Ein weltweiter Ausverkauf von Staatsanleihen hat den US-Dollar im September 2026 auf ein 17-Monats-Hoch gegenüber dem Euro getrieben. Steigende Energiepreise und hohe Staatsschulden schüren Inflationssorgen, während Renditen für 10-jährige US-Anleihen den höchsten Stand seit 2002 erreichen.
Global bond selloff boosts dollar, pressures euro
Die globalen Finanzmärkte erleben einen historischen Einbruch am Anleihemarkt. Im September verzeichneten Staatsanleihen den größten monatlichen Rückgang seit Jahren, wodurch die Renditen weltweit massiv kletterten. Ausgelöst wurde die Talfahrt durch eine Gemengelage aus hartnäckig hohen Energiepreisen infolge des Iran-Krieges, robuster Wirtschaftswachstumserwartungen und massiven staatlichen Ausgabenprogrammen.
Globaler Ausverkauf von Anleihen hält an, US-30-Jahres-Rendite auf höchstem Stand seit 2004
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte im Verlauf der Handelssitzung auf bis zu 5,34 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit 2002. Auch die 30-jährigen US-Renditen legten kräftig zu und erreichten 5,48 Prozent, den höchsten Wert seit 2004, wie Daten von Yahoo belegen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Europa wider. In Frankreich gerieten die Staatsfinanzen unter starken Druck, was die Risikoaufstände gegenüber Deutschland ausweitete und die Renditen französischer Schuldtitel auf ein 14-Jahres-Hoch trieb. Deutsche Bundesanleihen blieben von der Verkaufswelle ebenfalls nicht verschont; die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte im Monatsverlauf zeitweise über 3,6 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 17 Jahren.
Experten verweisen auf eine Kombination aus geldpolitischen Erwartungen und fiskalischen Lasten als Haupttreiber.
Brian Daingerfield, Leiter der G10-Devisenstrategie bei NatWest Markets, sagte: „Die höheren Renditen wurden durch eine Kombination von Faktoren angetrieben, insbesondere durch Sorgen hinsichtlich der Fiskalpolitik, einschließlich einiger Schwächen an den französischen Anleihemärkten, die möglicherweise auf die globalen Märkte übergreifen, sowie durch anhaltende Sorgen bezüglich der Energiepreise und einer höheren Inflation.
High Government Debt Is Adding Fuel to the Global Bond-Market Selloff
Gleichzeitig treibt the massive Ausbau der künstlichen Intelligenz (AI) den Kapitalbedarf und die Emission von Unternehmensanleihen voran, was Treasurys zusätzliche Konkurrenz beschert. In Deutschland rechnet die Finanzagentur im Jahr 2026 mit einer Rekord-Nettokreditaufnahme von 525,5 Milliarden Euro (rund 598 Milliarden US-Dollar).
Rendite 10-jährige US-Staatsanleihen erreicht Höchststand von 2002, was Hypotheken- und Kreditzinsen steigen lässt
Für Verbraucher schlagen sich die gestiegenen Renditen unmittelbar in Form verteuerter Kredite nieder. US-Hypothekenzinsen für 30-jährige Darlehen liegen rund einen Prozentpunkt höher als vor Kriegsbeginn und erreichen mit rund 7 Prozent ihren höchsten Stand seit zwei Jahren.

Brian Therien, Senioranalyst bei Edward Jones, erklärte: „Der unmittelbarste Effekt zeigt sich typischerweise bei variabel verzinslichen Schulden wie Kreditkarten, Rahmenkrediten auf das Eigenkapital von Immobilien und Hypotheken mit variablem Zinssatz. Die Zinsen für diese Kredite sind oft enger an kurzfristige Leitzinsen gekoppelt als an längerfristige Zinssätze.
Auf der anderen Seite profitieren Sparer und Festverzinsliche von den höheren Zinsen. Tagesgeldkonten, Geldmarktfonds und Zertifikate werfen wieder attraktivere Erträge ab, sofern die Inflation die Zinsgewinne nicht vollständig aufzehrt.
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