Die Polizei hat im Wahlkampf zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 747 Straftaten erfasst und damit deutlich mehr Delikte als im Jahr 2021 registriert. Nach Angaben des Innenministeriums in Magdeburg entfällt der Großteil der Vorfälle auf beschädigte oder gestohlene Wahlplakate, während auch Gewaltdelikte und Bedrohungen zunahmen.
747 Straftaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erfasst
Im Zusammenhang mit der Landtagswahl im September hat das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt 747 Straftaten dokumentiert. Im vorherigen Wahljahr 2021 hatte die Behörde im selben Zeitraum 531 Fälle gezählt. Das Innenministerium in Magdeburg erklärte zu den Zahlen, das deute auf eine Veränderung in der Intensität des Wahlkampfes und der politischen Auseinandersetzung hin
(laut Daten der jeweiligen Innenministerien).
Den größten Anteil an den registrierten Delikten machten erneut beschädigte oder entwendete Wahlplakate aus. In 570 Fällen griffen Täter nach Angaben der Behörden auf diese Weise in den Wahlkampf ein; im Jahr 2021 waren es 489 Fälle gewesen.

Zunahme bei Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Körperverletzungen
Neben den Plakatdiebstählen und -beschädigungen stiegen auch andere Delikte im Umfeld des politischen Wettbewerbs deutlich an. Das Landeskriminalamt registrierte 177 weitere Straftaten, während es 2021 in dieser Kategorie lediglich 42 Fälle gegeben hatte. Darunter befanden sich 29 Sachbeschädigungen, 28 Beleidigungen, 21 Bedrohungen sowie 23 einfache und gefährliche Körperverletzungen.
Zudem zählten die Ermittler 18 Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdungen machten 13 Fälle aus. Ergänzend kamen Nötigungen, Verleumdungen und Diebstähle hinzu. Die Daten der Statistik bilden den Stand vom 6. September 2026 ab, dem Tag der Landtagswahl.
Paralleler Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern
Ein ähnlicher Trend zeigt sich zwei Wochen nach der Wahl in Sachsen-Anhalt auch im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern, wo 14 Tage nach Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt wurde. Dort erfasste das Landeskriminalamt in Schwerin bis zum 23. September mehr als 490 entsprechende Delikte, verglichen mit 277 Straftaten bei der kombinierten Bundestags- und Landtagswahl im Jahr 2021.
Neben den Hauptdelikten wie Sachbeschädigungen in 303 Fällen verzeichnete das LKA in Mecklenburg-Vorpommern auch 83 Diebstähle, 29 Fälle im Zusammenhang mit dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, 21 Beleidigungen sowie 15 Fälle von Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens. Hinzu kamen 7 Bedrohungen, 6 Fälle von Volksverhetzung und insgesamt 5 Körperverletzungen, unterteilt in 3 einfache und 2 gefährliche Körperverletzungen. Inhaltlich richteten sich die gemeldeten Taten in Mecklenburg-Vorpommern am häufigsten gegen Plakate der AfD, gefolgt von der SPD und den Linken. Zwar bewegte sich die Gesamtzahl der betroffenen Plakate mit rund 1.700 in beiden Jahren auf einem ähnlichen Niveau, allerdings gab es im Jahr 2026 laut LKA deutlich mehr Anzeigen, bei denen jeweils nur eine geringe Anzahl angegriffener Plakate oder auch nur ein einzelnes Plakat gemeldet wurde.
Während im Jahr 2021 weniger Vorfälle gemeldet wurden, bei denen jeweils eine größere Anzahl von Plakaten betroffen war, stieg die Zahl der Anzeigen in diesem Jahr an, was zu den registrierten Fallzahlen beitrug.
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