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Gesundheit

Oxford-Studie: Sehr heiße Getränke verdreifachen Speiseröhrenkrebs-Risiko

Wissenschaftler der University of Oxford haben in einer Untersuchung mit fast einer Million britischen Erwachsenen festgestellt, dass der regelmäßige Konsum von sehr heißen Getränken das Risiko für eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs verdreifachen kann. Die Forscher raten dazu, Kaffee und Tee vor dem Trinken etwas abkühlen zu lassen.

Wer seinen Kaffee oder Tee am Morgen am liebsten kochend heiß trinkt, setzt seine Speiseröhre möglicherweise einem erhöhten Krebsrisiko aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die im International Journal of Cancer veröffentlicht wurde. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das sogenannte Ösophagus-Plattenepithelkarzinom (SCC), eine Krebserkrankung, die in den Zellen der Schleimhaut der Speiseröhre entsteht.

Millionenstudie aus Großbritannien zeigt deutlichen Temperaturbezug

Für die Untersuchung analysierten Wissenschaftler Daten von fast einer Million Menschen in Großbritannien. Rund die Hälfte der Probanden stammte aus der Million Women Study, während die andere Hälfte aus der UK Biobank rekrutiert wurde. Die Teilnehmer wurden über Zeiträume von im Schnitt elf bis vierzehn Jahren begleitet.

Dabei gaben die Teilnehmer an, wie heiß sie ihre Getränke bevorzugen und wie häufig sie diese konsumieren. Die Auswertung ergab, dass Personen, die ihre Getränke als sehr heiß bezeichneten, ein rund dreimal so hohes Risiko für die genannte Krebsart aufwiesen wie jene, die ihre Getränke lediglich warm tranken. Wer seine Getränke als heiß einstufte, trug ein etwa 1,7-mal so hohes Risiko.

Thermische Verletzungen und biologische Mechanismen

Hinter der Entstehung der Erkrankung steht laut medizinischer Einschätzung keine spezifische Eigenschaft von Tee oder Kaffee, sondern die physikalische Einwirkung von Hitze. Die Studie klassifizierte Getränke mit Temperaturen von 65 Grad Celsius oder mehr als sehr heiß.

Oxford-Studie: Sehr heiße Getränke verdreifachen Speiseröhrenkrebs-Risiko
Photo: aol.com

Dr. Aaron Sasson, Leiter der chirurgischen Onkologie und Co-Direktor des Teams für gastrointestinale Onkologie am Stony Brook Cancer Center in New York, erklärte, dies sei vergleichbar mit einer Verbrennung an der Hand, bei der ebenfalls ein erhöhtes Risiko bestehe, ein Plattenepithelkarzinom der Hand beziehungsweise Hautkrebs in dem verbrannten Bereich zu entwickeln, und man solle sich dies wie eine ständige Wiederholung einer Verbrennung der Speiseröhre vorstellen.

Die ständige thermische Reizung führt zu Mikroverletzungen und chronischen Entzündungen der Schleimhaut. Der Körper versucht, diese geschädigten Zellen fortlaufend zu reparieren, was langfristig zu fehlerhaften Zellteilungen führen kann.

Konsumhäufigkeit und Einschränkungen der Datenlage

Neben der Temperatur spielt auch die Menge eine Rolle. Wer täglich sechs oder mehr heiße Getränke zu sich nahm, verzeichnete ein um 71 Prozent erhöhtes Risiko für die Erkrankung im Vergleich zu Wenigtrinkern, wie die Auswertung der Trinkgewohnheiten verdeutlicht. Dennoch betonen Experten, dass die absolute Wahrscheinlichkeit für diese Krebsart in westlichen Ländern gering bleibt.

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Photo: Nypost

Als wesentliche Einschränkung der Untersuchung gilt, dass die Temperaturen der Getränke nicht direkt im Labor gemessen wurden, sondern auf den subjektiven Einschätzungen der Teilnehmer basierten.

Präventionsmaßnahmen im Alltag

Die Studienautoren betonen, dass niemand seinen morgendlichen Kaffee oder Tee aufgeben muss. Es reiche völlig aus, dem frisch aufgebrühten Getränk einige Minuten Zeit zum Abkühlen zu geben, bevor man es verzehrt.

Keren Papier, Ernährungsepidemiologin an der University of Oxford, erklärte, dass diese Ergebnisse nicht bedeuten, dass Menschen aufhören müssen, Tee oder Kaffee zu trinken, sondern dass man seine Getränke vor dem Verzehr einfach ein wenig abkühlen lassen solle.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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