Statins can lower the risk of dementia by up to 15 per cent, and early treatment yields the best protective results against cognitive decline. Researchers presented these findings at the European Society of Cardiology annual congress in Munich, highlighting new connections between cardiovascular and brain health.
Günstige Cholesterinsenker könnten eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Demenz spielen. Eine umfassende Untersuchung zeigt, dass die weitverbreiteten Medikamente das Risiko einer Demenzerkrankung um bis zu 15 Prozent senken können. Fachleute präsentierten die Ergebnisse der bisher grössten Untersuchung ihrer Art am Sonntag auf dem Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC) in München. Gleichzeitig erschienen die Daten im Fachjournal The Lancet Regional Health Europe.
Dänische Langzeitstudie mit 132.000 Patienten
Für die Untersuchung verfolgten Forschende in Dänemark die Daten von mehr als 132.000 Menschen zwischen 2006 und 2021. Sämtliche Teilnehmenden dieser 15-jährigen Beobachtung hatten eine Typ-2-Diabetes-Diagnose erhalten. Während des Beobachtungszeitraums entwickelten rund 2,7 Prozent der untersuchten Personen eine Demenz. Der genaue Zeitpunkt des Therapiebeginns erwies sich dabei als entscheidender Faktor für den Grad des Schutzes.
Patientinnen und Patienten, die im Laufe des Studienzeitraums mit der Einnahme von Statinen begannen, verringerten ihr Erkrankungsrisiko um zehn Prozent. Wer jedoch frühzeitig mit der Behandlung startete, profitierte noch stärker und senkte das relative Risiko um bis zu 15 Prozent. Die Schutzwirkung zeigte sich dabei bei Frauen und Männern gleichermassen.
Biologische Mechanismen und die Rolle des LDL-Cholesterins
Statine gehören zu den weltweit am häufigsten verordneten Medikamenten und kosten im Alltag nur wenige Cent pro Pille. Sie senken im Blut den Spiegel des LDL-Cholesterins, das für Ablagerungen in den Arterien und Gefässverengungen verantwortlich ist. LDL cholesterol (LDL-C) drives plaque formation, was wiederum die Blutversorgung des Gehirns stören und das Demenzrisiko erhöhen kann.

Dr Tummas Ternhamar vom Universitätsspital Kopenhagen erklärte, Statine würden LDL-Cholesterin wirksam senken und vor Arteriosklerose sowie atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, was wiederum vor zerebrovaskulärer Arteriosklerose, ischämischem Schlaganfall, verminderter Durchblutung und Schäden am Gehirngewebe bewahren und somit eine plausible Verbindung zur Erklärung der Studienergebnisse bieten könne.
Frühere Berichte der Lancet Dementia Commission legten nahe, dass die Berücksichtigung von 14 veränderbaren Risikofaktoren im Laufe des Lebens fast die Hälfte aller Demenzfälle verhindern oder verzögern könnte. Die neuen Daten aus Kopenhagen ergänzen diese Erkenntnisse gezielt um den zeitlichen Aspekt.
Zeitpunkt und Dosierung im Fokus der Kardiologen
Auf dem Kardiologenkongress in München betonten Mediziner die Bedeutung eines rechtzeitigen Handelns. Dr Tummas Ternhamar, the author from Copenhagen University Hospital, erklärte, dass die Studie den Ansatz untermauere, Demenzrisiken durch mehrere parallel wirkende Massnahmen zu bekämpfen.

Dr Tummas Ternhamar vom Universitätsspital Kopenhagen führte aus, dass die Lancet-Kommission diese vielschichtige Sichtweise bereits vertrete und empfehle, hohes LDL-Cholesterin ab dem mittleren Lebensalter zu erkennen und zu behandeln, während die neuen Ergebnisse zusätzlich zeigten, dass innerhalb dieses Rahmens der Zeitpunkt eine Rolle spiele, da frühes Handeln besser wirke als spätes.
Auch in Grossbritannien beleuchten Fachleute die Tragweite der Zahlen neu. Rund sieben bis acht Millionen Menschen nehmen dort bereits Statine ein, doch nach Einschätzung von Experten gilt mindestens die doppelte Anzahl als berechtigt.
Dr Roy Jogiya, NHS-Kardiologe von Heart Research UK, betonte, dies solle zwar nicht bedeuten, jedem Menschen über 70 Statine zu verschreiben, liefere aber deutlich stärkere Belege dafür, diese bei älteren Menschen in Betracht zu ziehen, bei denen man zuvor möglicherweise davon ausgegangen war, dass sie keinen Nutzen daraus ziehen würden.
Einordnung und Ausblick für kommende Leitlinien
Unabhängige Experten raten zu einer differenzierten Betrachtung der Beobachtungsdaten. Dennoch untermauern klinische Versuche mit positiven Hinweisen auf den Schutzeffekt die Plausibilität der Daten.
Parallel präsentierte Untersuchungen aus Australien, wie jene der Monash University im New England Journal of Medicine, zeigten zudem eine Reduktion schwerer Herzereignisse bei gesunden Über-70-Jährigen um dreissig Prozent.