NASA hat am 1. Oktober 2026 drei neue wissenschaftliche Nutzlasten für das Mondbasis-Programm ausgewählt. Die Instrumente sollen auf der Mondoberfläche nach Wassereis suchen, unterirdische Lavaröhren erkunden und Umweltrisiken überwachen, um den Weg für eine dauerhafte menschliche Präsenz zu ebnen.
Die Raumfahrtbehörde treibt ihre Pläne für einen permanenten Stützpunkt am Südpol des Erdtrabanten weiter voran. Die Auswahl erfolgte im Rahmen des PRISM-Programms (Payloads and Research Investigations on the Surface of the Moon) und soll mithilfe kommerzieller Lieferdienste zum Mond transportiert werden. Nicky Fox, beigeordnete Administratorin des Science Mission Directorate im NASA-Headquarters, bezeichnete die Missionen als entscheidenden Schritt für die Sicherheit künftiger Crews. Die unbemannten Vorstöße dienen unter anderem dazu, das Überleben während der langen Mondnacht zu sichern und Erkenntnisse für bemannte Missionen zum Mars zu gewinnen, wie NASA berichtet.
Die drei ausgewählten wissenschaftlichen Studien sollen dazu beitragen, grundlegende Fragen zu beantworten, während die Agentur den Aufbau ihrer allerersten Mondbasis vorantreibt. Jede der Payload-Suiten untersucht dabei einen anderen Teil der Mondumgebung, wobei eine Suite Gefahren an der Oberfläche überwacht, eine weitere unter der Oberfläche nach möglichen Lavaröhren sucht und die dritte nach Eis sucht und gleichzeitig untersucht, wie sich die Oberfläche bei künftigen Mondoperationen verhält. Die Untersuchungen sollen helfen, Ressourcen zu verstehen, natürliche Schutzräume zu kartieren und Umweltrisiken zu bewerten, um eine sichere und nachhaltige menschliche Präsenz im Rahmen der Artemis- und Mondbasis-Programme zu ermöglichen.

Suche nach Wassereis und Stabilität durch DISCO
Eine der ausgewählten Instrumentensuiten trägt den Namen DISCO, was für Distribution of Ice and Surface Characteristics Observatory steht. Das Gerät wird von Dr. Ariel Deutsch am Ames Research Center der NASA in Kalifornien geleitet. Die Sonde soll gezielt in sogenannten Mikro-Kältefallen nach Wassereis suchen, wo niedrige Temperaturen das Vorkommen von Eis ermöglichen.
Neben dem Nachweis von Ressourcen untersucht DISCO auch die mechanischen Eigenschaften der Oberfläche. Dazu gehört die Messung der Bodenfestigkeit für Fahrzeuge sowie die Analyse der Auswirkungen, wenn Raketentriebwerke beim Landen und Starten Staub und Geröll aufwirbeln. Solche Daten sind für den Schutz benachbarter Solaranlagen, Habitate und Ausrüstungen unerlässlich, wie Aerospace Global News erläutert.
GIMLI peilt die Lavaröhre am Marius Hills Pit an
Mit dem Instrument GIMLI (Geophysical Investigation for Mapping Lunar Interior) wagt die NASA den ersten oberirdischen seismischen Survey auf dem Mond seit den Apollo-Missionen im Dezember 1972. Die Mission soll am Marius Hills Pit zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um eine rund 65 Meter breite Öffnung an der Oberfläche, bei der es sich um das Einstiegsloch einer unterirdischen Lavaröhre handeln könnte.

Die Ausrüstung kombiniert ein aktives seismisches System mit einem Gravimeter und einem Bodenradar, das von der norwegischen Raumfahrtbehörde beigesteuert wird. Die dafür benötigte Hardware wird von Honeybee Robotics gebaut, einer Firma, die im Jahr 2022 von Blue Origin übernommen wurde, wie Tech Times ausführt.
LEMS-SP überwacht Umweltrisiken am Mondsüdpol
Die dritte ausgewählte Nutzlast ist das autonom arbeitende System LEMS-SP (Lunar Environment Monitoring Station – South Pole). Unter der Leitung von Dr. Mehdi Benna von der University of Maryland, Baltimore County, soll die Station als langfristige Beobachtungsplattform für Umweltbedingungen und Gefahren dienen. Das Gerät registriert den Einschlag von Mikrometeoriten, misst flüchtige Substanzen in der dünnen äußeren Gashülle des Mondes und setzt einen kurzperiodischen Seismographen ein, um Erschütterungen zu registrieren. Diese Messungen liefern die notwendigen Sicherheitsdaten für die Hardware der geplanten Mondbasis, so Spaceanddefense berichtet.
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