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Gesundheit

Anzupgo bei Jugendlichen mit Handekzem: Neue Daten zu Lebensqualität vorgestellt

Auf dem EADV-Kongress 2026 in Wien präsentierten Forschende neue Daten zum Januskinase-Inhibitor Delgocitinib. Bei Jugendlichen mit chronischem Handekzem erreichte die Therapie in der DELTA-TEEN-Studie nach 16 Wochen in 64 Prozent der Fälle den primären Endpunkt, während eine deutsche Praxisstudie erste reale Wirksamkeitsdaten bei erwachsenen Patienten lieferte.

Ergebnisse der DELTA-TEEN-Studie bei Jugendlichen in Wien vorgestellt

Die Behandlung von Minderjährigen mit chronischem Handekzem gilt in der Dermatologie als anspruchsvoll, da geeignete topische Optionen für diese Altersgruppe bislang limitiert waren. Neue Daten der DELTA-TEEN-Studie, die am 1. Oktober 2026 auf dem Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology in Wien präsentiert wurden, beleuchten nun die Wirkung des JAK-Inhibitors Anzupgo bei 12- bis 17-jährigen Patientinnen und Patienten.

Beim primären Endpunkt in Woche 16 zeigte sich ein deutlicher Abstand zwischen den Studienarmen. In der Behandlungsgruppe erreichten 64 Prozent diesen Endpunkt, verglichen mit 29 Prozent in der Kontrollgruppe nach Angaben der Studienauswertung.

Einfluss auf Juckreiz, Schmerzen und die Lebensqualität im Alltag

Neben den reinen Hautbefunden standen patientenberichtete Symptome wie Juckreiz und Schmerz im Mittelpunkt der Analyse. Post-hoc-Auswertungen der Phase-3-Studie dokumentierten dabei frühe Verbesserungen.

Bereits am ersten Tag und über die ersten zwei Wochen hinweg waren die mittleren Veränderungen im Hand Eczema Symptom Diary bei Juckreiz und Schmerz unter Delgocitinib ausgeprägter als unter der Kontrollcreme laut den veröffentlichten Daten. Im weiteren Verlauf dokumentierten die Auswertungen ein Ansprechen beim Juckreiz bei 64,8 Prozent der Behandelten im Verum-Arm gegenüber 36,8 Prozent in der Kontrollgruppe gemäß der Kongressunterlagen.

Für Jugendliche ist chronisches Handekzem selten nur eine Hautangelegenheit.

Professor Lawrence F. Eichenfield, Leiter der Abteilung für pädiatrische und adoleszente Dermatologie am Rady Children’s Hospital in San Diego

Um diese Belastung messbar zu machen, nutzten Forschende den Children’s Dermatology Life Quality Index. Der Anteil der Jugendlichen, die einen Score von 0 bis 1 angaben – was auf einen kaum noch spürbaren Einfluss der Hauterkrankung hindeutet –, lag nach 16 Wochen bei 41 Prozent unter der Behandlung im Vergleich zu 33 Prozent in der Kontrollgruppe nach Daten des Herstellers.

Reale Versorgungsdaten aus der REACHED-Studie bei Erwachsenen

Ergänzend zu den klinischen Jugenddaten liefern Zwischenergebnisse der prospektiven, nicht-interventionellen Studie REACHED erste reale Einblicke in die dermatologische Versorgung von Erwachsenen in Deutschland. Die Untersuchung läuft an 79 Standorten.

Zum Stichtag lagen Achtwochenwerte für bis zu 97 Patienten vor. Nach achtwöchiger Anwendung im Praxisalltag waren 28,6 Prozent der Patienten als erscheinungsfrei oder fast erscheinungsfrei eingestuft worden. Alle gemeldeten unerwünschten Ereignisse blieben unkritisch und waren überwiegend mild oder moderat ausgeprägt wie der Bericht festhält.

Regulatorischer Schritt und wissenschaftliche Einordnung in Europa

Die Veröffentlichung der Studiendaten fällt mit regulatorischen Schritten auf europäischer Ebene zusammen. Am 17. September 2026 sprach der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur die positive Empfehlung aus, die Zulassung für das Medikament auf Jugendliche ab zwölf Jahren mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem auszudehnen, für die topische Kortikosteroide unzureichend oder ungeeignet sind. Ausführliche Empfehlungen zur Anwendung dieses Produkts werden in der aktualisierten Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels beschrieben, die nach einer von der Europäischen Kommission erteilten Entscheidung auf der EMA-Website in allen offiziellen EU-Sprachen veröffentlicht wird.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.