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Welt

Zeitumstellung im Oktober: Uhren werden zurückgestellt

In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit in Deutschland und weiten Teilen Europas. Die Uhren werden um 3 Uhr MESZ um eine Stunde auf 2 Uhr MEZ zurückgestellt. Die Maßnahme bringt für Nachtarbeiter, Bahnreisende und den biologischen Rhythmus spürbare Veränderungen mit sich.

Zweimal im Jahr richtet sich der Blick auf die Zeiger von Uhren, Smartphones und Funkweckern. Wenn am letzten Oktoberwochenende des Jahres 2026 die Nacht um eine Stunde verlängert wird, stellt die Zeitumstellung auf die Winterzeit für Millionen Menschen ein vertrautes Ritual dar.

Während moderne Digitalgeräte diesen Sprung von ganz alleine vollziehen, verlangt der Wechsel im öffentlichen Nahverkehr, bei der Bahn und im Schichtdienst präzise Absprachen.

Zeitumstellung im Oktober: Uhren werden zurückgestellt
Foto: Berliner Morgenpost

Zeiger auf Winterzeit Zurückstellen

Pünktlich um 3 Uhr nachts springen die Uhren auf 2 Uhr zurück, womit die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) endet und die reguläre Mitteleuropäische Zeit (MEZ) – umgangssprachlich als Winterzeit bekannt – beginnt. Die betreffende Stunde zwischen 2 Uhr und 3 Uhr läuft in dieser Nacht zweimal durch. Für die meisten Bundesbürger bedeutet dies theoretisch eine Stunde mehr Schlaf, während sich der Sonnenuntergang spürbar nach vorne verlagert. So sinkt etwa in Berlin die Sonne am Samstagabend gegen 17.50 Uhr unter den Horizont, während es am darauffolgenden Sonntag bereits um 16.50 Uhr dunkel wird. Der Unterschied zwischen beiden Zonen beträgt genau eine Stunde, wobei die koordinierte Weltzeit UTC bei MEZ plus eine Stunde und bei MESZ plus zwei Stunden liegt.

Obwohl die Debatte über den Sinn des halbjährlichen Wechsels seit Jahren anhält, bleibt das System bestehen. Zwar sprach sich das Europäische Parlament im März 2019 mit 410 zu 192 Stimmen bei 51 Enthaltungen grundsätzlich für ein Ende aus, nachdem an einer öffentlichen Online-Beratung der EU-Kommission im Jahr 2018 rund 4,6 Millionen Menschen teilgenommen und sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung ausgesprochen hatten. Die damalige EU-Kommission hatte im September 2018 einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorgelegt, der eine letzte Umstellung im Jahr 2021 vorsah. Unterschiedliche Entscheidungen der Staaten könnten nach Einschätzung Probleme für Verkehr, Handel und den EU-Binnenmarkt verursachen. Um neue Grundlagen für Beratungen zu schaffen, gab die EU-Kommission im Februar 2026 eine neue Studie in Auftrag, deren Ergebnisse noch im selben Jahr erwartet werden. Den geringen Erwartungen an ein baldiges Aus entsprechend hat der Ministerrat die Umstellungstermine per Verordnung bereits bis zum Jahr 2031 festgelegt.

Der ursprüngliche Grund für die Einführung der Sommerzeit in der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1976 war das Ziel, Energie zu sparen, indem das Tageslicht in den Abendstunden besser genutzt wurde. Heute ist unumstritten, dass die Einsparungen minimal sind, da eine Untersuchung der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 zeigte, dass abends zwar weniger Licht eingeschaltet wird, dafür aber am kühlen Morgen mehr geheizt werden muss und sich die Effekte somit aufheben. Weltweit haben verschiedene Staaten unterschiedliche Wege eingeschlagen: Brasilien stellte das System im Februar 2019 ein, der mexikanische Senat verabschiedete im Oktober 2022 ein Gesetz zur Abschaffung der Sommerzeit und kehrte landesweit zur Standardzeit zurück, Grönland strich die Umstellung im Jahr 2023, und die Ukraine beschloss die dauerhafte Festlegung auf die Standardzeit, um Biorhythmus-Belastungen zu vermeiden, wobei die Umsetzung noch aussteht. China betreibt das gesamte Staatsgebiet mit einer einheitlichen Standardzeit ohne Sommerzeitwechsel, während Länder wie Äquatorregionen aufgrund kaum schwankender Tageslängen keinen wirtschaftlichen Sinn in einer Verschiebung sehen.

