Der Deutschrapper Baran Kok greift in seiner am Freitag veröffentlichten Single «Boss hart» AfD-Chefin Alice Weidel und ihre Lebenspartnerin Sarah Bossard an. In dem Track macht der Künstler, der sich selbst als den ersten schwulen kurdischen Rapper bezeichnet, die lesbische Beziehung des in Einsiedeln SZ lebenden Paares zum zentralen Motiv.
Der in Berlin wohnhafte Musiker Baran Kok hat mit seiner neuesten Veröffentlichung für Aufsehen gesorgt. In dem Song Boss hart
, der am Freitag erschien, thematisiert der Künstler die Lebensgemeinschaft der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Sarah Bossard. Der Titel des Tracks spielt bewusst auf den Nachnamen von Weidels Partnerin an, während der Refrain laut den vorliegenden Berichten die Zeile Ich fick’ die AfD, als wär’ ich Sarah Bossard
enthält, wie das Portal Blick berichtet.
Hintergrund und politische Reibungspunkte des Paares
Das in Einsiedeln im Kanton Schwyz lebende Paar steht seit Jahren im Fokus der Öffentlichkeit. Während Weidel in Deutschland als Parteivorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) eine politische Linie vertritt, die traditionelle Familienbilder aus Mann und Frau propagiert, weicht ihre eigene private Lebenssituation von diesem Leitbild ab. Die beiden Frauen ziehen gemeinsam zwei Söhne gross. In der Schweiz sorgten die Wohnsituation sowie Berichte über den Wegzug aus Biel BE und steuerliche Aspekte wiederholt für Schlagzeilen, so die Recherchen von Blick. Weder Alice Weidel noch Sarah Bossard haben bis zum Redaktionsschluss auf Anfragen zu den Aussagen in Koks Song reagiert.
Der künstlerische Werdegang von Baran Kok
Der 26-jährige Baran Kok wurde in Istanbul geboren, wuchs in Freiburg im Breisgau auf und lebt heute in Berlin. Seine musikalische Laufbahn umfasst neben seiner eigenen EP, die im April dieses Jahres erschien, auch Auftritte als DJ für die deutsche Sängerin Domiziana im Jahr 2022. Über seine Musik sagt Kok in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ARD: Ich mache Musik über Schwänze
, womit er offen mit der Doppeldeutigkeit seines Nachnamens spielt, der an den englischen Ausdruck für Penis erinnert.
Abseits seiner musikalischen Provokationen trat Kok im Sommer auch gesellschaftspolitisch in Erscheinung. Nach einem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD organisierte er gemeinsam mit seinem Team ein Benefizkonzert unter dem Motto Fresse auf für queere Freiheit
. Zusammen mit prominenten Künstlerinnen und Künstlern wie Herbert Grönemeyer sammelten sie dabei über 90’000 Euro für den guten Zweck, wie Blick festhält.
Auseinandersetzungen in der Deutschrap-Szene
Neben dem politischen Angriff auf die AfD-Spitze widmet sich Kok in seiner Musik auch internen Streitigkeiten der Hip-Hop-Kultur. In dem Song Scheiss auf HipHop
disst er das Deutschrap-Urgestein Fler mit der Zeile Du bist ein Opfer, weil du glaubst Tätern/ Wenn ich Fler schlage, bin ich dann ein Frauenschläger?
. Dieser verbale Schlagabtausch hat Vorgeschichten: Fler hatte zuvor in einem Podcast indirekt behauptet, dass Kok einen Auftritt beim Splash!
-Festival, dem grössten Hip-Hop-Festival Deutschlands, ausschliesslich aufgrund seiner Sexualität erhalten habe, wie die Berichterstattung von Blick zeigt.
Verwandte Artikel