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Unternehmen

US-Staatsanleihen: Zehnjährige Rendite steigt auf höchsten Stand seit 2007

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe ist am 15. Auslöser für den Ausverkauf am Anleihemarkt sind hartnäckige Inflation, steigen­de Energiepreise sowie die Erwartung einer bevorstehenden Zinserhöhung durch die Federal Reserve.

Der Ausverkauf am US-Anleihemarkt hat am Dienstag historische Dimensionen erreicht. Die Benchmark-Rendite für zehnjährige US-Staatspapiere kletterte im frühen Handel um mehr als 6 Basispunkte auf 5,01% und markierte damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2007.

Drei treibende Kräfte hinter den steigenden Renditen

Hinter dem rasanten Anstieg stehen nach Marktanalysen vor allem drei kollidierende Faktoren. Zum einen treiben geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise für WTI- und Brent-Rohöl seit längerem über die Marke von 100 Dollar je Barrel. Hohe Energiekosten wirken wie eine Sondersteuer für Verbraucher und Unternehmen und heizen die Inflation an, die sich hartnäckig über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank hält.

Hinzu kommt die schiere Masse an Staatsschulden. Die Gesamtverschuldung der Vereinigten Staaten beläuft sich auf rund 39 Billionen Dollar, wodurch das Finanzministerium gezwungen ist, kontinuierlich neue Anleihen in großem Stil zu emittieren. Eine Auktion zehnjähriger Papiere im Volumen von 42 Milliarden Dollar Mitte August brachte bereits die höchste Emissionsrendite seit 2007 hervor.

Als dritter Faktor kommt der enorme Kapitalbedarf der US-Wirtschaft hinzu. Unternehmen leihen sich aggressiv Gelder, um den Infrastrukturaufbau im Bereich der künstlichen Intelligenz zu finanzieren, und konkurrieren damit direkt mit dem Staat um den gleichen Pool an Investorengeldern.

Die Rolle der Federal Reserve und die Erwartungen der Märkte

Die Talfahrt der Anleihekurse vollzieht sich unmittelbar vor einer richtungsweisenden zweitägigen Zinssitzung der Federal Reserve. Da die Inflationswerte vom August das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank deutlich übertrafen, preisen Händler über das CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von einer Mehrheit für eine weitere Zinserhöhung um einen viertel Prozentpunkt ein.

Jonathan Liang, Leiter für festverzinsliche Wertpapiere und Devisen bei Standard Chartered, erklärte via CNBC, dass zehnjährige US-Staatsanleihen äußerst empfindlich auf Inflationserwartungen reagieren und diese enge Korrelation angesichts von Inflationsindikatoren, die weiterhin über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed liegen, voraussichtlich noch eine Weile anhalten wird.

US-Staatsanleihen: Zehnjährige Rendite steigt auf höchsten Stand seit 2007
Photo: cryptobriefing.com

Experten verweisen zudem auf die ungewöhnlich starke Kopplung zwischen den Energiemärkten und den Renditen. Die Einmonats-Korrelation zwischen den Rohölpreisen und der zehnjährigen Anleihe hat laut Daten von BMO Capital Markets einen Wert von 0,96 erreicht.

Speaking simplistically, higher oil prices lead to higher inflation expectations and vice versa. Normally, the relationship isn’t as clean as it is now, but the geopolitical drivers behind the price of oil and global inflation are so prominent that the normally modest correlation has become much tighter. Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers, via CNBC

Konsequenzen für Aktienmärkte und Verbraucherkredite

Aktien müssen nun mit Anleihen konkurrieren, die verlässliche Renditen abwerfen, was die Risikoprämie für Aktien spürbar drückt. Besonders Wachstums- und Technologiewerte leiden unter dieser Entwicklung, da höhere Diskontsätze künftige Gewinne in heutigen Dollars entwerten.

US-Staatsanleihen: Zehnjährige Rendite steigt auf höchsten Stand seit 2007
Photo: CNBC

Für Verbraucher schlagen sich die gestiegenen Kapitalkosten direkt im Alltag nieder. Hypothekenzinsen, die eng an die zehnjährige Anleihe gekoppelt sind, ziehen an, während Autokredite teurer werden und Kreditkartenraten auf hohem Niveau verharren. Dies dämpft letztlich den privaten Konsum, der als wesentlicher Motor einen Großteil der US-Wirtschaft antreibt.

Neben dem zehnjährigen Papier geraten auch andere Laufzeiten unter Druck. Für die Märkte wird in den kommenden Tagen weniger der Zinsentscheid selbst als vielmehr die Kommunikation der Notenbank darüber entscheiden, wie lange das Umfeld höherer Zinsen anhalten wird.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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