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Welt

Bundesregierung senkt Energiesteuer für günstigeren Sprit ab Oktober

Ab Donnerstag, den 1. Oktober 2026, greift in Deutschland eine erneute Energiesteuersenkung, die den Spritpreis an den Zapfsäulen um rechnerisch 16,7 Cent pro Liter drücken soll. Die Maßnahme ist bis zum 31. Dezember befristet und soll Autofahrer angesichts hoher Energiepreise durch den Iran-Krieg entlasten.

Wie sich der neue Tankrabatt zusammensetzt und wann er gilt

Der staatliche Nachlass auf die Energiesteuer gilt seit Mitternacht und läuft bis zum 31. Dezember. Der offizielle Abschlag bei der Energiesteuer beläuft sich auf 14,04 Cent je Liter. Da dieser Rabatt jedoch direkt bei der Lieferung des Kraftstoffs an die Tankstellen ansetzt und nicht erst an der Zapfsäule, mindert er im Zuge des Verkaufsprozesses auch die anfallende Mehrwertsteuer. Daraus ergibt sich ein steuerlicher Gesamtnachlass von insgesamt 16,7 Cent pro Liter Kraftstoff. Genauer gesagt, gilt er für Sprit, der nach Mitternacht ausgeliefert wird.

Wieder steigende Rohölpreise haben auch die Spritpreise in die Höhe getrieben. Kostete ein Liter Diesel Anfang Juli noch 1,95 Euro, waren es im September 2,47 Euro. Auch Super E10 kostete mit 2,31 Euro rund 30 Cent mehr als damals. Noch vor den Wahlen in Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern und nach raschen Absprachen hat die Bundesregierung beschlossen, die Energiesteuer erneut zu verringern. Am vergangenen Freitag haben Bundestag und Bundesrat dem zugestimmt sowie der Bundespräsident die Gesetzesänderung unterschrieben.

Preisentwicklung an den Zapfsäulen und die Frage der Weitergabe

Ob die Preissenkung in vollem Umfang bei den Verbrauchern ankommt, bleibt ein Streitpunkt. Mineralölkonzerne sind rechtlich nicht dazu verpflichtet, den Steuernachlass direkt weiterzugeben. Zudem wird um Mitternacht noch praktisch keine Tankstelle steuerbegünstigten Kraftstoff vorrätig haben. Während der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) eine sofortige und vollständige Weitergabe erwartet, zeigten Untersuchungen des Ifo-Instituts, der Monopolkommission und des Bundeskartellamts beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni 2026, dass der Abschlag anfangs nicht vollständig an den Zapfsäulen ankam. Damals zahlten Autofahrer in den ersten Maiwochen bei Diesel im Schnitt nur etwa vier Cent und bei Superbenzin rund zwölf Cent weniger. Die Mineralölwirtschaft bestreitet das. Wie ADAC-Statistiken zeigen, ging es bei den früheren Tankrabatten nur wenige Tage nach Beginn bereits wieder mit den Preisen nach oben. Die Weitergabe ist jedoch grundsätzlich schwierig zu messen, da der Spritpreis durch äußere Einflüsse stark schwankt. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) kritisierte, dass Untersuchungen dazu oft andere Kostenfaktoren nicht berücksichtigen würden.

Bundesregierung senkt Energiesteuer für günstigeren Sprit ab Oktober
Foto: focusplus.de

Kurz nach Inkrafttreten der neuen Regelung zeigten sich an den Märkten direkt spürbare Reaktionen: Auf dem Spritpreisportal Tankerkönig brachen die ermittelten Durchschnittspreise in ganz Deutschland im Zeitraum zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr um etwa zehn bis elf Cent ein. Im Laufe der Nacht und bis in die Morgenstunden fielen die Kurse noch stark weiter: Um 08:00 Uhr errechnete der ADAC für Super E10 einen bundesweiten Mittelwert von 2,062 Euro. Das waren 14,5 Cent weniger als zum gleichen Zeitpunkt am Mittwoch. Diesel kostete um 08:00 Uhr im Schnitt 2,209 Euro – das waren 15,2 Cent weniger als 24 Stunden zuvor.

Tipps für Autofahrer zum richtigen Tankzeitpunkt

Frühaufstehen lohnt sich für Autofahrer am ersten Tag laut den Auswertungen nicht. Wegen der 12-Uhr Regel können die Spritpreise bis Mittag nicht steigern, nur sinken. Ein Frühstart bringt also nichts. Wer am späten Vormittag tankt, bekommt in der Regel den niedrigsten Preis des Tages. Wer zu spät kommt, könnte das Nachsehen haben: Wegen des vermutlich großen Andrangs am Donnerstag drohen Warteschlangen an den Zapfsäulen, und wer erst nach 12 Uhr dort eintrifft, muss meist mit deutlich höheren Kosten rechnen. Auswertungen des Portals Tankerkönig belegen, dass die Tarife zur Mittagszeit oft um rund 20 Cent pro Liter ansteigen.

Wer noch genug Treibstoff im Wagen hat und dem großen Andrang an den Tankstellen entgehen möchte, kann sich auch einfach ein paar Tage gedulden. Bis dahin können die Preise aber schon wieder schwanken – das kann zugunsten des Autofahrers ausfallen oder auch nicht. Zudem raten Verbraucherexperten zum Preisvergleich, da die Unterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders in größeren Städten im zweistelligen Centbereich liegen können.

Hintergründe zu den aktuellen Kraftstoffpreisen

Am Tag vor dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar kostete Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,78 Euro und Diesel 1,75 Euro. Vor dem Start des neuen Rabatts lagen die Preise am vergangenen Sonntag deutlich höher: Super E10 kostete 2,28 Euro, Diesel schlug mit 2,43 Euro zu Buche.

Hauptursache für das hohe Preisniveau bleiben die durch den Konflikt eingeschränkten Exporte von Rohöl und Treibstoffen aus der Golfregion. Im Juli ist der erste Tankrabatt der schwarz-roten Regierung ausgelaufen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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