Alejandro G. Iñárritus und Tom Cruises hochbudgetierte Klima-Satire „Digger“ ist an den Kinokassen mit einem weltweiten Einspielergebnis von 20 Millionen Dollar und einem US-Debüt von 8 Millionen Dollar gescheitert. Der voraussichtliche Verlust von bis zu 150 Millionen Dollar trifft Warner Bros. am Ende als eigenständiges Studio.”
Die von Alejandro G. Iñárritu inszenierte schwarze Komödie „Digger“ blieb zum Kinostart weit hinter den Erwartungen zurück und bescherte dem Studio einen massiven Kassenflop. Branchenquellen gehen davon aus, dass der Film nach einem weltweiten Start von rund 50 Millionen Dollar und einem US-Einspielergebnis von nur 8 Millionen Dollar einen Nettoverlust von etwa 150 Millionen Dollar einfahren wird. Der Kinostart am 2. Oktober markiert für den Hauptdarsteller den niedrigsten Eröffnungswert seit 19 Jahren.”
Der Oscar-prämierten Regisseur Alejandro G. Iñárritu, der zuvor für Werke wie „Birdman“ und „The Revenant“ international gefeiert wurde und zwei Regie-Oscars in Folge gewann, lieferte mit dem Film sein achtes Spielfilmprojekt ab. Der erste Trailer war gezielt als Zusammenschnitt von Cruise-Klassikern aufgemacht worden, wobei ein Slogan das Publikum fragte, ob man je einem Mann mehr vertraut habe. Die Marketingkampagne begleitete den Start mit einem auffälligen GQ-Interview sowie einem Auftritt bei Jennifer Hudson.””
Millionen-Produktionskosten und ein rasanter Absturz an den Kinokassen
Das Budget für das Projekt lag Berichten zufolge zwischen 150 und 180 Millionen Dollar, während die reinen Marketingkosten auf etwa 100 Millionen Dollar geschätzt werden. Trotz des immensen Aufwands und einer weltweiten Werbekampagne lief das Publikum den Kinos Türen und Toren nicht ein. Der Zuspruch im Kino spiegelt auch die von Branchenbeobachtern hervorgehobene Ambivalenz des Stoffs wider.
Die Reaktionen auf den Film zeichneten ein geteiltes Bild. Auf der Kritikerplattform Rotten Tomatoes erntete das Werk gemischte Noten von rund 51%, während das Publikum bei der Premiere einen C+-Wert vergab.
Paul Dergarabedian von Rentrak sagte: „Angesichts seiner außergewöhnlichen Historie mit Paramount verleiht das Timing der Geschichte gewiss eine interessante Note, aber ein einzelner Film löscht weder jahrzehntelangen Erfolg noch den Wert aus, den er für ein Studio mitbringt.
Prothesen, eine verdeckte Handlung und ein folgenschwerer Twist
Für seine Rolle als gealterter Ölmagnat Rockwell Digger, der in Grönland nach Öl bohrt und eine globale Klimakatastrophe auslöst, unterzog sich Cruise einer extremen Verwandlung. Regisseur Alejandro G. Iñárritu ließ den Hollywood-Star mit aufwendigen Prothesen und künstlichem Bierbauch auftreten. Um die Maske rechtzeitig anzupassen, liefen laut Berichten Stoppuhr-Drills am Set ab, die die Vorbereitungszeit von sechs Stunden auf unter eine Stunde drückten. Dennoch griff das Publikum weder wegen der Verwandlung noch wegen der prominenten Co-Stars wie John Goodman als US-Präsident Compson, Riz Ahmed als skeptischem Wissenschaftler, Sandra Hüller oder Jesse Plemons als Verwandtem namens Kenny zu, der das Stück finanzierte.

Einen entscheidenden Anteil an der Entfremdung der Zuschauer hatte laut Analysen die Struktur des Films selbst. Die Mitwirkenden spielen seither Schauspieler in einer Aufführung. Diese metatextuelle Ebene, die stilistisch Anklänge an Werke wie Stanleys Kubricks Arbeiten, John Cassavetes’ „Opening Night“ oder Charlie Kaufman’s „Synecdoche, New York“ sucht, spaltete das Publikum und entzog der traditionellen Star-Präsenz von Tom Cruise das gewohnte Fundament. Kritiker und Besucher reagierten irritiert auf den abrupten Tonwechsel, den viele als fingerzeigenden Klima-Dauerkritik empfanden.””
Der Abgang von Warner Bros. und die Reaktionen im Netz
Der finanzielle Totalschaden traf die Studioleitung von Warner Bros. zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die verantwortlichen Manager Michael De Luca und Pamela Abdy mussten das Studio im Zuge der anstehenden Übernahme durch Skydance verlassen. Zwar war der Abgang offiziell nicht primär an „Digger“ gekoppelt, doch reiht sich der Misserfolg in eine Serie kostspieliger Flops ein. In starkem Kontrast zu den verhaltenen Ticketverkäufen stand eine extrem intensive Online-PR-Kampagne, bei der Influencer aus aller Welt zu exklusiven Vorschauen und Treffen mit Cruise eingeflogen worden waren.”
Jahrhunderts, was im Netz spöttische Kommentare über gekaufte Promo-Aktivitäten auslöste. Kritische Stimmen merkten an, dass die Kluft zwischen hyperventilierenden Social-Media-Lobeshymnen und der harten Realität an den Kinokassen kaum größer hätte sein können.
Was nach dem Kassenflop für das Studio und die Beteiligten bleibt
Ob „Digger“ als reines Warnsignal für Autorenfilme mit Blockbuster-Budgets im Gedächtnis bleibt oder als riskantes Kunstexperiment gewürdigt wird, ist offen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Iñárritu nach diesem finanziellen Desaster so schnell kein Budget in dreistelliger Millionenhöhe mehr erhalten wird. Tom Cruise hat unterdessen die Konsequenzen gezogen und das nächste Projekt angekündigt: Schon für den Sommer 2028 ist die Fortsetzung eines bewährten Action-Klassikers geplant.”