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Pentagon plant Live-Übertragung der Hinrichtung von Nidal Hasan

Das Pentagon plant, die Hinrichtung des verurteilten Massenmörders Nidal Hasan per Erschießungskommando am 3. Dezember im texanischen Fort Hood live im Internet zu übertragen. Der Schritt, den Präsident Donald Trump auf Empfehlung von Verteidigungsminister Pete Hegseth billigte, bricht mit jahrzehntelanger US-Praxis und stößt international auf scharfe Kritik.

Warum das US-Militär die Erschießung von Nidal Hasan plant

Der frühere Militärpsychiater Nidal Hasan sitzt seit einem im August 2013 gefällten Urteil eines Militärgerichts in der Todeszelle (laut Reuters). Damals sprach ihn eine Jury in 45 Fällen des vorsätzlichen Mordes und versuchten vorsätzlichen Mordes schuldig. Am 5. November 2009 hatte Hasan in einer medizinischen Einrichtung des Stützpunkts Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet, 13 Menschen getötet und 31 beziehungsweise 32 weitere verletzt, kurz vor einer geplanten Verlegung nach Afghanistan. Während der Tat rief er laut Berichten auf Arabisch, dass Gott der Größte sei, und gestand später, die Schießerei unternommen zu haben, um US-Streitkräfte davon abzuhalten, in Afghanistan Muslime zu töten. Seit seiner Festnahme sitzt Hasan gelähmt im Rollstuhl.

Pentagon plant Live-Übertragung der Hinrichtung von Nidal Hasan
Foto: npr.org

Verteidigungsminister Pete Hegseth trieb die Anordnung für ein Erschießungskommando voran. Präsident Donald Trump billigte die Maßnahme, wie das Pentagon bestätigte. Vizepräsident JD Vance erklärte hingegen auf Nachfragen, er wisse nicht, ob die Übertragung tatsächlich stattfinden werde, und fügte hinzu, dass er sie sich jedenfalls nicht ansehen werde.

Welche historische Dimension das geplante Vorgehen hat

Sollte die Hinrichtung wie geplant stattfinden, wäre es die erste Vollstreckung der Todesstrafe durch das US-Militär seit 1961 (gemäß Angaben der Gruppe Death Penalty Action). Damals geschah dies durch den Strang an dem Soldaten John Bennett, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen auf einer Basis in Österreich verurteilt worden war. Ein Erschießungskommando des Militärs kam zuletzt am 31. Januar 1945 zum Einsatz.

Trump asked about livestream of firing squad execution

Besonders die Ankündigung einer Live-Übertragung bricht mit allen modernen westlichen Gepflogenheiten. Experten betonen, dass staatliche Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten noch nie im Fernsehen oder per Livestream gezeigt wurden; der letzte Fall einer begrenzten Übertragung war die geschlossene Fernsehkraft-Übertragung der Giftspritze für den Attentäter Timothy McVeigh im Jahr 2001 für Verwandte von Opfern. Eugene Fidell, Anwalt, Autor und Experte für Militärrecht, der an der Yale Law School lehrt, erklärte laut Reuters: „Es wäre extrem, extrem seltsam“, wobei er betonte, dass ein solcher Livestream nach seinem Wissen völlig beispiellos sei. Auch die Direktorin des Death Penalty Information Center, Robin Maher, erklärte, dass keinerlei Aufzeichnungen oder Präzedenzfälle für eine öffentlich zugängliche oder übertragene Militärhinrichtung existieren. Weltweit sind öffentliche Hinrichtungen äußerst selten geworden; Kritiker vergleichen die Praxis mit Vorgehensweisen in Ländern wie Iran und Afghanistan. Historisch fanden letzte bekannte öffentlich sanktionierte Hinrichtungen unter großer Teilnahme statt, wie etwa die hängende Vollstreckung an Rainey Bethea im Jahr 1936 in Owensboro, Kentucky, bei der rund 20.000 Menschen anwesend waren.”

Wie Verteidigungsminister Pete Hegseth und Kritiker die Live-Übertragung bewerten

Hegseth verteidigte das Vorhaben im programmatischen Gespräch mit dem Sender Real America’s Voice.

Pentagon plant Live-Übertragung der Hinrichtung von Nidal Hasan
Foto: morgenpost.de

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte: „Wir werden dafür sorgen, dass die Leute es sehen können, dass es öffentlich ist. Denn die Leute müssen verstehen, dass … das ernsthafte Konsequenzen für solche Arten von Taten hat.

Kritiker widersprechen dieser Darstellung scharf und verweisen auf den historischen Kontext. So zitierte ein Senator den antiken Philosophen Seneca mit der Warnung, dass blutige Schauspiele die Menschen korrumpieren, die sie betrachten, und dass eine Zivilisation erodiere, wenn sie ein Verlangen nach Exekutionen als Unterhaltung kultiviere. Militärrechtler und Historiker wie Dwight Lurie erklärten zudem, dass es keine überzeugenden Gründe für eine öffentliche Zurschaustellung gebe und sich die Frage stelle, wer so etwas überhaupt sehen wolle.

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Welche juristischen Schritte vor dem Termin am 3. Dezember noch möglich sind

Ob der Termin am 3. Dezember tatsächlich gehalten werden kann, ist offen. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass Nidal Hasan noch Rechtsmittel wie Habeas-corpus-Verfahren in Bundesgerichten einlegen kann, die den Vollstreckungstermin möglicherweise um Jahre verzögern könnten. Auch die genauen Modalitäten der Durchführung durch die Soldaten bleiben geheim, einschließlich der genauen Zahl der Schützen, während in anderen Bundesstaaten bei Erschießungskommandos der Gefangene auf einem Stuhl fixiert wird.

Unter den Opfern und deren Familien sowie Beobachtern herrscht derweil gemischte Anspannung angesichts der beispiellosen Natur des bevorstehenden Verfahrens auf dem Stützpunkt in Texas.

Pentagon plant Live-Übertragung der Hinrichtung von Nidal Hasan
Foto: geo.tv
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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