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Technik und Wissenschaft

NISAR-Satellit filmt historischen Vulkanausbruch auf Kamtschatka

Ein Erdbeobachtungssatellit hat eine Zeitrafferaufnahme des Vulkans Krasheninnikov auf der russischen Halbinsel Kamtschatka veröffentlicht. Die Aufnahmen dokumentieren, wie geschmolzenes Gestein nach einem heftigen Ozeanbeben im Juli 2025 erstmals seit knapp fünf Jahrhunderten den nördlichen Krater hinabströmt.

Der Vulkan Krasheninnikov auf der russischen Halbinsel Kamtschatka war seit etwa dem Jahr 1550 inaktiv. Im Dezember 2025 begann die Satellitenmission NISAR mit der Überwachung des Gebiets, kurz nachdem das Erdbeobachtungssystem seine post-start-Tests abgeschlossen hatte. Aus einer Höhe von 747 Kilometern erfasst der Satellit seither die landschaftlichen Veränderungen.

Ein schweres Ozeanbeben als Auslöser für den Ausbruch

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Laut den vorliegenden Berichten ging der vulkanischen Aktivität ein schweres Seebeben voraus. Am 30. Juli 2025 erschütterte ein Beben der Stärke 8,8 den nahegelegenen Ozean und versetzte den Vulkankomplex offenbar in Bewegung. Wenige Tage später brach der nördliche Vulkan von Krasheninnikov aus und förderte seither kontinuierlich geschmolzenes Gestein sowie Trümmer nach Osten.

Forscher des NISAR-Wissenschaftsteams trugen insgesamt 17 Radardaten-Frames aus dem Zeitraum von Dezember 2025 bis Mitte August 2026 zusammen. Die Animation zeigt detailliert, wie sich flüssige Lava in einer kleineren, inneren Caldera sammelt, von dort in einen breiteren Krater überläuft und sich schließlich fächerförmig ausbreitet.

Präzise NISAR-Radaraufnahmen dank L-Band-Technologie

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Die NISAR-Mission nutzt eine spezielle Verarbeitungstechnik namens Synthetic Aperture Radar (SAR), die vom Jet Propulsion Laboratory der NASA entwickelt wurde. Der Satellit sendet im Orbit Tausende von Mikrowellenimpulsen pro Sekunde zur Erde und empfängt die Reflexionen. Da Lava im Vergleich zu umgebendem Schnee oder blankem Boden Mikrowellen heller reflektiert, zeichnen sich die Lavaströme in den Aufnahmen deutlich heller ab.

Jedes Pixel in den einzelnen Bildsequenzen entspricht einer Fläche von etwa 10 mal 10 Metern. Der Satellit kehrt zweimal alle zwölf Tage an denselben Punkt im Orbit zurück — einmal aus südlicher und einmal aus nördlicher Richtung.

Matthew Pritchard erklärte, dass die Konsistenz von entscheidender Bedeutung sei, und betonte, dass die zweimal alle zwölf Tage in diesem hochauflösenden Modus und aus zwei Beobachtungsrichtungen erfolgende Datenerfassung das Potenzial von NISAR verdeutliche, Naturgefahren genau zu überwachen.

Pritchard, der vor mehr als zwanzig Jahren als Doktorand zu den Vulkanen Kamtschatkas geforscht hatte, verwies auf den technologischen Fortschritt. Damals seien analysenfertige Radardaten schwer zugänglich und von geringer Auflösung gewesen. Heute bietet die Mission hochauflösende Aufnahmen von weltweit rund 1.300 aktiven Vulkanen über dem Meeresspiegel, die problemlos über die Cloud abrufbar sind. Die Datenprodukte der L-Band-Radarinstrumente stellt das Alaska Satellite Facility Distributed Active Archive Center in Fairbanks bereit.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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