Die US-Luftwaffe hat sämtliche Langstreckenbomber von dem britischen Militärstützpunkt RAF Fairford abgezogen.
Abzug der US-Langstreckenbomber von RAF Fairford
Wie das US-Verteidigungsministerium am Sonntag mitgeteilt hat, sind alle auf dem Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford stationierten Bomber wieder zu ihren Heimatbasen in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt.
Zuvor waren nach Angaben von Medien wie dem Wall Street Journal rund ein Dutzend B-1-Langstreckenbomber auf der Basis im Westen Englands stationiert gewesen. Die Maschinen waren im März in die Grafschaft Gloucestershire verlegt worden, um den Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Luftfahrtbeobachter wie die Military Air Tracking Alliance hatten im Zuge dessen zahlreiche B-52- und B-1-Bomber auf dem Stützpunkt erfasst, bevor am Sonntag der Abflug mehrerer B-1-Maschinen registriert wurde.

„Wir können nun bestätigen, dass alle US-Bomber, die auf dem Stützpunkt RAF Fairford stationiert waren, wieder an ihre Heimatstützpunkte in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind
Beamter des US-Verteidigungsministeriums, via DIE ZEIT
Aus Gründen der operativen Sicherheit habe das Pentagon die Verlegung nicht in Echtzeit bestätigen können, erklärten Vertreter des Ministeriums. Nach Informationen von „Axios“ und der „New York Times“ waren neue Drohungen gegen den Militärstützpunkt und Informationen über einen vom Iran unterstützten Anschlag der Grund für den überraschenden Abzug. Die Notwendigkeit der Verlegung wurde demnach als so dringlich eingestuft, dass einige Maschinen samt Besatzungen bereits starteten, während benötigte Tankflugzeuge für die Unterstützung über dem Atlantik erst noch vorbereitet werden mussten. Zwar war diese Warnung bereits vor drei Wochen eingegangen, doch die Lage hatte sich in den vergangenen 24 Stunden aufgrund konkreter Details zugespitzt. Einen direkten Zusammenhang zu dem mutmaßlich geplanten Terroranschlag bestätigte das US-Verteidigungsministerium jedoch nicht.””
Terrorverdacht und Festnahmen in England
Der Vorfall ereignete sich Ende September in der Nähe der Royal Air Force Station Fairford in Gloucestershire. Die britische Polizei sperrte daraufhin das Gebiet in einem Radius von 400 Metern ab und brachte Bewohner aus 85 Häusern in Sicherheit. US-Präsident Donald Trump erklärte nach seiner Landung in Chicago, die Festgenommenen hätten großen Schaden anrichten wollen, und lobte die Zusammenarbeit mit Großbritannien. Auch britische Behörden sprachen von einer groß angelegten Operation, mit der ein verheerender Terroranschlag verhindert worden sei.
Im Zuge der Ermittlungen nahm die Polizei in Gloucestershire zunächst fünf britische Staatsbürger im Alter zwischen 23 und 25 Jahren aus London fest, die im Verdacht standen, Terroranschläge vorbereitet zu haben. Gegen sie wurde zudem wegen möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen sind diese fünf Männer unter strengen Auflagen wieder auf freiem Fuß. Später wurde im Rahmen weiterer Antiterror-Aktivitäten ein 27-jähriger beziehungsweise 25-jähriger britisch-iranischer Doppelstaatler in London festgenommen, der ebenfalls wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Tat im Visier stand und nach Durchsuchungen von zwei Immobilien im Stadtteil Westminster inzwischen ebenfalls gegen Kaution freigelassen wurde. Zudem wurde ein 26-jähriger Brite befragt. Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge wurde neben einem Bezug zum Iran auch in Richtung einer russischen Sabotageoperation oder eines islamistischen Hintergrunds ermittelt.
Hintergrundgerüchte um mögliche iranische Verwicklung
Britische und amerikanische Regierungsvertreter brachten den Vorfall mit dem Iran in Verbindung. US-Außenminister Marco Rubio sprach von der Beteiligung eines ausländischen Akteurs. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting wies ebenfalls auf eine generelle Bedrohung durch den Iran hin. Großbritannien hatte die Terrorwarnstufe bereits im April auf die zweithöchste Stufe angehoben, und die USA rieten ihren Bürgerinnen und Bürgern in Großbritannien zur Vorsicht.

Die Regierung in Teheran wies die Vorwürfe als unbegründet und haltlos zurück und bestellte den britischen Botschafter ein. Bereits im Juli hatte die iranische Revolutionsgarde den Stützpunkt Fairford als legitimes Ziel bezeichnet, da die Basis zuvor den USA für Angriffe auf iranische Raketenstellungen zur Verfügung gestellt worden war, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus attackiert worden waren.
„Die Piloten der amerikanischen Bomberflotte, darunter B-1, B-2 und B-52, sind weiterhin bereit, präzise globale Angriffe durchzuführen.“
Pentagon-Sprecher, via FAZ
Trotz der Verlegung der Maschinen betont das Pentagon, dass die Einsatzfähigkeit der Bomberflotte von den Heimatstandorten aus uneingeschränkt gewährleistet bleibt.
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