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Welt

Österreichische Landwirte trieben Tiere wegen Trockenheit früher ab

Trockenheit und Hitze haben die Almen in Österreich im Sommer 2026 stark unter Druck gesetzt. Wegen akuten Wasser- und Futtermangels mussten Landwirte ihre Tiere im Schnitt vier Wochen früher als sonst von den Almen treiben und Futter zukaufen, was vielerorts zu Notchlachtungen führte.

Schon Anfang Juli ist die Quellschüttung so weit versiegt, dass wir die Tiere auf der Alm nicht mehr mit Wasser versorgen konnten, erklärt Anton Hafellner. Vier Wochen früher als sonst hat der Almabtrieb im Jahr 2026 in Österreich im Schnitt stattgefunden, wie die Berichterstattung von ORF zeigt.

Auf der Walcheralm in Ramsau am Dachstein blickt der Berg- und Almbauer Anton Hafellner auf grüne Wiesen, während über dem Massiv der Dachsteingletscher rasant schmilzt. Knapp 140 Kilometer östlich von Leoben kämpften die Landwirte mit drastischen Wetterbedingungen. Um die Tiere zu retten, transportierten die Bauern der Agrargemeinschaft auf der Kletschachalm täglich 4.000 bis zu 8.000 Liter Wasser mit Traktoren und Tankwagen auf die Alm.

Trockenheit bedroht Kletschachalm

Der ersehnte Regen blieb aus, wodurch auch das Futter auf den Almen knapp wurde. Bereits Anfang August holten die ersten Landwirte ihre Tiere von der Kletschachalm. Nicht nur in der Steiermark, sondern auch in Salzburg und Kärnten erzwangen Wasser- und Futtermangel einen verfrühten Almabtrieb.

Laut einer Schätzung der Hagelversicherung beläuft sich der Ertragsausfall im Grünland auf 45 Prozent. Anton Hafellner, der seine ALMO-Ochsen im steirischen Naturpark Almenland im Winter mit Heu und Silage von eigenen Wiesen füttert, musste Futter zukaufen. Der erste Schnitt brachte ihm lediglich ein Fünftel der üblichen Jahresernte ein, während dieser normalerweise etwa die Hälfte ausmacht, während im Tal die Situation angespannt blieb.

Schlachthof Alpenrind in Salzburg verzeichnet Andrang

Wenn die Bauern nicht Futter zukaufen, müssen sie Tiere verkaufen, weil es sich sonst nicht ausgeht und sie nicht über den Winter kommen, erläutert die Situation rund um die Futterknappheit. Die wirtschaftliche Belastung zwang viele Betriebe zum Handeln.

Die Folge war ein massiver Andrang im Schlachthof der Firma Alpenrind in Salzburg, wo die Zahl der täglichen Schlachtungen im August von rund 250 Tieren auf 400 anstieg. Für zahlreiche betroffene Betriebe handelte es sich um die ersten Notchlachtungen aufgrund von Futtermangel.

Almen in Österreich spüren den Klimawandel

Der Klimawandel verändert die Vegetation im Alpenraum grundlegend. Während die Baumgrenze steigt, gerät offenes Grünland unter Konkurrenzdruck, da Pflanzen schneller wachsen, als Tiere sie abfressen können. Ohne händisches Entfernen von Sträuchern und jungen Bäumen – das sogenannte Schwenden – verwachsen Almen zunehmend, wodurch wertvolle Biodiversität verloren geht.

Österreichweit werden derzeit 7.971 Almen bewirtschaftet, was etwa einem Fünftel der Landesfläche entspricht, jedoch sinkt die Zahl der Betriebe jährlich.

Wenn ich zehn Kühe melke, muss ich die Melkmaschine einmal reinigen, genauso, wenn ich 50 Kühe melke. Und wenn ich in meinem Betrieb drei Hektar Futterernte am Tag habe, ist es wirklich super gelaufen. Aber auf den Gunstlagen geht das zehnfache, 30 bis 40 Hektar, das ist überhaupt kein Problem.

Karl Brandner, Alm- und Bergbauer aus dem steirischen Kleinsölk

Größere Betriebe arbeiten effizienter, während kleinere Höfe in Seitentälern an wirtschaftliche Grenzen stoßen. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen führen dazu, dass kleinere Betriebe in den Seitentälern zunehmend Schwierigkeiten haben, gegenüber den effizienteren Höfen auf den Gunstlagen wirtschaftlich zu bestehen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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