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Japan Advanced Institute of Science and Technology entwickelt FPTI-Zusatz für Lithium-Ionen-Akkus

Forscher des Japan Advanced Institute of Science and Technology haben einen fluorierten Elektrolytzusatz namens FPTI entwickelt, der hilft, die Kapazität von Lithium-Ionen-Batterien mit Graphitanoden nach 1.000 Ladezyklen auf bis zu 95,6 Prozent zu erhalten. Die gezielte Vorbehandlung der Elektrode erhöht die Energiedichte deutlich und mindert den Kapazitätsverlust.

Die Haltbarkeit von Lithium-Ionen-Akkus gilt als zentrale Herausforderung für Elektrofahrzeuge, Smartphones und Laptops. Mit jedem Lade- und Entladevorgang lässt die Fähigkeit der Speicher nach, Energie zuverlässig zu halten. Ein Forschungsteam des Japan Advanced Institute of Science and Technology hat nun einen Ansatz vorgestellt, der die Lebensdauer der Energiespeicher massiv verlängert, ohne dabei das verwendete Graphit auszutauschen.

Die Rolle der Schutzschicht und die Entwicklung von FPTI

Beim ersten Laden einer Lithium-Ionen-Batterie reagieren die Komponenten des flüssigen Elektrolyten an der Oberfläche der negativen Elektrode, der Graphitanode. Dabei bildet sich eine dünne Schutzschicht, die sogenannte Solid Electrolyte Interphase. Diese Schicht ist für die Langlebigkeit des gesamten Systems von entscheidender Bedeutung. Sie erlaubt es Lithium-Ionen, zwischen dem Elektrolyten und der Elektrode zu wandern, während sie gleichzeitig unerwünschte chemische Reaktionen begrenzt.

Wird diese Schutzschicht instabil, reagiert sie kontinuierlich weiter mit dem Elektrolyten. Dieser Prozess verbraucht aktives Lithium und erhöht den elektrischen Widerstand, was den Kapazitätsverlust beschleunigt. Um diesen Verschleiß einzudämmen, entwickelten die Forscher eine neue Verbindung namens Pentafluorophenyl Thiophen Imin, kurz FPTI.

Konzentrationswerte und verringerte Widerstände im Test

Das Forschungsteam mischte FPTI in Konzentrationen von 2 und 4 Milligramm pro Milliliter in einen herkömmlichen Elektrolyten. Die Analysen zeigten, dass der Zusatz während der ersten Ladezyklen bevorzugt reagierte und eine stabilere Struktur aufbaute.

Japan Advanced Institute of Science and Technology entwickelt FPTI-Zusatz für Lithium-Ionen-Akkus
Photo: knowridge.com
  • Bei der höheren Konzentration von 4 mg/ml sank der Widerstand der Schutzschicht von 7,6 Ohm im Kontrollwert auf 2,2 Ohm.
  • Der Ladungstransportwiderstand fiel von 41,8 Ohm auf 19,8 Ohm ab.
  • Die Diffusion von Lithium-Ionen durch das Graphit verbesserte sich ebenfalls spürbar.

Detaillierte Oberflächenanalysen verdeutlichten, dass verschiedene Teile des FPTI-Moleküls unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Während Schwefel- und Imin-basierte Verbindungen die Leitfähigkeit unterstützen, fördert die fluorierte Komponente die Bildung einer lithiumfluoridreichen Schicht. Laut Professor Noriyoshi Matsumi, der die Forschungsarbeiten leitete, scheinen diese Komponenten gemeinsam parasitäre Reaktionen zu reduzieren und eine reibungslosere Bewegung der Lithium-Ionen über die Grenzfläche zwischen Elektrode und Elektrolyt zu unterstützen.

Langzeittest und die Lösung für die Vollzelle

Der entscheidende Beweis zeigte sich im Langzeittest über 1.000 Zyklen. Zellen mit dem Zusatz von 2 mg/ml FPTI behielten 89,4 Prozent ihrer Maximalkapazität, während die Variante mit 4 mg/ml 95,6 Prozent erreichte. Zum Vergleich: Eine additivefreie Kontrollzelle behielt lediglich 62,7 Prozent und zeigte bereits nach rund 350 Zyklen einen massiven Abfall.

Japan Advanced Institute of Science and Technology entwickelt FPTI-Zusatz für Lithium-Ionen-Akkus
Photo: Derstandard

Dennoch stieß das Team auf eine technische Hürde: Kam FPTI direkt in vollständige Batterien mit einer NMC811-Kathode, erhöhte der Stoff den Widerstand an der positiven Elektrode und verschlechterte die Gesamtleistung. Die Wissenschaftler umgingen das Problem, indem sie den Zusatz ausschließlich zur Vorbehandlung der Graphitanode einsetzten. Nach diesem Preconditioning wurden die Zellen mit Standardelektrolyten zusammengebaut.

Overall, the incorporation of FPTI significantly enhanced the electrochemical performance of the graphite half-cells

Prof. Matsumi

Durch diesen zielgerichteten Ansatz stieg die Energiedichte der Test-Vollzellen mit vorbehandeltem Graphit auf etwa 233 Wattstunden pro Kilogramm bei der höheren Konzentration, während Kontrollzellen rund 130 Wattstunden pro Kilogramm erreichten.

Ausblick auf die kommerzielle Anwendung

Trotz der vielversprechenden Laborergebnisse betonen die Forscher, dass noch weitere Tests unter breiteren Betriebsbedingungen und in größeren, kommerziellen Batterieformaten erforderlich sind. Erst dann lässt sich feststellen, ob sich die Methode im industriellen Maßstab erfolgreich umsetzen lässt.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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