Irland und Israel trennten sich am Sonntag in der Nations League in Serbien 1:1 unentschieden, überschattet von schweren Vorwürfen eines Spuckangriffs auf den irischen Fitnesstrainer Damien Doyle im Spielertunnel und anhaltenden politischen Spannungen zwischen beiden Verbänden.
Die Partie, die aufgrund von Sicherheitsbedenken auf neutralem Boden im serbischen Backa Topola ausgetragen wurde, galt bereits im Vorfeld als hochbrisant. Berichten irischer Medien zufolge soll es in der Halbzeitpause auf dem Weg in die Kabinen zu einem heftigen Zwischenfall gekommen sein. Demnach behauptete der Fitnesstraining-Verantwortliche der irischen Nationalmannschaft, Damien Doyle, dass er im Alter von 47 Jahren von einem israelischen Spieler angespuckt worden sei.
Heimir Hallgrimssons Reaktion und die Einbindung der Disziplinarkommission
Gegenüber dem irischen Sender RTE erklärte der 59-jährige Coach, dass er die Szene selbst nicht gesehen habe, den Vorfall jedoch bei den zuständigen Gremien sieht.
Ich werde das nicht kommentieren, das ist vermutlich etwas, das sich die Disziplinarkommission anschauen wird.

Sportliche Entscheidung auf dem Platz und verweigerter Handschlag
Das sportliche Geschehen trat angesichts der Rahmenbedingungen in den Hintergrund. Torjäger Troy Parrott brachte Irland in der 39. Minute durch einen Elfmeter in Führung. Kurz nach dem Seitenwechsel glich der israelische Kapitän Dor Peretz in der 47. Minute zum 1:1 aus. In der Schlussphase drängte Israel auf den Sieg, doch Schüsse von Gandelman in der 72. Minute und Gloukh in der 79. Minute trafen jeweils nur den Pfosten, womit es beim Unentschieden blieb.
Bereits vor und während des Spiels demonstrierten die irischen Spieler ihre Haltung deutlich. Wie schon im Hinspiel verzichteten die irischen Profis auf den üblichen Handshake und senkten während der israelischen Nationalhymne die Köpfe. Beide Mannschaften liefen zudem mit Trauerflor auf, wobei die irischen Spieler aller Opfer des Konflikts gedachten, während die israelischen Akteure der Getöteten des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 gedachten.
Politischer Hintergrund und Boykottdebatten vor dem Nations-League-Duell
Die Partie war durch den anhaltenden Gaza-Konflikt und die breite Unterstützung für Palästina in Irland, wo der israelischen Seite Völkermord vorgeworfen wird, im Vorfeld stark belastet. Aus der irischen Heimat hatte es Aufrufe an die Nationalspieler gegeben, die Begegnung komplett zu boykottieren. Ersatztorwart Gavin Bazuno zog Konsequenzen und verzichtete freiwillig auf die Teilnahme an den Länderspielen.
Zusätzliche Brisanz erzeugte eine verbale Auseinandersetzung vor dem Hinspiel, das Irland mit 3:0 gewann. Damals hatte Heimir Hallgrimsson erklärt, dass sein Team gegen den Völkermord spiele. Der israelische Verband hatte daraufhin geantwortet, dass man nicht gegen Ignoranz, Heuchelei und Dummheit spiele, sondern gegen den Trainer, der all das verkörpere. Der irische Verband (FAI) leitete parallel Untersuchungen zu Vorwürfen rassistischer Äußerungen ein, die in früheren Begegnungen gegen irische Spieler gerichtet worden waren.

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