Die frühere MAGA-Influencerin Ashley St. Clair und Elon Musk stehen nach Enthüllungen und einer Doku-Premiere beim Filmfestival Venedig im Fokus. Während St. Clair schwere Vorwürfe über angebliche Schweigegeldangebote und Unterhaltskürzungen erhebt, dementiert der Tech-Milliardär die Darstellungen und verweist auf frühere Zahlungen.
Der Rosenkrieg zwischen Elon Musk und seinen Weggefährtinnen sorgt international für Schlagzeilen. Bei der Weltpremiere der Dokumentation „Musk“ von Regisseur Alex Gibney am Dienstag beim Filmfestival in Venedig traten unerwartete Stimmen an die Öffentlichkeit, die das Bild des Tech-Milliardärs massiv belasten.
Ashley St. Clairs schwere Vorwürfe und das angebliche Millionenangebot
Im Zentrum der diesjährigen Aufregung steht die 28-jährige Ashley St. Clair, die in einer neuen Doku über Tech-Milliardär Elon Musk eine prominente Rolle einnimmt. Die ehemalige MAGA-Influencerin, die ab 2018 in der US-amerikanischen Rechten Bekanntheit erlangte, war zeitweise mit Charlie Kirks Turning Point USA verbunden, arbeitete bei einem konservativen Medienunternehmen und veröffentlichte ein transfeindliches Kinderbuch. Inzwischen hat die 28-Jährige mit ihrer früheren politischen Ausrichtung gebrochen und erzählt auf TikTok von ihrer Beziehung mit Musk und ihrem Wandel von der rechten Aktivistin zur Kritikerin.
Bei einer Medienkonferenz am Filmfestival in Venedig erhob St. Clair den Vorwurf, man habe ihr 40 Millionen Dollar (34 Millionen Euro) Schweigegeld geboten, damit sie in der Doku schweigt. Sie habe dieses Angebot abgelehnt – um ihren Kindern zu zeigen, dass man die Wahrheit nie gegen materielle Bequemlichkeit eintauschen solle. Der Vater eines ihrer Kinder ist Elon Musk. Der Tech-Milliardär reagierte auf X auf den Vorwurf und schrieb: «Ihr wurde das nie angeboten, und sie ist dafür bekannt, falsche Behauptungen aufzustellen.» Gegenüber TMZ erklärte er zudem, dass ihr dies nie angeboten wurde.
Justine Musk rechnet mit der ersten Ehe ab
Nicht nur St. Clair rechnet in der neuen Dokumentation mit dem SpaceX-Gründer ab. Auch seine erste Ehefrau, Justine (54) Wilson, blickt in dem Film kritisch auf die gemeinsame Vergangenheit zurück und rechnet gnadelos mit ihrer gescheiterten Beziehung ab. Die Ehe, aus der sechs gemeinsame Kinder hervorgingen – darunter der im zarten Alter von zehn Wochen am plötzlichen Kindstod verstorbene Sohn Nevada Alexander –, bewertet sie als knallhart toxisch. Sie habe sich über Jahre hinweg wie eine Angestellte vorgekommen, nicht wie eine gleichberechtigte Partnerin. Ihre Worte in der Doku wiegen schwer: «Durch meine Beziehung mit Elon habe ich den Begriff Gaslighting kennengelernt», erklärt sie. Justine ist in dem Film nicht allein mit ihrer Abrechnung – auch andere Ex-Partnerinnen des SpaceX-Gründers packen aus und schildern ihre Sicht auf die Beziehungen.
Zudem schildert Justine in der Dokumentation eine Szene von ihrer Hochzeit im Jahr 2000, die ihr offenbar bis heute in unschöner Erinnerung geblieben ist: Beim ersten gemeinsamen Tanz als Ehepaar soll Elon ihr gegenüber klargestellt haben, wer in der Beziehung das Sagen hat: «Ich bin das Alphatier in dieser Beziehung.» Kein Einzelfall, wie Justine in der Doku betont – ständig habe er sie spüren lassen, dass sie seinen hohen Ansprüchen nicht genüge. Elons Behauptung, er habe das sterbende Kind in seinen Armen gehalten, weist Justine laut People zurück. 2008 trennte sich das Paar. Elon selbst hält sich zu den Gaslighting-Vorwürfen bisher zurück und verzichtet auf eine Stellungnahme, während er seine Ex-Frau im Januar in einem Post auf X noch als «eine außergewöhnliche Frau» bezeichnet hatte.
Finanzielle Auseinandersetzungen und der Wandel nach der Trennung
Die Beziehung zwischen Musk und Ashley St. Clair wurde im April durch eine Recherche des «Wall Street Journals» öffentlich, die mit St. Clair sprach und mutmassliche Textnachrichten zwischen ihr und Musk auswertete. Demnach habe Musk im Frühling 2023 über seine Plattform X Kontakt zu ihr aufgenommen, sie habe ihn anschliessend in San Francisco getroffen, und die Beziehung der beiden sei romantisch geworden. Als sie das erste Mal Sex hatten, so erzählte es St. Clair dem Blatt, habe Musk darüber gescherzt, sie solle sich einen Namen für ihr zukünftiges Kind aussuchen, und ein paar Monate später hätten die beiden ihren Sohn gezeugt. Während ihrer Beziehung habe Musk sie dazu gedrängt, mit ihm eine ganze Kinderschar zu zeugen – «um vor der Apokalypse eine Legion zu haben», so St. Clair weiter, wofür er auch Leihmütter habe einsetzen wollen. Schliesslich habe Musk ihr 15 Millionen US-Dollar und 100’000 US-Dollar monatlich dafür angeboten, sich nicht darüber zu äussern, wer der Vater des Kindes sei. Das «Wall Street Journal» hatte zudem Einsicht in einen Test, der Musk mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9999 Prozent als Vater von St. Clairs Kind ausweist.

Damit hat Musk insgesamt 14 Kinder: sechs mit seiner Ex-Frau Justine Musk, drei mit der Sängerin Grimes, vier mit der Tech-Managerin Shivon Zilis – und eben eines mit St. Clair. Doch die Zahl von Musks Kindern könnte sogar höher liegen, da das «Wall Street Journal» auch beschreibt, wie Musk über X eine andere Frau anschrieb und sie fragte, ob sie mit ihm Kinder bekommen wollte. Nachdem St. Clair am Valentinstag 2025 publik gemacht hatte, dass Musk der Vater ihres fünf Monate zuvor geborenen Kindes sei (dazu schrieb sie den lateinischen Satz «Alea iacta est» – die Würfel sind gefallen), habe Musk laut ihren Aussagen die Unterhaltszahlungen um 60 Prozent gekürzt, sie sei aus ihrer New Yorker Wohnung geflogen und habe ihren Tesla verkaufen müssen. Demgegenüber stellte Musk die Geldfrage öffentlich anders dar: Bereits im März 2025 schrieb er auf X, er habe St. Clair 2,5 Millionen US-Dollar gezahlt und überweise ihr jährlich 500’000 US-Dollar – damals allerdings, ohne die Vaterschaft zu bestätigen. Besonders drastisch wurde es für St. Clair zudem, als Musk-Fans mithilfe von Musks KI-Werkzeug Grok pornografische Bilder von ihr erzeugten – teils auf Basis von Aufnahmen, die sie als Minderjährige zeigten, wobei weder Musk noch die Plattform etwas dagegen unternommen hätten, so St. Clair.
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