Zeitumstellung im Oktober: Uhren werden zurückgestellt
Foto: saarbruecker-zeitung.de

Logistik im Schienenverkehr und Schichtdienst

Der Eingriff in die Uhrzeit stellt Betriebe mit durchgehendem Betrieb vor logistische Aufgaben. Für Beschäftigte im Schichtdienst regelt das Bundesarbeitsgericht seit einer Entscheidung aus dem Jahr 1985 klare Grundsätze: Ein Betrieb, der rund um die Uhr läuft, darf Lücken zwischen zwei Schichten vermeiden. Wer normalerweise um 6 Uhr abgelöst wird, bleibt bis 6 Uhr nach der neuen Zeit im Dienst. Diese zusätzliche Stunde wird für stundenbasiert entlohnte Arbeitskräfte grundsätzlich bezahlt, es sei denn, der Arbeitsvertrag regelt klar eine Überstundengeschichte beziehungsweise Überstundenpauschale. Ausnahmen kann es laut Bundesarbeitsgericht bei Spitzenverdienern in gehobenen Positionen geben. Zulässig ist die verlängerte Schicht, da das Arbeitszeitgesetz für Nachtarbeiter normalerweise acht Stunden pro Werktag erlaubt, zeitweise bis zu zehn, sofern der Durchschnitt über einen Monat oder vier Wochen eingehalten wird und der Samstag als Werktag mitzählt.

Ähnlich komplex verhält sich im Schienenverkehr der Fahrplan. Fernzüge der Deutschen Bahn, die in jener Nacht unterwegs sind, bleiben laut einer Pressemitteilung über den Lok-Report für exakt 60 Minuten an einem Bahnhof oder Streckensignal stehen, anstatt eine Stunde früher am Ziel anzukommen. S-Bahnen und andere Verbindungen, die in der Nacht durchgehend unterwegs sind, lässt die Deutsche Bahn hingegen zumeist doppelt fahren – konkret um 2:34 Uhr Sommerzeit und um 2:34 Uhr Normalzeit nochmals. Im Frühjahr hingegen nimmt die Bahn die Verspätung von einer Stunde in Kauf, sodass Gäste in Nachtzügen ihr Ziel mindestens 60 Minuten später erreichen.

Zeitumstellung im Oktober: Uhren werden zurückgestellt
Foto: berliner-kurier.de

Körperliche Reaktionen und Praktische hilfen

Um bei der manuellen Kontrolle und Einstellung von Geräten – zu denen analoge Armbanduhren, klassische Wand- und Weckeruhren, Backöfen und Mikrowellen, ältere Autoradios und Navigationsgeräte, digitale Zeitschaltuhren sowie Kameras ohne Funk- oder Internetabgleich gehören – nicht durcheinander zu geraten, greifen viele Menschen auf traditionelle Merksätze zurück. Alternativ hilft der Blick auf die Temperaturen, die im Herbst sinken, während die Uhr ebenfalls zurückgedreht wird.

Auch wenn die Umstellung im Herbst von den meisten Menschen als weniger belastend empfunden wird als der Verlust einer Stunde im Frühjahr, klagen laut einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse DAK rund 32 Prozent der Deutschen nach der Zeitumstellung über körperliche oder psychische Probleme, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Von den Befragten gaben 76 Prozent an, sich schlapp und müde zu fühlen, während 59 Prozent über Einschlafprobleme und Schlafstörungen klagten; zudem leiden laut Angaben etwa zehn Prozent nach der Zeitumstellung unter depressiven Verstimmungen, was zu höheren Krankmeldungen am darauffolgenden Montag führen kann. Um den Biorhythmus zu entlasten, raten verschiedene Forscher zu einer Abschaffung, während Gesundheitsexperten empfehlen, die Schlafenszeiten in den Tagen vor dem 25. Oktober schrittweise um zehn bis 15 Minuten pro Tag anzupassen, sich viel an der frischen Luft zu bewegen, von Schlafmitteln abzusehen und stattdessen auf beruhigende Tees, Entspannungsübungen oder ein warmes Bad zu setzen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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