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Welt

Ukraine wälzt Russlands Geländegewinne seit März im Jahr 2026 um

Ukrainische Streitkräfte haben im Jahr 2026 die Initiative auf dem Schlachtfeld zurückgewonnen und dabei die Netto-Geländegewinne Russlands seit März nahezu komplett ausgelöscht. Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) markiert diese Entwicklung eine signifikante Veränderung der Kriegsdynamik. Demnach bewiesen ukrainische Truppen erstmals seit der Kursk-Offensive im August 2024 die Fähigkeit, der russischen Initiative konstant entgegenzutreten.

Wende an der Front im Jahr 2026

Im Zuge von Gegenoffensiven in mehreren strategisch wichtigen Sektoren – darunter um Kupiansk, Oleksandrivka und Lyman – wurden russische Pläne empfindlich gestört. So stoppten ukrainische Verbände in der Richtung Dnipropetropowsk russische Durchbruchsversuche, während in Kupiansk und Umgebung Stellungen zurückerobert und anschließende russische Rückeroberungsversuche abgewehrt wurden. Um Lyman vernichteten ukrainische Operationen zudem einen russischen Frontbogen, der die nördliche Flanke von Slowjansk bedroht hatte.

Eingeschränkte Geländegewinne und hohe Kosten für Moskau

Trotz der ukrainischen Erfolge bleibt das Kriegsgeschehen stark umkämpft. Laut ISW verzeichnen russische Truppen weiterhin begrenzte, aber strategisch bedeutsame Fortschritte in und um Kostiantynivka sowie östlich von Slowjansk und Kramatorsk. Diese Vorstöße sind jedoch mit einem enormen materiellen und operativen Aufwand verbunden. Um die Truppenmoral zu stärken, entsandte unter anderem die russisch-orthodoxe Kirche einen Reliquienfragment des mittelalterlichen Fürsten Dmitri Donskoi an die Frontlinie.

Die militärische Belastung führt laut Berichten zu erneuten Diskussionen über eine mögliche Ausweitung der Mobilmachung in Russland. Kommandrte drängen demnach auf eine großangelegte Einberufung durch Präsident Wladimir Putin, um die Fähigkeit zur Gebietsnahme wiederherzustellen. Gleichzeitig konzentrieren russische Verbände Personal und Ausrüstung um Lyman für mögliche neue Offensivmaßnahmen.

Internationale Reaktionen und Drohneneinsätze

Die militärische Auseinandersetzung ist zudem von wachsender technischer Dynamik und internationaler Unterstützung geprägt. Die ukrainische Seite wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg und hat ihre Gegenangriffe mit Drohnen in den vergangenen Monaten stark ausgedehnt. Dabei wurden laut einem Bericht der «Sunday Times» erstmals auch britische Drohnen von Herstellern für Angriffe mit großer Reichweite im russischen Hinterland eingesetzt. Medienberichten zufolge bestätigten ukrainische Militärquellen sowie die BBC diesen Einsatz.

Ukraine wälzt Russlands Geländegewinne seit März im Jahr 2026 um
Photo: spiegel.de

Moskau reagierte auf die Berichte über den Einsatz britischer Rüstungsgüter mit scharfen Drohungen. Die russische Botschaft in Großbritannien erklärte laut der Zeit, London setze bewusst auf eine Eskalation und werde für diesen Schritt zur Rechenschaft gezogen werden. Der britische Premierminister Andy Burnham wies die Kritik zurück und betonte, Großbritannien stehe in diesem illegalen Krieg fest an der Seite der Ukraine und helfe ihr bei der Selbstverteidigung.

Hintergrund des seit 2014 andauernden Konflikts

Der aktuelle Krieg, der im Februar 2022 von Russland als groß angelegter Angriffskrieg begonnen wurde, knüpft an den bereits seit 2014 andauernden Konflikt an, in dessen Verlauf Russland die Krim und Teile des Donbasses besetzte. Laut Welt.de gilt die Auseinandersetzung als der größte Konflikt in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Er hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen, Infrastrukturen zerstört und die europäische Sicherheitsordnung nachhaltig verändert.

Ukraine wälzt Russlands Geländegewinne seit März im Jahr 2026 um
Photo: zeit.de
Moscow and Kyiv Clash Over Battlefield Reality
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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