Countrysänger Zach Bryan trat am Freitagabend bei einem Konzert im Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts, in einem Free Palestine
-Trikot auf. Der Auftritt folgte auf den Ausschluss des Rappers Macklemore von der Arena, nachdem dieser zuvor auf einer Tournee ähnliche propalästinensische Parolen gerufen hatte.
Zach Bryan setzt mit Band ein modisches Statement im Gillette Stadium
Grammy-Gewinner Zach Bryan betrat am 2. Oktober 2026 die Bühne des Gillette Stadium in Foxborough während seiner With Heaven On Tour
-Konzertreihe. Mehrere Mitglieder seiner Band schlossen sich diesem optischen Protest an und trugen ebenfalls entsprechende Kleidung, darunter ein palästinensisches Fußballtrikot und Shirts mit der Aufschrift An Appeal to Heaven
.
Bryan selbst äußerte sich während des Konzerts nicht verbal zu seiner Kleiderwahl. Das Publikum und Beobachter werteten die Aktion jedoch sofort als unmissverständliche Reaktion auf die Ereignisse der vorherigen Wochen im selben Stadionkomplex. Die Bandmitglieder trugen passende T-Shirts, während der Sänger die Bühne betrat, ohne das Shirt in einer Ansprache zu erklären. Das Konzert bildete den Auftakt für zwei von Anfang an ausverkaufte Shows im Stadion der New England Patriots.
Vor seiner großen Karriere in der Musikbranche war der aus Oklahoma stammende Künstler im Alter von 17 Jahren der US-Marine beigetreten. Nach einer achtjährigen Dienstzeit wurde er im Jahr 2021 ehrenhaft entlassen. Abseits der Bühne machte Bryan in den vergangenen Jahren auch abseits der Musik Schlagzeilen, etwa als er im vergangenen Jahr eine ehemalige Kirche kaufte, um das geplante Jack-Kerouac-Zentrum zu beherbergen, und einen Rekordpreis für die 120 Fuß lange Schriftrolle von Jack Kerouacs Roman On the Road
aus dem Jahr 1957 zahlte, um sie in dem Zentrum auszustellen. Anfang 2026 veröffentlichte er sein Album With Heaven on Top
, auf dem sich auch der Song Bad News
befindet. Das Lied, das Themen rund um Razzien der Einwanderungsbehörde ICE behandelt, brachte ihm Kritik aus dem Weißen Haus und von Kristi Noem ein, die sich damals enttäuscht über den Teaser äußerte. Der Song war verfasst worden, bevor zwei amerikanische Staatsbürger von ICE-Agenten in Minneapolis getötet wurden.
Die Vorgeschichte um Robert Kraft und den Ausschluss von Macklemore
Das Gillette Stadium befindet sich im Besitz der Kraft Group, angeführt von dem Milliardär und New-England-Patriots-Eigentümer Robert Kraft. Im September hatte Kraft veranlasst, dass der Rapper Macklemore von den verbleibenden US-Auftritten der Loop-Tournee von Ed Sheeran ausgeschlossen wird. Macklemore war zuvor bei einem Auftritt im MetLife Stadium in New Jersey auf der Bühne gestanden und hatte dort Free Palestine
gerufen sowie seinen Protestsong Hind’s Hall
aufgeführt. Der Rapper zeigte dabei auch Bilder aus dem Gazastreifen und sprach vor Ort über das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung sowie von Menschen im besetzten Westjordanland. Während eine Reihe von Popstars ihn für seine Aussagen scharf kritisierten, forderten andere Stimmen seinen Verbleib.
Der Tourpromoter, die Messina Touring Group, bestätigte Mitte September, dass der Rapper bei den restlichen US-Konzerten nicht mehr auftreten werde, nachdem Inhaber mehrerer NFL-Stadien Berichten zufolge gedroht hatten, die Konzerte abzusagen, falls Macklemore im Aufgebot verbleiben sollte. Kraft bestätigte seine Beteiligung in einer offiziellen Erklärung. Er begründete das Verbot mit jüngsten Aktionen, Material, das während der Shows von Ed Sheeran in New Jersey von der Bühne aus geteilt wurde, sowie einer breiteren Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache, die nach Ansicht des Managements die jüdische Gemeinde zutiefst verletzt habe. Gleichzeitig betonte Kraft in seiner Stellungnahme, dass er die Anstrengungen unterstütze, die Chancen für Palästinenser schaffen, und dass er sich jahrelang dafür eingesetzt habe, junge Palästinenser und Israelis zusammenzubringen, um Unternehmen aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und Beziehungen zu knüpfen.

