Dem 31-jährigen Fußballer drohen nach einer Kollision mit seinem Lamborghini auf der Autobahn M3 im Mai bis zu zwei Jahre Haft.
Wie aus den am Dienstag verlesenen Gerichtsakten und polizeilichen Ermittlungen hervorgeht, steuerte der 31-Jährige seinen rund 270.000 Pfund teuren Lamborghini Urus am 28. Mai über längere Strecken in Schlangenlinien über die Autobahnen M25 und M3. Zeugen und nachfolgende Autofahrer beobachteten, wie der Sportler während der Fahrt wiederholt an großen Luftballons hantierte, die mit dem als Droge genutzten Lachgas gefüllt waren.
Fahrten unter Lachgas-Einfluss und Festnahme an der M3
Die Verfolgungsjagd und die darauffolgenden Ereignisse wurden durch Dashcam- und Polizeivideos dokumentiert, die die Dimensionen des Vorfalls verdeutlichen.
Bereits rund sieben Stunden vor dem eigentlichen Unfall war das Fahrzeug im Bereich eines McDonald’s-Parkplatzes aufgefallen, wo der Fahrer nach Zeugenaussagen einen pinken Ballon hielt. Am Morgen gegen 7.45 Uhr dokumentierten weitere Verkehrsteilnehmer, wie der Wagen über drei Spuren hinweg unkontrolliert schwankte und beinahe in die Mittelleitplanke prallte. Die Fahrt endete schließlich an der Anschlussstelle Minley in der Grafschaft Hampshire, als der Lamborghini von der Fahrbahn abkam, eine Metallabsperrung rammte und mit zerstörten Reifen zum Stehen kam.
Auf Bodycam-Aufnahmen ist zu sehen, wie Beamte mehrere Lachgasflaschen und einen deflamierten Ballon im Fahrzeuginneren sichern. Der aus Berkshire stammende Fußballer versuchte laut den Einsatzkräften zunächst, die Substanzen auf die Rückbank zu schaffen. Vor Gericht gestand er ein, dass er ein Problem mit Ballons
habe.
Rechtliche Konsequenzen und drohende Haftstrafe bis November
Vor dem Gericht in Basingstoke bekannte sich Raheem Sterling in allen Punkten schuldig. Er gab zu, das Fahrzeug gefährlich geführt, Lachgas zum Zwecke der unerlaubten Inhalation besessen und die Abgabe einer Probe verweigert zu haben. Während ein Atemtest den Konsum von Alkohol, Kokain oder Cannabis ausschloss, lehnte der Spieler eine spätere Blutprobe ab, weil er auf die Anwesenheit eines selbst gewählten Anwalts bestand.

Das Gericht verhängte daraufhin ein sofortiges Fahrverbot gegen den Engländer. Über das konkrete Strafmaß wird erst am 25. November verhandelt, nachdem eine Bewährungshilfe einen Vorbereitungsbericht erstellt hat. Das Vergehen des gefährlichen Fahrens zieht im Vereinigten Königreich grundsätzlich Haftstrafen von bis zu zwei Jahren nach sich. Während das zuständige Magistrates’ Court in der Regel auf maximal zwölf Monate Freiheitsstrafe begrenzt ist, bleibt abzuwarten, ob der Fall an ein höheres Gericht verwiesen wird.
Tiefpunkt einer krisengeschüttelten Profikarriere
Die juristischen Probleme fallen in eine sportlich schwierige Phase für den 82-maligen Nationalspieler, der unter anderem vier englische Meisterschaften mit Manchester City feierte und an Turnieren wie der Weltmeisterschaft 2018 sowie dem EM-Finale 2020 teilnahm. Im Sommer 2022 wechselte er für eine Ablösesumme von rund 47,5 Millionen Pfund (etwa 50 Millionen Euro beziehungsweise 65,5 Millionen US-Dollar) zum FC Chelsea, wo er bis zu seinem Abschied im Januar 2026 unter Vertrag stand.

Nachdem er unter Trainer Enzo Maresca aus dem Profikader aussortiert worden war und eine Leihe zu Arsenal keinen nachhaltigen Formanstieg brachte, folgte ein kurzer Aufenthalt beim niederländischen Ehrendivisionär Feyenoord. Dieser Vertrag lief am Ende der Saison 2025/26 aus, womit Sterling seit dem Sommer ohne Verein ist.
Aus dem direkten Umfeld des Spielers wurden im Zuge der Vorwürfe psychische Belastungen und schwerer Druck themensiert. <a href="https://sports.yahoo.com/articles/raheem-sterling-charged-dangerous-driving-184603420.
Bis zum Verkünden des Urteils am 25. November muss sich der Stürmer nun auf die anstehenden juristischen Schritte konzentrieren. Der Umgang mit der Substanz Lachgas – die seit November 2023 im Vereinigten Königreich als kontrollierte Droge der Klasse C eingestuft ist und schwerwiegende gesundheitliche Risiken wie Herzinfarkte und Hirnschäden bergen kann – rückt durch den prominenten Fall erneut in den Fokus der britischen Öffentlichkeit.
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