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Kroatischer Investor Renato Radić übernimmt ADA Möbelwerke zu 100 Prozent

Der kroatische Möbelunternehmer Renato Radić übernimmt die steirische ADA Möbelwerke Holding AG aus Anger zu 100 Prozent. Nach einer im März 2026 angemeldeten Insolvenz und der Annahme des Sanierungsplans im August 2026 ist das operative Geschäft durch den neuen Eigentümer gesichert.

Sanierung und Insolvenz der ADA Möbelwerke

Die Insolvenz der traditionsreichen ADA Möbelwerke im März hatte das Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt, deren anerkannte Gläubigerforderungen sich auf knapp 18,3 Millionen Euro beliefen. Im August 2026 stimmten die Gläubiger dem vorgelegten Sanierungsplan zu, womit der Weg für eine Übernahme frei wurde.

Sanierungsplan und finanzielle Rettung für den Hauptsitz in Anger

Mit der Übernahme durch den Chef des kroatischen Familienunternehmens Prima ist die Finanzierung des operativen Geschäfts nach Angaben des Unternehmens gesichert. Radić begleicht die den Gläubigern zustehende Quote von 20 Prozent und kündigt zusätzliche Investitionsmittel an. ADA soll demnach als eigenständiges österreichisches Unternehmen mit Hauptsitz in Anger in der Oststeiermark weitergeführt werden, wie aus einer Aussendung hervorgeht.

Die genaue Anzahl der Arbeitsplätze, die vom neuen Eigentümer übernommen werden, bleibt vorerst unklar. Momentan sind noch zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Anger beschäftigt, während die Wiederaufnahme der Fertigung in Österreich eingehend geprüft wird. Damit werde das Sanierungsverfahren abgeschlossen und die Finanzierung des operativen Geschäfts sei gesichert. Österreichs Traditionsmarke geht mit neuem Eigentümer in die Zukunft, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens vom Montag. ADA bleibe als eigenständiges österreichisches Unternehmen mit Hauptsitz in der Steiermark erhalten, wurde versichert.

Produktionsstandorte in Ungarn und Rumänien

Produktionsstandorte und Zukunft der Markenstrategie

Neben dem Hauptsitz in der Steiermark übernimmt der Investor auch die ADA-Produktionsstandorte in Ungarn und Rumänien, wo die Fertigung unverändert weiterlaufen soll. Das Unternehmen bleibt als eigenständige Einheit mit eigener Geschäftsführung, eigenem Vertrieb und eigener Marke erhalten.

Partnern und dem Handel wird durch diesen Schritt Kontinuität zugesichert. Konditionen, Liefertermine und Serviceprozesse sollen uneingeschränkt beibehalten werden. Zudem wurde vertraglich zugesichert, dass bestehende Aufträge vollständig abgearbeitet und alle zugesagten Garantieleistungen weiterhin erfüllt werden. Bestehende Aufträge werden vollständig abgearbeitet, die zugesagten Garantieleistungen gelten weiter, wurde versichert.

„Ich komme selbst aus einem Familienunternehmen, das 1995 in einer kleinen Werkstatt begonnen hat. Deshalb weiß ich, was ein Name wie ADA wert ist und was über Jahrzehnte an Handwerk, Wissen und Vertrauen in dieses Unternehmen eingegangen ist“

Renato Radić, Investor und Inhaber der Prima Gruppe

Generationen-Denken und kommende Messeauftritte

Prima Gruppe und Historie der Möbelfabrik

Der neue Eigentümer führt im Nachbarland das Unternehmen Prima mit Sitz in Bjelovar, das nach eigenen Angaben als größter Möbelhersteller Kroatiens gilt. Das Unternehmen ging ursprünglich auf eine 1900 gegründete Seilerei zurück und wurde im Jahr 1957 von Alois Derler als Möbelfabrik angemeldet, ehe ab 1992 die Auslandsfertigung in Ungarn und Rumänien aufgebaut wurde. Ich denke in Generationen, nicht in Quartalen, ließ Radić in einer Aussendung ausrichten. Meine Aufgabe ist es jetzt, Stabilität und Kapital einzubringen. Nun soll der Betrieb unter neuer Führung langfristig stabilisiert werden.

Stempel "Insolvenz" auf Papier
Photo: Kurier

Die ADA Gruppe mit Hauptsitz in Anger in der Oststeiermark zählt zu den traditionsreichsten europäischen Marken für Polstermöbel, Betten und Matratzen. Neben den Eigenmarken ist ADA Partner des Möbelhandels im White-Label-Geschäft sowie Lizenznehmer internationaler Marken. Auch Eigenmarken, White-Label-Geschäft und Lizenzkooperationen werden fortgesetzt.

Möbelmesse M.O.W. in Bad Salzuflen

Trotz der turbulenten Monate blickt die Unternehmensgruppe nach vorn. Neben Eigenmarken sollen auch das White-Label-Geschäft sowie internationale Lizenzkooperationen fortgeführt werden. September will ADA auf der Möbelmesse M.O.W. in Bad Salzuflen die neue Kollektion „Alpine“ präsentieren.”

Kroatischer Investor Renato Radić übernimmt ADA Möbelwerke zu 100 Prozent
Photo: Derstandard
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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