Am 19. September 2026 starteten Gesundheitsbehörden und Hilfsorganisationen in Bunia eine groß angelegte Ebola-Impfstudie und Schutzkampagne. Angesichts von über 7.500 bestätigten Fällen im bisher schwersten Ausbruch der Demokratischen Republik Kongo erhalten rund 50.000 Pflegekräfte den Ervebo-Impfstoff, während 20.000 von ihnen im Rahmen einer klinischen Studie engmaschig überwacht werden.
Die Demokratische Republik Kongo verzeichnet die schwerste Ebola-Epidemie ihrer Geschichte. Nach den neuesten vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen hat das Land inzwischen 7.541 bestätigte Infektionen und 3.639 Todesfälle gemeldet, was einer historischen Fallsterblichkeitsrate von 48,3 Prozent entspricht. Bisher haben sich 1.823 Patienten von der Infektion erholt, während das Virus insgesamt 61 Gesundheitszonen in sechs verschiedenen Provinzen erfasst hat.
Start der Impfstudie und Ervebo-Verteilung in Bunia
Im nordöstlichen Epizentrum Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, begann am Samstag eine gezielte Immunisierung für medizinisches Personal und Einsatzkräfte. Die von der Weltgesundheitsorganisation und Médecins Sans Frontières unterstützte Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie, um das an vorderster Front kämpfende Personal zu schützen. Wie die medizinische Hilfsorganisation Doctors Without Borders mitteilte, zielt die an einem Trainingszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eröffnete Studie darauf ab, die Schutzwirkung des für den Zaire-Stamm entwickelten Impfstoffs gegen die aktuell zirkulierende Variante zu bewerten.
Die internationale Koordinierungsgruppe für die Impfstoffbereitstellung hatte im August insgesamt 70.000 Dosen des Ervebo-Vakzins für das Land freigegeben. Davon sind rund 50.000 Dosen für medizinisches Personal und andere in der Seuchenbekämpfung tätige Kräfte vorgesehen. Weitere 20.000 Dosen fließen direkt in eine klinische Phase-3-Studie, die gemeinsam von den kongolesischen Behörden, MSF sowie dem Africa Centers for Disease Control and Prevention durchgeführt wird.
Wissenschaftliche Fragen um den Bundibugyo-Virusstamm
Die gegenwärtige Epidemie wird durch den Bundibugyo-Virusstamm angetrieben. Bislang existiert weder ein spezifisch zugelassener Impfstoff noch eine bewährte Behandlung gegen diesen spezifischen Erreger. Der verwendete Ervebo-Impfstoff ist offiziell für den Zaire-Ebolavirus lizenziert und empfohlen, was die Mediziner vor eine wissenschaftliche Unbekannte stellt.

Wir wissen nicht, in welchem Maße er gegen den Bundibugyo-Stamm wirksam sein könnte. Steve Ahuka, Mitglied der kongolesischen Ebola-Taskforce, via Aljazeera
Auch Gaigai Manangama, MSF-Epidemiologe und stellvertretender Einsatzleiter, betonte, dass man in diesem Wettlauf gegen die Zeit jedes verfügbare Werkzeug nutzen müsse, da der Impfstoff laut Berichten über die Untersuchung zwar ursprünglich nicht gegen Bundibugyo entwickelt wurde, aber vorläufige Daten auf einen gewissen Schutz hindeuten. Nach Angaben des Africa CDC-Generaldirektors Dr. Jean Kaseya bestätigen verfügbare Daten indes noch nicht, dass der Ausbruch seinen Höchststand erreicht hat, und das Virus bleibt unkontrolliert.
Herausforderungen an der Basis und Perspektiven für den weiteren Verlauf
Die Impfkampagne findet unter äußerst schwierigen Bedingungen statt. Neben anhaltender Unsicherheit, Vertreibungen und Bevölkerungsbewegungen erschweren auch Streiks von Gesundheitspersonal die Eindämmung. Der Militärgouverneur der Provinz Ituri, Major-General Gaby Kasongo Mulumba, ließ sich in Bunia demonstrativ als Erster impfen, um die Bevölkerung zur Teilnahme zu ermutigen. Er betonte am Samstag, dass das Gesundheitspersonal dort „besonders exponiert und tief in die Bewältigung eingebunden“ sei. Vor Ort gab es unter den Beschäftigten gemischte Reaktionen; während einige wie Dr. Jeannot Elua die Impfung an einer Gesundheitseinrichtung in Bunia als „vorteilhaft“ bezeichneten und anmerkten: „Wir Gesundheitsarbeiter haben eigentlich keine Wahl: Wir werden sie erhalten, verwiesen andere auf bereits absolvierte Pflichtimpfungen aus früheren Ausbrüchen.
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Die Beobachtung der 20.000 Teilnehmer im Rahmen der Studie soll nun für eine Dauer von neun bis zwölf Monaten laufen, aufgeteilt in drei Monate für die Impfung und mindestens sechs Monate Nachbeobachtung der Probanden. August gestarteten Programms für Risikogruppen bereits über 3.700 Menschen im Land mit Ervebo immunisiert wurden, warnen Hilfsorganisationen davor, dass sich das Virus weiterhin unkontrolliert ausbreitet.