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Christa Pike überlebt gescheiterte Hinrichtung in Tennessee

Christa Pike, die einzige Frau auf der Todesliste in Tennessee, überlebte zwei Injektionen des Betäubungsmittels Pentobarbital während einer Hinrichtungsversuch am 30. September 2026 in der Justizvollzugsanstalt Riverbend Maximum Security Institution in Nashville. Sie bleibt bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen im kritischen Zustand, was eine unabhängige staatliche Untersuchung und einen vorübergehenden Stopp der geplanten Hinrichtungen auslöste.

Die Hinrichtung von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist nach zwei verabreichten Dosen des Betäubungsmittels Pentobarbital gescheitert. Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch, den 30. September 2026, in der Justizvollzugsanstalt Riverbend Maximum Security Institution in Nashville.

Kritischer Zustand im Krankenhaus und juristisches Nachspiel

Nach dem Abbruch der Prozedur wurde Pike in ein Krankenhaus transportiert. Ihre Anwälte erklärten in einem am Freitag eingereichten Schriftsatz beim Gericht im Davidson County, dass ihre Mandantin intubiert, bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen auf der Intensivstation liegt.

Christa Pike überlebt gescheiterte Hinrichtung in Tennessee
Foto: CNN

Stephen Ferrell und Luke Ihnen erklärten, sie werde wegen der schweren Nachwirkungen des bei dem Hinrichtungsversuch verabreichten Pentobarbitals behandelt, einschließlich signifikanter Verletzungen an beiden Armen.

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass eine etwaige erneute Hinrichtung an komplexe juristische und ethische Fragen geknüpft ist. Entscheidend dürfte sein, ob Pike nach Ansicht des Obersten Gerichtshofs in der Lage ist, ein rationales Verständnis für den Grund ihrer Verurteilung zu entwickeln. Pike war im Jahr 1995 wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden.

Todesstrafe in den USA: Christa Pike und die Folgen ihrer gescheiterten Hinrichtung | ZDFheute live

Reaktionen von Politik, Angehörigen und Experten

Gouverneur Bill Lee kündigte am Donnerstag, den 1. Oktober 2026, eine unabhängige Untersuchung durch eine externe Stelle an. Gleichzeitig ordnete er an, alle weiteren für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen in Tennessee auszusetzen – darunter die für Dezember anberaumte Vollstreckung an Gary Wayne Sutton, wie die Nachrichtenagentur CNN meldete. Lee betonte vor Journalisten, dass sich das Justizministerium nach bisherigem Kenntnisstand exakt an das offizielle Protokoll gehalten habe und nun geklärt werden müsse, warum das Ergebnis diesmal anders ausfiel als bei früheren Verurteilungen.

Die Mutter des Opfers Colleen Slemmer, May Martinez, war aus Florida angereist, um der Vollstreckung beizuwohnen. Gegenüber dem Regionalsender WJXX, auf den sich ABC News bezog, äußerte sie tiefe Enttäuschung über den Verlauf und erklärte, sie fühle sich vom Staat im Stich gelassen. Nach dem Vorfall wandte sich May Martinez an die Öffentlichkeit und erklärte, dass die Gemeinschaft in Jacksonville nach einem Spendenaufruf mehr als 2,500 Dollar aufgebracht hatte, um ihr die Reisekosten nach Nashville zu finanzieren, da ihr einziges Ziel darin bestand, Gerechtigkeit zu erfahren.

Christa Pike überlebt gescheiterte Hinrichtung in Tennessee
Foto: Yahoo

Unterdessen äußerte sich der Medizintechnik- und Todesstrafe-Experte Dr. Joel Zivot von der Emory University kritisch zum Ablauf. Robert Bracewell, Executive Director der Justice Coalition, der die Eltern des Opfers durch das Verfahren begleitet hat, erklärte, dass die Familie verheerend getroffen, erschöpft und verärgert darüber sei, dass der Staat nicht hilfreich oder auskunftsbereit bezüglich der nächsten Schritte auftrete.

Augenzeuge beschreibt die „verpfuschte“ Hinrichtung von Christa Pike

Personalie Frank Strada und Vorbelastungen im Bundesstaat

Die Vorgänge werfen auch ein Schlaglicht auf den Leiter des Strafvollzugs in Tennessee. Frank Strada, der Kommissar des Ministeriums für Korrekturen, steht nach Recherchen von The Guardian stark in der Kritik. Anwälte und Kritiker führen an, dass Strada bereits während seiner früheren Tätigkeit als stellvertretender Gefängnisdirektor in Arizona im Jahr 2022 für drei problematische und als missglückt eingestufte Hinrichtungen – darunter die von Frank Atwood und Murray Hooper – mitverantwortlich war. Bei diesen Verfahren hatten Vollzugsteams massiv Schwierigkeiten beim Legen von intravenösen Zugängen gemeldet, was in einigen Fällen den Einsatz von Kathetern in der Leistengegend erforderlich machte.

Trotz dieser Vorbelastung hatte Gouverneur Lee Strada Anfang 2023 nach Tennessee berufen. Der Bundesstaat war zuvor bereits wegen methodischer Mängel, unzureichend getesteter Chemikalien und interner Defizite bei Hinrichtungen in die Schlagzeilen geraten. Erst am 21. Mai 2026 musste Tennessee die geplante Hinrichtung eines Todesstrafegefangenen kurzfristig absagen, nachdem über eine Stunde lang kein venöser Zugang gelingen konnte. Marsha Blackburn, die republikanische Senatorin und aussichtsreiche Kandidatin für das Gouverneursamt im kommenden Monat, erklärte in einer Stellungnahme gegenüber The New York Times, dass sie im Falle ihrer Wahl einen neuen Versuch unternehmen werde, das Todesurteil an Christa Pike zu vollstrecken, da die Familie von Colleen Slemmer eine rasche Justiz verdiene.

Christa Pike überlebt gescheiterte Hinrichtung in Tennessee
Foto: ABC News
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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