Popstar Pink hat sich nach einem umstrittenen Auftritt des Rappers Macklemore als Vorband von Ed Sheeran in New Jersey zu Wort gemeldet. Der Rapper rief im MetLife Stadium zu «Free Palestine» auf, was heftige Reaktionen, Petitionen und eine Social-Media-Debatte auslöste, auf die Pink mit einer ausführlichen Erklärung reagierte.
Ein Konzertbesuch im MetLife Stadium in New Jersey sorgte für heftige Kontroversen, als der US-Rapper Macklemore während seiner Performance als Vorband bei Ed Sheerans Tour politische Aussagen zu Gaza und dem Nahostkonflikt machte. Vor mehr als 80.000 Zuschauern trug der Musiker ein Kufiya-Halstuch und äußerte sich auf der Bühne.
Bühnenauftritt im MetLife Stadium und die Reaktionen im Publikum
Der Auftritt des Rappers im September führte sofort zu spürbaren Reaktionen im Stadion. Sourced-Berichten zufolge brachen einige Konzertbesucher in Tränen aus und verließen das Gelände, noch bevor der Hauptact Ed Sheeran die Bühne betreten hatte. Der Rapper erklärte vor dem Publikum, dass ihm diese Worte besonders am Herzen lägen und er wolle, dass die Menschen von Gaza bis zum Westjordanland wissen, dass sie nicht vergessen seien.

Im weiteren Verlauf seiner Darbietung stellte der Künstler seinen Song «Hind’s Hall» vor. Das Lied ist von Studentenprotesten an der Columbia University inspiriert, die im April 2024 ein Protestcamp organisierten. Auf den Bildschirmen liefen währenddessen Aufnahmen, die laut Medienberichten Bilder aus dem Krieg in Gaza zeigten. Der Rapper bedankte sich ausdrücklich bei Aktivistengruppen und Organisationen, die an den Universitäten aktiv waren.
Pink reagiert auf den Vorfall und teilt Kritik von StopAntisemitism
Die Kontroverse weitete sich rasch auf die sozialen Medien aus. Der US-Popstar Pink teilte daraufhin eine Instagram-Story der Organisation StopAntisemitism. In dem geteilten Beitrag wurde kritisiert, dass jüdische Fans Tickets gekauft hätten, um Musik zu hören, und stattdessen mit Aussagen konfrontiert worden seien, die als anti-israelische Propaganda eingestuft wurden. Der Beitrag forderte zudem Entschuldigungen und Rückerstattungen für die Konzertbesucher.

Nachdem Pinks Repost heftige Reaktionen auslöste, veröffentlichte die Sängerin eine ausführliche Erklärung auf Social Media. Darin räumte sie ein, dass ein Repost keine eigenständige Erklärung sei und soziale Medien oft zu schnellen Reaktionen verleiten. Sie betonte jedoch ihre jüdische Identität und erklärte, dass sie das Gefühl hatte, jüdische Konzertbesucher seien in einer Situation übergangen worden, in der über ihre Köpfe hinweg gesprochen wurde.

Pink erklärte als jüdische Mutter, sie müsse äußern können, dass sie das und auch Menschen, die sie liebt, ängstigte, ohne dass ihr gesagt werde, ihre Angst sei bloße Propaganda, und ohne dass ihr unterstellt werde, sie fände Völkermord irgendwie in Ordnung, nur weil ihr das aufgefallen sei.
Pink fügte hinzu, dass sie niemals gefordert habe, einen anderen Künstler zum Schweigen zu bringen, und weder Entlassungen noch Rückerstattungen fordere. Sie hob zudem hervor, dass sie sich seit Jahren als UNICEF-Botschafterin engagiere und der Schutz unschuldigen Lebens für sie an erster Stelle stehe.
Petitionen gegen Macklemore und die Reaktion des Rappers
Die Kontroverse zog auch organisierte Schritte nach sich. Der Israeli-American Council (IAC) startete eine Petition, die Ed Sheeran dazu auffordert, den Rapper von den verbleibenden Tourdaten zu entfernen. Anfragen an das Management von Ed Sheeran sowie an Konzertveranstalter blieben zunächst unbeantwortet.
Bei seinem darauffolgenden Konzert reagierte Macklemore auf die anhaltende Kritik. Er wandte sich direkt an das Publikum und erklärte, dass Kritik an Israel oder an einer Regierung keinesfalls als Kritik an jüdischen Menschen gemeint sei. Seine Botschaft richte sich auf Frieden und Gleichberechtigung für alle Menschen.
Macklemore wandte sich an alle seine jüdischen Brüder und Schwestern und erklärte, dass Kritik an Israel, Kritik an der Apartheid und das Eintreten gegen Völkermord in keiner Weise eine Kritik an ihnen seien, seine Botschaft dem Frieden und der Liebe für alle Menschen gelte, die mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden sollten.
Die Debatte verdeutlicht, wie stark politische Konflikte inzwischen auch US-Konzertbühnen und große Tourneen polarisieren. Während Unterstützer den Einsatz des Rappers für palästinensische Anliegen loben, verweisen Kritiker auf die Belastung für jüdische Konzertbesucher, die im Rahmen von Mainstream-Veranstaltungen mit politischen Botschaften konfrontiert werden.