Fast zwei Monate nach dem Tod des bekannten Weißkopfseeadlers Jackie aus dem Big Bear Valley haben Wildtierexperten am Mittwoch, den 14. Oktober, die offiziellen Ergebnisse der Obduktion vorgelegt. Als Hauptursache für den schleichenden Verfall des prominenten Tieres wurde demnach hochpathogene Aviäre Influenza identifiziert.
Die Todesursache des weltweit im Livestream beobachtierten Vogels beschäftigte Tierschützer und Behörden seit ihrem Tod im Sommer. Am Mittwoch veröffentlichten das kalifornische Ministerium für Fisch und Wildtiere (CDFW), die San Diego Zoo Wildlife Alliance sowie das Ojai Raptor Center die umfassenden Untersuchungsergebnisse zu Patient 26-519 nach Wochen der Analyse.
Vogelgrippe als Auslöser einer komplexen Erkrankung
Entgegen der typischen Krankheitsverläufe bei der Geflügelpest präsentierte sich die Infektion bei dem Greifvogel in einer ungewöhnlichen Form. Die Pathologen stellten fest, dass das Virus in ihrem Magen ein schweres Geschwür verursachte.
Steve Kubiski erklärte: „Die Obduktion von Jackie bestätigte hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) als primäre zugrundeliegende Ursache für ihren gesundheitlichen Verfall.
Dieses Magengeschwür führte laut dem behandelnden Team zu anhaltenden inneren Blutungen, einer schweren Blutarmut sowie zu einer bakteriellen Sepsis während ihrer wochenlangen Behandlung. Weitere Untersuchungen schlossen eine Infektion mit dem West-Nil-Virus aus, während Schwermetalle sich im unbedenklichen Bereich bewegten. Wasservögel und Watvögel gelten in der Natur als Wirte für Aviäre Influenza-Viren, während Adler und andere Greifvögel durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder den Verzehr kranker Beute ausgesetzt sein können.

Im Sommer sorgte der Zustand der prominenten Adlerin für landesweite Aufmerksamkeit, nachdem sie im Juli geschwächt und dehydriert in der Nähe eines Parks am Boden aufgefunden wurde. Augenzeugen hielten die Auseinandersetzung mit zwei weiteren jüngeren Adlern auf Videomaterial fest. Wegen anhaltender Schwäche kam sie zur medizinischen Überwachung in die Obhut des Ojai Raptor Center, wo Tierärzte eine Bluttransfusion durchführten, um ihr in einer kritischen Phase zu helfen.
Spuren von Rattengift im System
Zwar ergab das toxikologische Screening Spuren von Brodifacoum, einem Antikoagulanzien-Rodentizid, sowie umweltbedingte Rückstände in ihrer Leber. Die pathologischen Untersuchungen zeigten jedoch keine Zeichen für jene unkontrollierten Blutungen, die typischerweise bei einer Vergiftung mit Rattengift auftreten berichten die Behörden. Das Gift wurde daher nicht als Hauptursache für den Tod eingestuft.
Die Ergebnisse zeigten laut einer Erklärung des CDFW: „Jackie litt unter mehreren schweren und miteinander verknüpften Krankheitsprozessen, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hatten und letztlich zu ihrem Verfall und Tod führten.
Chris Eksteen, Executive Director des Ojai Raptor Center, betonte, dass die Obduktionsergebnisse dabei geholfen hätten, die vielen während der stationären Behandlung beobachteten Befunde miteinander zu verknüpfen. Auch Meghan Hertel, Direktorin des CDFW, hob die tiefe Verbindung der Öffentlichkeit zu diesem ikonischen Vogel hervor und verwies darauf, dass die gewonnenen Erkenntnisse künftig bei der Behandlung und Pflege weiterer Adler helfen können.
Im Juli war der Greifvogel geschwächt und dehydriert nach einer Auseinandersetzung mit Artgenossen am Ufer des Big Bear Lake aufgelesen worden. Die anschließenden Rettungs- und Rehabilitationsversuche im Ojai Raptor Center blieben trotz Bluttransfusion erfolglos; das Tier starb am 10. August während der intensiven medizinischen Betreuung.

Einäscherung der sterblichen Überreste
Entsprechend den festgelegten Sicherheitsvorgaben zur Vermeidung einer Virusübertragung auf Mensch und Tier wurden die sterblichen Überreste des Adlers von der National Eagle Repository des US-Fisch- und Wildtierdienstes eingeäschert wie offizielle Stellen bestätigten. Dieser Schritt stieß bei einigen Anhängern zuvor auf Kritik, die eine dauerhafte Konservierung gefordert hatten.
Ihr langjähriger Partner Shadow ist der Region im Big Bear Valley indessen treu geblieben. Kameradaten zeigen nach Angaben der Wildtierbehörden keine Hinweise darauf, dass er oder die gemeinsamen Adlerküken erkrankt sind während Beobachter vor Ort bereits dokumentierten, dass Shadow in der Zwischenzeit Zeit mit einer neuen Partnerin verbringt.