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Unternehmen

Indien bleibt bei Industriemaschinen und Elektronik von China abhängig

Indiens Industrie hängt tief von Importen aus China ab, was Premierminister Narendra Modi und Präsident Xi Jinping bei einem Treffen im September als strukturelles Handelsungleichgewicht ansprechen wollten. Die wirtschaftliche Verflechtung erstreckt sich längst über fertige Konsumgüter hinaus auf Maschinen, Elektronik und industrielle Vorleistungen, angetrieben von Chinas gewaltigen Überkapazitäten.

Strukturelle Handelsungleichgewichte beim Brics-Gipfel in Delhi

Am Rande des Brics-Gipfels im September in Delhi kamen Indiens Premierminister Narendra Modi und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping zusammen, um über strukturelle Handelsungleichgewichte und Lieferkettenprobleme zu beraten. Das Treffen fand vor dem Hintergrund einer allmählichen Annäherung zwischen den beiden asiatischen Giganten statt. Dennoch bleibt die Aufgabe für Delhi laut Experten enorm, da chinesische Importe tief im indischen Industriesektor verwurzelt sind.

Zwar hat Indien seine Abhängigkeit von reinen Importen fertiger Konsumgüter wie Smartphones und Solartechnik verringert und fertigt mittlerweile mehr als ein Viertel der weltweiten iPhones. Dennoch bleibt die Produktion überwiegend auf Montage ausgerichtet und stützt sich stark auf importierte Komponenten aus der Volksrepublik, wie Srivastava betont.

Abhängigkeit bei Elektronik und Industriemaschinen

Das Risiko geht weit über einfache Konsumgüter hinaus. Neben Elektronik und Solartechnik sind auch Industriebasics wie Maschinen, Batteriekomponenten, Chemikalien und Kunststoffe stark von Lieferungen aus China geprägt. Daten des Thinktanks Observer Research Foundation (ORF) zufolge machen elektrische Maschinen und Elektronik rund 36 Prozent dieser Einfuhren aus. Maschinen und mechanische Geräte folgen mit 21,7 Prozent, während organische Chemikalien und Kunststoffe ebenfalls beträchtliche Anteile beanspruchen.

„Ihre Unterdrückung würde sich nicht nur auf den Konsum auswirken, sondern die Produktion selbst stören.“

Soumya Bhowmik, Fellow am Centre for New Economic Diplomacy der ORF

Bhowmik verweist darauf, dass Indien erhebliche Schwierigkeiten hat, diese chinesischen Vorleistungen durch eine eigene, lokale Produktion zu ersetzen. Ein plötzlicher Ausbruch oder Abbruch der Lieferströme würde daher direkt die industrielle Fertigung im Land treffen.

Chinas Überkapazitäten und der Weg nach Indien

Hinter der wachsenden Einfuhrwelle stecken handfeste makroökonomische Entwicklungen. In Sektoren wie der Stahlproduktion, bei Solarpaneelen und Elektrofahrzeugen verfügt China über gewaltige Überkapazitäten, die die eigene, schwächelnde Konjunktur nicht vollständig absorbieren kann. Hersteller drängen daher verstärkt auf ausländische Märkte und bieten Waren zu günstigen Preisen an. Das chinesische Handelsbilanzplus steuert laut Prognosen für ein zweites Jahr in Folge auf ein Volumen von über einer Billion US-Dollar zu.

Zudem expandiert Indien seine eigene Fertigung in zahlreichen Wirtschaftsbereichen rasant, was den Bedarf an Vorprodukten ankurbelt. Erschwerend kommt hinzu, dass westliche Märkte zunehmend Zölle und andere Handelsbeschränkungen errichten, weshalb chinesische Anbieter verstärkt den indischen Markt ansteuern, wie Srivastava analysiert.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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