Ölpreise und Kraftstoffkosten verzeichnen im Zuge der jüngsten Militäreskalation zwischen den USA und dem Iran deutliche Steigerungen. Am Montag, dem 14. September 2026, reagierten die Märkte auf anhaltende Angriffe an der Straße von Hormus und die Ausweitung des Konflikts auf den Jemen, während diplomatische Bemühungen und geplante Krisentreffen kurzfristig abgesagt wurden.
Militärische Eskalation an der Straße von Hormus und im Jemen
Die Spannungen im Nahen Osten haben sich spürbar verschärft. Die USA griffen nach Angaben aus Regierungskreisen erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran an und nahmen dabei zwei Raketenabschussrampen in der Nähe der Straße von Hormus ins Visier, wie verschiedene Medien berichteten. Der Iran reagierte umgehend mit Gegenangriffen. Irans Revolutionsgarden konterten ihrerseits mit schweren Raketenangriffen
auf das mit den Vereinigten Staaten verbündete Jordanien.
Die Lage hat sich zudem auf ein weiteres Land ausgedehnt. Jemens vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen feuerten Dutzende Raketen und Drohnen auf einen saudi-arabischen Militärflugplatz in Khamis Mushait ab, wobei unter anderem Hangars, Radaranlagen und Munitionsdepots getroffen wurden. Die Huthi hatten zuvor in einer schnellen Offensive die Kontrolle über die Perim-Straße im Bab el-Mandeb am Roten Meer übernommen.
Ölpreise im Aufwind und beschädigte Pipelines
An den Rohstoffmärkten schlugen die militärischen Auseinandersetzungen sofort durch. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im November kletterte um mehr als zwei Prozent auf 91,31 US-Dollar, womit der Höchstwert der vergangenen Woche erreicht wurde, analysierte das Handelshaus Pepperstone. Zeitweise überschritt der Brent-Preis im Wochenverlauf auch die Marke von 100 US-Dollar. Die Erholung der Notierungen folgt auf eine Phase im Frühsommer, in der die Preise vorübergehend auf rund 70 US-Dollar gefallen waren, nachdem Hoffnungen auf ein Ende des Konflikts bestanden hatten. Im April dieses Jahres hatte ein Jahreshoch von etwa 126 US-Dollar bestanden.
Zusätzlich belastet die Situation die Infrastruktur. Saudi-Arabien hielt eine 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline über das Wochenende geschlossen, nachdem Drohnenangriffe sie beschädigt hatten, wie aus Berichten hervorgeht. Diese Pipeline dient als Haupttransportweg für Erdöl aus dem Nahen Osten, um die durch Spannungen weitgehend blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Analysten und Händler weisen darauf hin, dass der Ausfall dieser Pipeline bis zu vier Prozent der weltweiten Erdölversorgung gefährden kann, sollte sie nicht zeitnah repariert werden. Satellitenbilder dokumentieren Brand- und Explosionsschäden an Abschnitten der Pipeline.
Verschobene Gespräche und strengere Regeln im Golf
Die diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung der Lage erhielten derweil einen Rückschlag. Oman hatte für Montag ein Treffen zwischen dem Iran und den Golfstaaten geplant, um Wege zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu verhandeln. Doch der omanische Außenminister Sayyid Badr Albusaidi verkündete die kurzfristige Verlegung der Zusammenkunft in the interests of consensus
, berichtete Reuters. Iran begründete die Absage mit einem entsprechenden Wunsch Saudi-Arabiens, während andere Berichte den Schritt auch mit einem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff in der Nähe der Insel Qeshm in Verbindung brachten.

Parallel dazu verschärfte Teheran den Druck auf den internationalen Schiffsverkehr in der Meerenge. Die iranischen Behörden veröffentlichten eine Liste von 77 Schiffen, die nach Darstellung des Landes gegen die Betriebsregeln im Seegebiet verstoßen haben sollen. Betroffene Frachter müssen mit Sanktionen rechnen. Wie dieselben Quellen bestätigten, umfassen die Maßnahmen Einschränkungen für zukünftige Durchfahrten, darunter Geldstrafen, Festsetzungen oder Beschlagnahmungen, wie dieselben Quellen bestätigten. Auch Schiffe, die Frachttransporte von den gelisteten Schiffen übernehmen, sollen auf diese schwarze Liste gesetzt werden.
Auswirkungen auf Kraftstoffpreise und die Zivilbevölkerung
Die hohen Rohölpreise schlagen direkt auf die Verbraucher durch. In den Vereinigten Staaten kletterte der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Diesel auf einen neuen Allzeitrekordwert von über 6,23 US-Dollar pro Gallone. In Deutschland lag der Preis für Super E10 laut Berechnungen des ADAC am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt bei 2,153 Euro je Liter, während für Diesel im Schnitt 2,202 Euro fällig wurden, berichteten Wirtschaftsmedien unter Berufung auf den Automobilclub.

Während die Märkte auf politische Interventionen warten, leidet vor allem die Zivilbevölkerung vor Ort unter den Kampfhandlungen. In den umkämpften Gebieten im Jemen sind tausende Menschen auf der Flucht. Viele Familien sind in ihren Wohnungen eingeschlossen und haben keinen Zugang mehr zu Grundnahrungsmitteln oder sauberem Trinkwasser.
Aisha Muhammad, betroffene Anwohnerin nahe Taiz, erklärte via Reuters, dass die Menschen nicht einmal mehr auf den Markt gehen könnten, um Lebensmittel und Trinkwasser zu besorgen, da sie blockiert und beschossen würden und deshalb in ihren Häusern gefangen seien.
Ob die diplomatischen Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden können, bleibt angesichts der anhaltenden gegenseitigen Angriffe und der ungelösten Sicherheitsfragen im Schifffahrtsweg der Straße von Hormus völlig offen.
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