte um Trumps Namen an der Fassade
Die finanzielle Schieflage ist eng mit anhaltenden politischen und juristischen Auseinandersetzungen verknüpft, die seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit das Haus belasten. Nachdem Trump sich selbst zum Vorsitzenden des Kuratoriums gemacht und dem Zentrum eine links-„woke“ Haltung vorgeworfen hatte, ließ er seinen Namen vor den Kennedys an der Fassade des Zentrums anbringen. Dieser Schritt führte zu einem Einbruch der Besucherzahlen und einem langwierigen Rechtsstreit. Im Dezember 2025 beschloss das Gremium, den Namen am Gebäude anzubringen, doch ein Bundesrichter ordnete später an, die entsprechende Beschilderung wieder zu entfernen. Zudem entschied ein Bundesgericht zuvor, dass der offizielle Name des Kennedy Centers nicht ohne Zustimmung des US-Kongresses geändert werden könne. Im August stimmte das Kuratorium erneut dafür, Trumps Namen an der Fassade anzubringen.”
Inzwischen versucht die Führung des Hauses jedoch, über eine öffentliche Würdigung des Präsidenten neue Spenden zu sichern, um das Zentrum über Wasser zu halten. Das Dokument soll insgesamt zehn Möglichkeiten enthalten, wie der Name des Präsidenten unterhalb des bisherigen Schriftzuges am Gebäude angebracht werden könnte. Die Verwaltungsratsmitglieder wurden gebeten, aus zehn Textvorschlägen auszuwählen, die an der Außenfassade des Gebäudes unterhalb des Namens angebracht werden könnten, um Trump öffentlich für die Renovierung zu würdigen. Ohne eine entsprechende Würdigung Trumps sei es unwahrscheinlich, dass der Präsident die Renovierung des Gebäudes weiter unterstütze und sich persönlich für die finanzielle Rettung einsetze. Vertreter der Regierung argumentieren dagegen, dass es sich bei der geplanten Beschriftung nicht um eine formelle Umbenennung handle, sondern dass der Name Trumps vielmehr dessen Rolle bei der geplanten Renovierung und finanziellen Stabilisierung des Gebäudes würdigen solle. Die neue Beschilderung wurde deshalb bislang nicht umgesetzt.
Kuratoriumssitzung entscheidet über Zukunft und Schließungspläne
Das Gebäude benötigt umfangreiche Sanierungsarbeiten. Im August wurden gleichzeitig Pläne für eine zweijährige Schließung des Hauses während einer umfassenden Sanierung vorangetrieben. Die Kosten dieser Arbeiten sollen mehr als 250 Millionen Dollar betragen. Ob das Kennedy Center tatsächlich unmittelbar vor einer Insolvenz oder Schließung steht, dürfte sich bei der für den 15.

Verwandte Artikel