Ein Pariser Gericht hat Kim Kardashian eine symbolische Entschädigung von einem Euro zugesprochen. Damit endete ein zivilrechtliches Verfahren im Anschluss an das Strafurteil wegen des spektakulären Raubüberfalls im Jahr 2016, bei dem Maskierte die Prominente in einem Luxushotel in der französischen Hauptstadt als Geiseln nahmen.
Symbolische Entschädigung nach dem Überfall in Paris
Fast zehn Jahre nach dem bewaffneten Raubüberfall im Hôtel de Pourtalès hat das Gericht in Paris über die zivilrechtlichen Entschädigungsansprüche entschieden. Der Reality-TV-Star Kim Kardashian hatte selbst die Summe von genau einem Euro als Schadenersatz beantragt, die das Gericht nun offiziell bestätigte. Die Entscheidung schließt an das im Mai 2025 gefällte Urteil an, bei dem ein französisches Gericht acht Männer wegen ihrer Beteiligung an dem Verbrechen schuldig gesprochen hatte.
Oktober 2016 während der Pariser Modewoche. Zwei als Polizisten verkleidete Täter drangen damals in die Suite der allein anwesenden US-Amerikanerin ein, fesselten sie mit Kabelbindern sowie Klebeband und hielten sie mit einer Waffe in Schach. Die Täter erbeuteten Schmuck im Wert von mehr als sechs Millionen Dollar, darunter einen vier Millionen Dollar schweren Diamantring, den ihr damaliger Ehemann, der Rapper Kanye West, ihr geschenkt hatte. Ein Großteil der Juwelen wurde bis heute nicht sichergestellt.
Hintergrund der Verurteilten und das Ende des Verfahrens
Die Tätergruppe erlangte in Frankreich wegen ihres fortgeschrittenen Alters schnell den Spitznamen „Opa-Räuber“ (im französischen Original „les papys braqueurs“). Mehrere der Hauptbeteiligten befanden sich zum Zeitpunkt des Prozesses bereits im siebten Lebensjahrzehnt. Da die Untersuchungshaft auf die Strafen angerechnet wurde, musste keiner der Verurteilten nach den Schuldsprüchen erneut ins Gefängnis, wie der zuständige Korrespondent berichtete.””
Während Kardashian und ihre ebenfalls anwesende Stylistin Simone Harouche mit ihrer symbolischen Forderung von jeweils einem Euro vor Gericht auf finanzielle Entschädigung verzichteten, fiel die Entscheidung für andere betroffene Parteien anders aus. Ein ehemaliger Rezeptionist des Hotels, der angab, durch die Tat schwer traumatisiert worden zu sein, erhielt eine Zahlung von umgerechnet rund 126.472 Dollar zugesprochen, nachdem er ursprünglich mehr als das Fünffache gefordert hatte. Dem Hotel selbst wurden zudem 50.000 Euro zugesprochen.
Reaktionen und rechtliche Aufarbeitung der Tat
In einer gemeinsamen Erklärung betonten Kardashian und ihre Stylistin Simone Harouche, dass es bei dem juristischen Schritt zu keinem Zeitpunkt um Geld gegangen sei. Die Entscheidung stehe für Verantwortlichkeit und Anerkennung, so die beiden US-Amerikanerinnen in ihrer Stellungnahme.

Wir sind dankbar für das französische Justizsystem, dass es uns als Opfer dieser schrecklichen Ereignisse anerkannt hat. Das Erlebnis war zutiefst traumatisch, und die Folgen begleiten uns bis heute. Kim Kardashian und Simone Harouche, gemeinsame Erklärung via Associated Press
Während des vorausgegangenen Strafprozesses hatte Kardashian ausgesagt, dass sie während des Raubes um ihr Leben fürchtete. Sie erklärte zudem, wie stark der Vorfall ihre Familie beeinflusst habe. Mit dem nun abgeschlossenen zivilrechtlichen Verfahren schließt das Kapitel um den historischen Pariser Juwelenraub auch vor Gericht ab, während die Betroffenen ihren Weg der Aufarbeitung fortsetzen.
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