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Robert F. Kennedy Jr. verspricht Impfgegnern Verbündeten im Weißen Haus

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat auf einer Konferenz der Impfgegner-Organisation Children’s Health Defense erklärt, die Bewegung habe einen starken Freund im Weißen Haus. Die Rede markiert eine neue Phase der US-Impfpolitik, während das Land gleichzeitig mit schweren Masernausbrüchen und heftigem politischen Gegenwind ringt.

Kennedy Jr. hat vor Hunderten Anhängern einer prominenten Impfgegner-Organisation erklärt, die Vereinigung besitze in der Regierung von Präsident Donald Trump einen festen und verlässlichen Verbündeten. Das Portal U.S. News & World Report berichtete über die Rede in Washington.

Let me be clear: You have a strong and steadfast friend in the White House. We’ve accomplished in 19 months things that would have seemed unthinkable two years ago.

Robert F. Kennedy Jr., Gesundheitsminister der Vereinigten Staaten

Der Minister, der die Organisation vor seinem Eintritt in den Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2023 jahrelang co-fundete, nutzte das Treffen für eine Art politische Heimkehr. Seine Biografie zeigt eine jahrzehntelange Aktivität: So begann Kennedy seine Karriere im Jahr 1985 als Anwalt für die Umweltschutzorganisation Riverkeeper und baute später die Waterkeeper Alliance auf, eile er sich verstärkt Fragen der Kindergesundheit widmete. Nun setzt er diese Perspektiven auf Bundesebene um.

Umstrittene Eingriffe in den Impfkalender und scharfe Kritik von Medizinerverbänden

Seit seinem Amtsantritt hat das Gesundheitsministerium unter Kennedy in raschem Tempo langjährige Präzedenzfälle der Impfpolitik umgestaltet. Auf der Konferenz rühmte der Minister insbesondere die Verkleinerung des Impfplans für Kinder sowie die Neubesetzung eines zentralen Impfberatungsgremiums. Diese Maßnahmen wurden jedoch von einem Bundesrichter vorerst gestoppt. Dennoch treibt die Regierung den Kurs voran: Erst im Vormonat unterzeichnete der Präsident eine Verordnung, die eine zeitliche Streckung der MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) gegen die ausdrücklichen Empfehlungen führender medizinischer Fachgesellschaften fordert.

Führende Ärzteverbände warnen vehement vor diesem Kurs. Sie betonen, dass solche Schritte die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiter senken und das nach der COVID-19-Pandemie ohnehin erschütterte Vertrauen in die öffentlichen Gesundheitsbehörden beschädigen. Mary Holland, die Vorstandschefin von Children’s Health Defense, äußerte demgegenüber dass die Organisation unendliche Dankbarkeit für Kennedys Einsatz empfinde.

We have not taken vaccines away from anybody. We have preserved access. But we have started asking the questions that you and millions of American parents have been asking for years.

Robert F. Kennedy Jr., Gesundheitsminister

Schwerster Masernausbruch seit Jahrzehnten und direkte politische Konflikte

Der Kurswechsel fällt in eine ohnehin angespannte gesundheitspolitische Lage. Die Vereinigten Staaten verzeichnen das schwerste Jahr für Masernerkrankungen seit 1991. In den vergangenen zwei Jahren kam es zu sieben Masern-assoziierten Todesfällen – mehr als in den drei Jahrzehnten zuvor zusammen. Allein im Bundesstaat Pennsylvania meldeten die Behörden in diesem Jahr vier Todesfälle infolge von Masern, wobei keines der Opfer geimpft war, wie das dortige Gesundheitsministerium mitteilte.

Diese Zahlen haben einen offenen politischen Streit entfacht. Pennsylvias Gouverneur Josh Shapiro kritisierte Kennedys Auftritt scharf und warf ihm vor, die Bevölkerung durch die Teilnahme an einer impfkritischen Veranstaltung weiter zu verunsichern. Der Minister hätte angesichts der Todesfälle zu Schutzimpfungen aufrufen müssen, habe stattdessen jedoch eine Erzählung verbreitet, die Angst und Misstrauen schürt. Auch Shaughnessy Naughton, Gründerin der Organisation 314 Action, warf dem Minister mangelnde Ernsthaftigkeit im Amt vor und forderte angesichts der anhaltenden Masernkrise seinen Rücktritt.

Umstrittene Redner auf der Konferenz und offene Fragen vor den Wahlen

Zusätzlichen Zündstoff lieferte das weitere Programm der Konferenz. Im Anschluss an Kennedys Rede trat Andrew Wakefield auf, der Verfasser einer inzwischen widerrufenen und als diskreditiert geltenden Studie aus dem Jahr 1998, die fälschlicherweise einen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus behauptet hatte. Die wissenschaftliche Gemeinschaft betont seit Jahrzehnten einhellig, dass ein solcher Zusammenhang nicht existiert.

Robert F. Kennedy Jr. verspricht Impfgegnern Verbündeten im Weißen Haus
Photo: hhs.gov

Das Gesundheitsministerium verbreitete die Rede seines Leiters aktiv über seine offiziellen Kanäle und dokumentierte damit den Wandel der Regierungsstrategie. Nachdem das Ministerium zuvor im Jahr vor den anstehenden Midterm-Wahlen im November den Eindruck erweckt hatte, sich weniger kontroversen Themen wie gesunder Ernährung zuzuwenden, setzt die aktuelle Unterstützung der Konferenz ein unmissverständliches Zeichen für den fortgeführten Kurs in der Impfpolitik.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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