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Welt

Französische Schüler protestieren gegen mangelhafte Schulbedingungen

Hunderte französische Oberschulen bleiben am Freitag nach landesweiten Protesten von Schülern gegen mangelhafte Bedingungen und zu lange Unterrichtszeiten geschlossen. Nach Angaben des Bildungsministeriums gab es an 564 Einrichtungen Zwischenfälle. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, Feuerbeschädigungen und rund 2.000 Festnahmen seit Beginn der Bewegung.

Französische Oberschüler haben am Freitag Barrikaden aus Feuer errichtet und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Schüler beklagen überlange Schultage, mangelhafte Bedingungen wie überhitzte Klassenzimmer sowie zahlreiche unbesetzte Lehrerstellen. Die Regierung erklärte, die Beschwerden seien zwar legitim, verurteilte jedoch gleichzeitig was sie als urban violence bezeichnete.

Students face riot police as protests over school conditions escalate in France • FRANCE 24

Schulschließungen und gewaltsame Zwischenfälle in Paris, Rennes und Brest

In der Hauptstadt brannten am Freitagmorgen die Eingangsbereiche von zwei Oberschulen. Betroffen waren das Lycée Léonard de Vinci im Süden sowie das Lycée Gaston-Bachelard im Südosten von Paris, wo die Feuerwehr anrücken musste, um die Brände zu löschen. Auch in anderen Städten wie Marseille wich man teilweise auf Fernunterricht aus. Im westlichen Rennes zeigten sich Schüler in schwarzer Kleidung und mit Sturmhauben nahe dem Jean-Macé-Lycée. As far as we’re concerned, we’ve won, our school is closed this morning, sagte die 16-jährige Schülerin Lola, die ihren Nachnamen nicht nennen wollte. Sie warf der Polizei den Einsatz von Tränengas und unverhältnismäßige Gewalt vor. Auch am Lycée Kérichen in Brest setzte die Polizei Tränengas ein.

Reaktionen von Bildungsminister Edouard Geffray und Justizminister Gérald Darmanin

Bildungsminister Edouard Geffray erklärte gegenüber dem Sender BFMTV, dass die Bewegung von ultra-violent fringe groups als Geisel genommen werde. Von den landesweit rund 3.700 Oberschulen blieben schätzungsweise 400 geschlossen. Seit Beginn der Proteste wurden laut Geffray mindestens 65 Schulmitarbeiter verletzt, darunter 40 Schulleiter. Zudem erlitten rund 170 Schüler Verletzungen, und mehr als 100 Oberschulen trugen schwere Schäden davon. Geffray appellierte an die Eltern: Parents must clearly step up and tell their children not to go zu den Protesten, um sie vor Gefahren auf der Straße zu schützen.

FRANCE SCHOOL PROTESTS: Police Clash With Students Over Education Cuts In Montpellier

Justizminister Gérald Darmanin kündigte im Sender RTL an, er habe Staatsanwälte angewiesen, Eltern für die von ihren Kindern verursachten Schäden haftbar zu machen und diese für Reparaturen zahlen zu lassen. Seit Beginn der Unruhen wurden rund 2.000 Personen in Polizeigewahrsam genommen, wovon nach Angaben des Ministers 90 Prozent Minderjährige waren.

Politische Dimension vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich

Die Proteste werfen nur gut ein halbes Jahr vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen hohe politische Wellen. Die Regierung wirft der linken Partei La France insoumise (LFI), deren prominenter Anführer Jean-Luc Mélenchon erneut für das Präsidentenamt kandidiert, eine Drahtzieherrolle bei den Schülerprotesten vor.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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