Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

DJI stellt Osmo Pocket 4P mit Dual-Objektiv-System vor

DJI hat am 15. Oktober 2026 die Osmo Pocket 4P vorgestellt. Die neue Gimbal-Kamera setzt auf ein Dual-Objektiv-System mit einer 1-Zoll-Hauptkamera und einer leichten Telekamera und ist in Europa zu Preisen ab 599 Euro erhältlich.

Zwei Objektive und unterschiedliche Brennweiten im Praxiseinsatz

Die Osmo Pocket 4P von DJI erweitert das Konzept des Vorgängers um eine zweite optische Perspektive. Während die Standardversion Osmo Pocket 4 für etwa 490 Euro zu haben ist, schlägt das neue Schwestermodell mit rund 600 Euro zu Buche. Die Konstruktion nutzt zwei physikalische Kameras mit eigenen Sensoren, anstatt lediglich digital in ein einzelnes Bild zu zoomen.

Für Landschaftsaufnahmen, Gruppenbilder und Vlogs greift das Gerät auf die Weitwinkelkamera mit einer 20-mm-Brennweite und einem 1-Zoll-Sensor zurück. Bei Bedarf wechselt die Kamera auf die zweite Linse mit einem 1/1,28-Zoll-Sensor und einer 60-mm-Telebrennweite. Beide Sensoren arbeiten unabhängig voneinander, sodass die volle Sensorfläche für die jeweilige Aufnahme erhalten bleibt.

Aufmacher dji osmo pocket blackpearl white
Foto: fotomagazin.de

Bildqualität, Dynamikumfang und LOFIC-Sensorik

Im Videobetrieb erreicht die Hauptkamera im D-Log-2-Modus mit 10 Bit Farbtiefe einen von DJI angegebenen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen. Möglich macht dies eine LOFIC-Bauweise (Lateral Overflow Integration Capacitor) des 1-Zoll-Sensors, die Technik-Interessierten bereits aus dem Smartphone-Bereich bekannt ist. Die Telekamera erreicht im D-Log-Modus solide 14 Blendenstufen.

Hinsichtlich der Auflösung unterstützen beide Module Videos in 4K. Bei Zeitlupenaufnahmen zeigt sich ein kleiner technischer Unterschied zwischen den Linsen: Die Weitwinkelkamera schafft bis zu 4K bei 240 Bildern pro Sekunde, während das Teleobjektiv bis zu 4K bei 200 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Fotografen können zudem Aufnahmen mit bis zu 37 Megapixeln als RAW- oder JPEG-Dateien sichern, wobei die Videoqualität im Test deutlich über der Fotoqualität rangierte.

DJI Osmo Pocket 4P quality test | lenses, zoom and D-LOG

Active Track 8 und erweiterte Software-Funktionen

Die automatische Motivverfolgung wurde auf Active Track 8 aktualisiert. Das System beherrscht ein Multi-Person-Tracking, das bis zu acht Personen im Bildausschnitt erkennt und automatisch zentriert. Nutzer können zudem bis zu drei feste Motive definieren, auf die die Kamera priorisiert scharfstellt.

Für die manuelle Steuerung steht neben dem Touchscreen ein kleiner Joystick bereit. Ergänzend sorgen automatische Schwenks wie Spinshot 90 und 180 Grad für dynamische Kamerafahrten, während integrierte Audio-Filter Windgeräusche reduzieren und Stimmen verstärken können.

Ausstattung, Pakete und Preise auf dem Markt

Das Gerät wird in verschiedenen Konfigurationen vertrieben. Das Basismodell für 599 Euro enthält neben der Kamera ein USB-C-Kabel, ein Fülllicht, eine Handschlaufe, einen Stativgriff und eine Transporttasche. Wer das erweiterte Zubehör bevorzugt, greift zur Vlog-Combo für 689 Euro, die ein Tischstativ, ein Funkmikrofon sowie einen zusätzlichen Vorschaubildschirm umfasst.

Im Testbetrieb zeigte sich, dass die Kamera bei anspruchsvollen Formaten wie 4K mit 240 Bildern pro Sekunde nach knapp einer halben Stunde wegen Überhitzung die Aufnahme abbrach. Längere Sessions in 4K mit 50 Bildern pro Sekunde liefen dagegen mehrere Stunden stabil. Tester betonen jedoch, dass sich der Anschaffungspreis vor allem für Anwender lohnt, die einen konkreten, regelmäßigen Bedarf für hochauflösende Videoproduktionen haben.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.