Nach einem überraschenden Nicht-Einsatz im Länderspiel gegen Norwegen verließ Cristiano Ronaldo das Teamcamp der portugiesischen Nationalmannschaft. In einem ausführlichen Statement am Dienstag wirft der 41-jährige Kapitän Trainer Jorge Jesus Wortbruch vor, entschuldigt sich für seinen Abgang und kündigt an, nach einer verhängten Sperre wieder für Portugal spielen zu wollen.
Der Streit in Oslo und Ronaldos Abreise aus dem Quartier
Die Spannungen im portugiesischen Nationalteam eskalierten während der Nations-League-Partie gegen Norwegen. Beim 2:1-Sieg saß Cristiano Ronaldo 90 Minuten lang auf der Bank. Jorge Jesus, der portugiesische Nationaltrainer, hatte ihm am Spieltag in Aussicht gestellt, ihn rund 30 Minuten einzusetzen. Diese Anfrage wich von seinem Plan für Regeneration und Training ab – da er eigentlich erst am 4. im „Dragão“ spielen sollte, wie der 234-fache portugiesische Nationalspieler in seinem offenen Brief am Dienstag erklärte. Nach Abpfiff ging der Kapitän nicht zu den Fans, um sie zu grüßen. Der Rekordtorschütze sprach von einem Fehler, der nicht hätte passieren dürfen, und reiste mit einem Privatjet mitten in der Nacht nach Madrid ab.”
Am Tag nach der Abreise reagierte der Nationaltrainer zunächst knapp auf die Situation. Im langen Nations-League-Fenster besiegte Portugal derweil nach Wales (1:0) und Norwegen (2:1) auch Dänemark (4:2) sowie ein weiteres Mal Erling Haalands Norweger mit 2:1. Sportlich hat Jesus, der Ronaldo in der Vorsaison noch in Saudi-Arabien bei Al-Nassr trainierte, also alle Argumente. Die mit Ronaldo befreundeten Journalisten Edu Aguirre (38) und Piers Morgan (61) beschuldigten Coach Jesus öffentlich, Ronaldos Wort bezüglich einer öffentlichen Entschuldigung gebrochen zu haben. Rio Ferdinand und Piers Morgan stehen indes hinter dem Captain. Für CNN-Portugal-Kommentator Rui Santos ist klar: Solange Jorge Jesus Nationaltrainer ist, spielt Cristiano Ronaldo nie mehr für Portugal. Verbandspräsident Pedro Proença musste bereits vermittelnd eingreifen und kündigte an, sich alle zusammenzusetzen, um eine Lösung für das Missverständnis zu finden.

Ronaldos Abrechnung mit Trainer Jorge Jesus
Auf Wunsch des Trainers fand anschließend eine Videokonferenz zwischen ihm, Simão Coutinho und Tiago Craveiro (strategischer Berater von Ronaldo; d. Die Abmachung war einfach: Der Trainer würde die Pressekonferenz mit diesem Thema beginnen und versuchen, die Angelegenheit durch die Wahrheit zu klären.
Er räumt eigene Fehler ein – beschuldigt Trainer Jesus aber auch.
„Ich schulde auch meinen Kollegen in der Nationalmannschaft eine Entschuldigung dafür, dass ich das Trainingslager verlassen habe. Trotz des absoluten Vertrauensbruchs seitens des Trainers – was Zeugen dieser Gespräche bestätigen können – hätte ich das nicht tun dürfen.“
Der Abrechnung von Cristiano Ronaldo entgegnete der Nationaltrainer Jorge Jesus zunächst nur zwei kompakte Sätze. Im Plan, den Jesus für Ronaldo entwarf, war das Spiel in Norwegen nicht vorgesehen; dennoch hatte der Coach den Eindruck, dass er sich vom ersten Einsatz körperlich erholt hatte, und kündigte ihm an, dass er ihn möglicherweise brauchen würde. Jesus unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2030 und verantwortet demnach nicht nur die Nations League im nächsten Sommer sowie die EM 2028 in Großbritannien, sondern auch die Heim-WM in knapp vier Jahren.

Forderung nach harter Strafe und Ausblick auf die Zukunft
Trotz der scharfen Kritik an der Verbandsführung und dem Trainer betonte der 41-Jährige, dass er seine Karriere in der Nationalmannschaft noch nicht beenden will.
Die Disziplinarordnung des portugiesischen Fußballverbands (FPF) sieht für Ronaldos Vergehen ganz konkrete Sanktionen vor. Trainer Jorge Jesus lässt dem Superstar die Tür für eine Rückkehr offen, betonte jedoch, dass die Entscheidung nicht allein bei ihm liege.
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