NASA hat im Rahmen des NIAC-Programms 18 zukunftsweisende Technologieprojekte für eine Förderung ausgewählt. Jedes Team erhält bis zu 175.000 US-Dollar für eine neunmonatige Machbarkeitsstudie. Die Gesamtfördersumme für diese erste Phase beträgt 3,2 Millionen US-Dollar und unterstützt innovative Raumfahrtkonzepte für zukünftige Missionen.
Die US-Raumfahrtbehörde setzt bei der Suche nach bahnbrechenden Technologien für kommende Missionen auf unkonventionelle Ideen. Das Programm zur Förderung früher Konzepte unterstützt in dieser Runde insgesamt 18 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von 3,2 Millionen US-Dollar, wie aus Berichten hervorgeht. Jedes der siegreichen Teams erhält maximal 175.000 US-Dollar, um in einer neunmonatigen Untersuchung die Durchführbarkeit der Vorschläge zu prüfen.
Zehntausend Mini-Satelliten im Orbit des Saturn
Zu den außergewöhnlichsten Projekten gehört ein Konzept von Michael Rubinstein von der Northwestern University, das die Erforschung der Saturnringe revolutionieren soll. Statt wie bei früheren Missionen auf eine einzelne, teure Raumsonde wie Cassini zu setzen, schlägt das Team vor, rund 10.000 winzige Raumfahrzeuge auszusetzen. Diese sogenannten Femtosatelliten wiegen jeweils weniger als 100 Gramm. Conducting in-situ surveys of Saturn’s rings with a single flagship mission, such as Cassini, would carry an unacceptably high risk of mission failure due to particle collisions, heißt es in der offiziellen Projektbeschreibung der US-Raumfahrtbehörde, die von Space.com zitiert wird. Durch die extrem verteilte Struktur der Mission können zahlreiche Einheiten bei Kollisionen mit Ringpartikeln zerstört werden, ohne dass die gesamte Datenerfassung scheitert. Die erhebliche Verlustquote ist bei dieser Schwarmstrategie von vornherein einkalkuliert.
Autonome Aerobots und lavaströme auf dem Mond
Ebenfalls unter den geförderten Konzepten ist das Projekt SPARK, geleitet von Daniel Drew, an assistant professor at the University of Hawaii at Mānoa. Die leichten, kugelförmigen Aerobots nutzen Festkörper-Ionenantriebe auf Basis der Elektrohydrodynamik, um völlig lautlos und ohne bewegliche Teile durch die dichte, stickstoffreiche Atmosphäre des Saturnmondes Titan zu navigieren. Das System arbeitet laut Schätzungen im Vergleich zur Erde extrem effizient und schont durch minimalen Luftstrom empfindliche organische Ablagerungen an den Höhlenwänden.

Für den Erdmond zielt ein weiteres gefördertes Konzept auf unterirdische Strukturen ab. Gilly Elor, at Texas-based Stone Aerospace, Inc., entwickelt den Lunar Underground eXplorer, kurz LUX. Dabei sollen schwebende Roboter die kilometerlangen Lavatröme unter dem Mare Tranquilitatis erkunden. Die Drohnen bleiben dabei über ultraleichte Glasfaserkabel mit einer Basisstation auf der Oberfläche verbunden, wobei Laser als Energie- und Kommunikationsverbindung dienen.
Every innovation, every leap in technology, starts with a seed of an idea.
Phillip Williams, NIAC’s acting program executive
Blick auf Exoplaneten und die Bedeutung für künftige Missionen
Ein weiterer Schritt über das bekannte Sonnensystem hinaus wird von Paul Stankus von den Brookhaven Science Associates in New York verfolgt. Sein Konzept eines neuartigen Interferometers soll Daten von zwei Weltraumteleskopen im Abstand von etwa 100 Kilometern zusammenführen, um das Licht ferner Sterne gezielt auszulöschen. Diese Technik der dynamischen Unterdrückung soll es ermöglichen, die Oberflächenmerkmale von erdähnlichen Exoplaneten zu erkennen, die Milliarden Mal dunkler sind als ihr Heimatstern.

Die geförderten Projekte stellen derzeit noch keine offiziellen, fest eingeplanten Raumfahrtmissionen dar. Vielmehr handelt es sich um Machbarkeitsstudien in einem frühen Entwicklungsstadium. Greg Stover, director of the Advanced Research and Technology division in NASA’s Research and Technology Mission Directorate, betonte in der Bekanntgabe, dass das Erreichen dieser Ziele mehr als nur schrittweisen technologischen Fortschritt erfordere und große Sprünge vonnöten seien. Ob sich die visionären Ansätze bewähren, werden die Ergebnisse der nun laufenden neunmonatigen Untersuchungen zeigen.
Verwandte Artikel