Die im Mai freigeschaltete deutsche E-Auto-Prämie hat nach Angaben des Bundesumweltministeriums in den ersten Monaten bereits 100.000 Antragsteller erreicht. Die staatlichen Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro sollen insbesondere Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen entlasten und die Nachfrage nach rein batterieelektrischen Fahrzeugen ankurbeln.
Steigende Kraftstoffpreise infolge des Konflikts im Iran treiben die Nachfrage nach alternativen Antrieben an. Laut Regierungsangaben haben die Fördermittel in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro zu einer raschen Auszahlung an 100.000 Antragssteller seit Ende Mai geführt, wie das Bundesumweltministeriums bestätigte. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte, dass das Programm die Erwartungen deutlich übertroffen habe.
das Förderprogramm hat unsere Erwartungen weit übertroffen und jetzt schon 100.
Carsten Schneider, Bundesumweltminister, via N Tv
Soziale Staffelung und Einkommensverteilung bei der Förderung
Die Auswertungen der Regierungsdaten zeigen, dass die finanzielle Unterstützung vor allem bei Bürgern mit geringerem Einkommen ankommt. Die Hälfte der Antragsteller verfügt demnach über ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro. Bei drei Vierteln der Begünstigten liegt das Jahreseinkommen bei höchstens 60.000 Euro. Schneider hob hervor, dass die soziale Staffelung wirke und das Geld Menschen zugute komme, die zuvor nicht an den Kauf eines elektrischen Fahrzeugs gedacht hätten.
Förderfähig sind der Kauf sowie das Leasing von neuen Elektroautos, bestimmten Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Reichweitenverlängerern. Die Höhe der staatlichen Finanzspritze richtet sich nach dem jeweiligen Fahrzeug, dem Haushaltseinkommen sowie der Familiengröße. Voraussetzung für die Antragsstellung ist, dass das betreffende Fahrzeug seit dem 1. Januar dieses Jahres zugelassen wurde. Die Prämie ist ausschließlich für den Privatgebrauch bestimmt und gilt nicht für Dienstwagen. Die Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und FDP hatte die frühere Kaufprämie Ende 2023 zur Schließung von Haushaltslöchern beendet, woraufhin die aktuelle Regierung aus Union und SPD neue Anreize beschloss.
Marktentwicklung und DIW-Analyse der Neuzulassungen
Ein aktueller Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) analysiert die Marktentwicklung in den ersten acht Monaten des Jahres. Während im Durchschnitt des Jahres 2025 etwa 19 Prozent aller neuen Pkw rein elektrisch waren, stieg dieser Anteil in den ersten acht Monaten 2026 auf gut 26 Prozent. Im August erreichte der Monatswert rund 32 Prozent.
Das DIW weist zudem darauf hin, dass der langjährige Trend zu immer größeren Fahrzeugen bei den Neuzulassungen vorerst gestoppt ist. Bezogen auf die Verteilung der ausgezahlten Prämien entfielen 90 Prozent auf rein batterieelektrische Fahrzeuge und 10 Prozent auf Plug-in-Hybride.

Unterschiede bei den Bewilligungszahlen und dem Mittelabfluss
In den ersten Monaten des Programms wurden nach DIW-Daten zunächst rund ein Viertel der eingegangenen Anträge abgearbeitet, bevor sich die Bearbeitungsgeschwindigkeit deutlich erhöhte.
Von den insgesamt bereitgestellten drei Milliarden Euro sind damit bislang erst rund acht Prozent abgeflossen. Die Bundesregierung plant, die Mittel im Zeitraum von 2026 bis 2029 für schätzungsweise 800.000 geförderte Fahrzeuge einzusetzen. Ob das Förderprogramm nach dem Verbrauch der drei Milliarden Euro fortgeführt wird, bleibt nach Regierungsangaben derzeit noch unklar.
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