SPÖ-Chef Andreas Babler hat in Wien seinen schrittweisen Rückzug als Parteivorsitzender und Vizekanzler angekündigt, nachdem massiver Druck aus den Landesorganisationen und schlechte Umfragewerte den Weg bereitet hatten.
Die Entscheidung folgte auf eine stundenlange Krisensitzung am Sonntag im Wiener Hotel Steigenberger in der Herrengasse. Dort hatten sich die neun Landesparteichefs, die SPÖ-Frauen und die Gewerkschaft zusammengefunden, um über die Zukunft der Sozialdemokraten zu beraten. Wie sich Babler wehrte und welche Bedingungen das interne Ringen begleiteten, zeigte den tiefen Graben innerhalb der Partei.
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Lediglich der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hatte die Sitzung bereits vor dem endgültigen Beschluss verlassen. Über die künftige Aufstellung der Bundespartei äußerte sich auch Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler in einer Aussendung positiv und betonte, dass der vereinbarte, klare und geordnete Weg wichtig sei, da die Personaldebatte in den vergangenen Wochen bereits zu viel Raum eingenommen habe. Auch der Landesparteivorsitzende der SPÖ Tirol, Philip Wohlgemuth, unterstützte den schrittweisen Rückzug und sicherte dem künftigen Vizekanzler seine volle Loyalität und Unterstützung zu.
Harte Debatten und das Ringen um den Abgang
Hinter verschlossenen Türen verlief die Beratung alles andere als harmonisch. Laut Berichten verweigerte Andreas Babler seinen Rückzug beharrlich und soll mehrfach gedonnert haben, dass man ihn nicht absetzen könne.
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Am Ende akzeptierte der Parteichef jedoch nach eindringlichen Gesprächen den geordneten Übergang. Der scheidende SPÖ-Chef betonte in seinem Statement, dass er diesen Schritt freiwillig mache und nicht persönliches Interesse in den Vordergrund stelle, sondern das Wohl der Bewegung vor alles andere. Ausgelöst wurde die Dynamik unter anderem durch die Ankündigung von Medienmanager Gerhard Zeiler, den Parteichef-Sessel übernehmen zu wollen, wobei Zeiler die Entwicklungen aus New York beobachtete und am Sonntagabend keine Stellungnahme abgab.
Die neue Führungsstruktur mit Kucher, Holzleitner und Marterbauer
Bis zu einem außerordentlichen Parteitag im Frühjahr 2027, an dem über die endgültige Nachfolge an der Parteispitze entschieden werden soll, übernehmen Klubchef Philip Kucher und Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner als geschäftsführende Vorsitzende gemeinsam mit Babler die SPÖ-Führung. Ein Trio führt also vorerst die SPÖ, während Babler vorerst weiter als Minister in der Regierung verbleiben möchte.

SPÖ-Klubobmann Philip Kucher befindet sich ebenfalls wegen einer Krebserkrankung in Behandlung. Aus Kreisen der Partei wurde betont, dass ein würdeloses Vorgehen der SPÖ den Druck auf den Minister erhöht habe, obwohl die Koalitionspartner ÖVP und NEOS über den geordneten Prozess informiert worden waren.
Reaktionen aus den Bundesländern und das Echo im Netz
Die Reaktionen aus den Landesorganisationen fielen unterschiedlich aus, zeigten aber insgesamt den Willen zur Stabilisierung. Die Reaktionen aus Ländern auf Babler-Rückzug spiegeln Erleichterung über das gefundene Provisorium wider. SPNÖ-Chef Landesrat Sven Hergovich betonte, dass die Veränderung notwendig gewesen sei, um Gräben zuzuschütten und Ruhe in die Partei zu bringen, während SPÖ-NÖ-Frauenvorsitzende Elvira Schmidt hervorhob, dass Marterbauer und Holzleitner bei den Menschen sehr gut ankommen würden.
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