Die schwedische Popsängerin Zara Larsson hat das Weiße Haus scharf kritisiert, weil dort ihr Lied Midnight Sun
in einem Social-Media-Video zu Einwanderungsrazzien verwendet wurde. In einer emotionalen Reaktion auf TikTok bezeichnete die Künstlerin den Clip als menschenverachtend und warf den Verantwortlichen vor, ihre Musik für politische Spaltung zu instrumentalisieren.
Zara Larsson kritisiert das Weiße Haus scharf wegen ICE-Video
Ein sommerlicher Popsong über die Verbindung zur Natur ist ins Zentrum einer politischen Auseinandersetzung geraten. Die schwedische Sängerin Zara Larsson hat die US-Regierung öffentlich kritisiert, nachdem der offizielle TikTok-Account des Weißen Hauses ein Video veröffentlicht hatte, das Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) zeigt. Das Reel kombiniert Aufnahmen von verhafteten und in Handschellen geführten Menschen mit der Bildunterschrift Never ending deportations… ✨
, einer Anspielung auf die Textzeile never-ending midnight sun
aus Larssons Lied Midnight Sun.
Larsson reagierte prompt auf die Verwendung ihrer Musik und veröffentlichte eine dreiminütige Videoreaktion auf TikTok, die innerhalb kürzester Zeit Millionen Aufrufe verzeichnete. Darin zeigte sie sich tief bestürzt und verurteilte die Darstellung der Betroffenen als dehumanisierend. In dem Video ist unter anderem ein Mann in Arbeitskleidung zu sehen, was nach Ansicht der Sängerin verdeutlicht, dass es sich bei den Betroffenen um ganz normale Menschen mit Jobs handelt, die schlicht für eine bessere Zukunft kämpfen.
Die Reaktion der Künstlerin und das Argument der Herkunft
In ihrer Videobotschaft ging Larsson auf die Zufälligkeiten des Lebens ein und zog Parallelen zwischen ihrem eigenen privilegierten Start ins Leben und den Lebensrealitäten von Migranten. Sie betonte, dass sie durch ihre Geburt in Schweden Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und zahllosen Möglichkeiten hatte. Vieles davon sei schlichtes Glück, erklärte die Sängerin, während andere Menschen nicht diesen Startvorteil erhielten und lediglich nach einem besseren Leben für ihre Familien strebten.

Zara Larsson, schwedische Popsängerin, äußerte sich via The Cut traurig und betonte, es belaste sie schwer, das zu sehen, da sie gerne mit der Person sprechen würde, die dieses Video erstellt hat, und daran erinnern möchte, dass sie und wir sich gar nicht so unähnlich sind und auch den Menschen im Video ähneln, wobei der größte Unterschied zwischen uns sei, dass wir im Leben unterschiedliche Karten zugeteilt bekommen haben.
Die Künstlerin betonte zudem, dass ihr Lied Midnight Sun keineswegs für politische Agitation gedacht war. Sie habe das Werk als Ode an die Verbindung mit der Natur, dem Universum und den Menschen geschrieben. Stattdessen nutze die Regierung das Werk, um einen massiven Graben in der Gesellschaft zu ziehen.
Musiker und der Streit um den Einsatz von Pop-Hymnen in der US-Politik
Der Vorfall fügt sich nahtlos in eine Reihe ähnlicher Auseinandersetzungen zwischen prominenten Musikern und der US-Regierung ein. In den vergangenen Monaten sahen sich mehrere Popstars gezwungen, gegen die Nutzung ihrer Songs in offiziellen oder regierungsnahen Social-Media-Clips vorzugehen. Zu den betroffenen Künstlerinnen zählen neben Larsson auch Sabrina Carpenter und Ariana Grande, die ebenfalls vor der unautorisierten oder politischen Nutzung ihrer Titel gewarnt haben.

Auch Olivia Rodrigo und Taylor Swift gerieten in ähnliche Situationen, als ihre Lieder in Beiträgen rund um Einwanderungsmaßnahmen oder politische Kampagnen auftauchten. Während Olivia Rodrigo die Verwendung ihrer Musik für politische Botschaften öffentlich kritisierte, gingen andere Künstler über juristische Wege vor. So reichte Addison Rae eine Copyright-Beschwerde ein, nachdem das Department of Homeland Security ihren Song für ein vergleichbares Video verwendet hatte, woraufhin die entsprechenden Passagen stumm geschaltet oder entfernt wurden, wie aus Medienberichten hervorgeht.