Basierend auf den jüngsten Handlungen von Macklemore, dem auf der Bühne in New Jersey geteilten Material und einer breiteren Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache haben wir festgestellt, dass seine Teilnahme an den Konzerten am 25. und 26. September im Gillette Stadium diese Grenze überschreiten würde.
Robert Kraft, Inhaber des Gillette Stadium, via Billboard
Macklemore widersprach den Vorwürfen scharf. In einem Instagram-Post erklärte er, Ed Sheeran habe ihm mitgeteilt, dass Kraft andere Stadionbesitzer mobilisiert und ein Ultimatum gestellt habe: Sollte Macklemore im Tournee-Aufgebot bleiben, werde man den Veranstaltungsort für Sheeran sperren. Der Rapper betonte in seinem Statement, dass weder er selbst noch Ed Sheeran oder andere Künstler echte Opfer seien, sondern dass die wahren Opfer die Menschen in Gaza seien. Macklemore wurde im Zuge des Streits von seinen verbleibenden acht geplanten Auftritten im Rahmen der Loop-Tour abgesetzt. Der Rapper kündigte daraufhin an, eine Million Dollar aus seinen Tournee-Einnahmen an palästinensische Hilfsorganisationen zu spenden.
Reaktionen und prominente Stimmen zur Kontroverse
Der Ausschluss von Macklemore und die darauffolgenden Reaktionen lösten eine breite Welle von Solidaritätsbekundungen und Austritten aus. Die Musiker Finneas, Lukas Graham und Aaron Rowe sowie die irische Folk-Band Beoga zogen sich in der Folge von den verbleibenden Sheeran-Konzerten zurück. Finneas erklärte in einem Social-Media-Beitrag, dass Künstler nicht zum Schweigen gebracht werden dürften, wenn sie sich für die Unterdrückten starkmachen, und dass er sich aus diesem Grund entschlossen habe, seine kommenden Tourdaten mit Ed Sheeran abzusagen. Sheeran erklärte außerdem, dass er während des Versuchs, eine Lösung zu finden, direkt mit Kraft gesprochen habe, und kündigte an, künftig auf andere Hallenbesitzer zuzugehen, um Brücken zu bauen. Die für das betreffende Wochenende im Gillette Stadium geplanten Konzerte von Ed Sheeran mussten am Ende ohnehin wegen schwerer Unwetter und schlechter Witterungsbedingungen abgesagt werden, obwohl sich die Tournee den Forderungen der Stadioninhaber bereits gebeugt hatte.
Der Konflikt zog auch Reaktionen aus anderen politischen Lagern nach sich. So kommentierte die konservative US-Kommentatorin Candace Owens die Aktion von Zach Bryan auf der Plattform X mit den Worten: Das ist großartig. Andere Nutzer in den sozialen Netzwerken reagierten gespalten auf den Beitrag, während der Musiker selbst die Kontroverse auf der Bühne unkommentiert ließ. Joe Bonamassa äußerte sich ebenfalls kritisch zu der Dynamik und betonte, dass man auf Tournee zwar sagen könne, was man wolle, wenn man Stadien fülle, sich als Vorband jedoch an einfache Etikette halten müsse. Auch Pink, die selbst jüdischen Glaubens ist, schaltete sich in die Debatte ein und bezeichnete die Hamas als terroristische Organisation.
Die Reihe umfasst Konzerte in Dublin am 26. Oktober, Paris am 29. Oktober sowie in London am 30. Oktober. Der Rapper teilte mit, dass die Shows nach ihrer schnellen Bekanntgabe unmittelbar ausverkauft waren. Die Erlöse sollen an Organisationen fließen, die Palästinenser unterstützen. Der Streit hat somit weit über die ursprüngliche Tournee hinaus für Aufsehen gesorgt, wobei Zach Bryans Auftritt im Stadion der Kraft Group ein weiteres prominentes Kapitel zu der Debatte um politische Äußerungen von Musikern auf Konzertbühnen hinzugefügt hat.
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