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Welt

Nasdaq gibt nach: Widerstand gegen KI-Rechenzentren belastet US-Börsen

An der US-Börse belastet wachsender politischer Widerstand gegen den Bau von KI-Rechenzentren die Nasdaq und drückt Chipwerte ins Minus. Der texanische Gouverneur Greg Abbott stoppte neue Genehmigungen vorerst, während Investoren an der Wall Street auf die anstehenden Bilanzzahlen von Nvidia und neue Inflationsdaten blicken.

Die Wall Street präsentiert sich im Vorfeld richtungsweisender Quartalszahlen und geldpolitischer Weichenstellungen von einer unentschlossenen Seite. Während der US-Standardwerteindex Dow Jones am Dienstag Zuwächse verbuchte, gab der technologielastige Nasdaq nach wie das Nachrichtenportal N-TV berichtete. Die Börsen schlossen uneinheitlich: Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,3 Prozent auf 53.417 Punkte, der technologielastige Nasdaq gab hingegen 0,8 Prozent auf 25.980 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 7653 Stellen ein. Auslöser für die Zurückhaltung bei Technologiewerten sind neben geopolitischen Spannungen vor allem zunehmende politische Reibereien rund um die digitale Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. An der Nachhaltigkeit des KI-Booms gibt es Zweifel, und die US-Anleger gehen lieber erstmal auf Abstand von Chipwerten und warten die Veröffentlichung der Nvidia-Bilanz ab.

Politische Blockaden und Sorgen um den KI-Boom

Im US-Bundesstaat Texas sorgt ein abrupter Kurswechsel für Unruhe in der Tech-Branche. Gouverneur Greg Abbott hat die Genehmigung neuer Rechenzentren für Künstliche Intelligenz vorerst gestoppt und den Unternehmen eine Mitschuld am wachsenden Unmut in der Bevölkerung gegeben. Die Unternehmen hätten sich ihr eigenes Grab geschaufelt, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf den Republikaner. Infolge dieser Entwicklung gerieten die Aktien von Chipkonzernen wie Nvidia, Micron Technology und Broadcom unter Kursverluste.

Die größte Sorge, die wir haben, sind die scharfen Töne, die wir von Politikern über KI und Rechenzentren zu hören bekommen, sagte Ohsung Kwon, Chef-Aktienstratege bei Wells Fargo, und hob dies als großes Risiko im Vorfeld der Zwischenwahlen hervor. Auch die Autobauer Ford und General Motors sowie das logistikunternehmen J.B. Hunt Transport gaben deutlich nach.

Handelskonflikte und geopolitische Belastungen

Neben der Infrastrukturdebatte lasten auch neue handelspolitische Maßnahmen und geopolitische Krisen auf der Wall Street. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die Zölle auf Autos und Autoteile aus Kanada ab dem 1. Januar auf 50 Prozent zu erhöhen, nachdem Handelsgespräche am Wochenende gescheitert waren. Gestützt wurde der Dow Jones hingegen von Finanzwerten wie JPMorgan Chase und Visa.

Auch die Lage im Nahen Osten schlägt sich in den Kursen nieder. Die US-Regierung sorgte auch mit der Androhung neuer Sanktionen gegen den Iran für Verunsicherung, stellte als Teil eines von ihr so bezeichneten wirtschaftlichen D-Days eine Ausweitung der Strafmaßnahmen auf Länder in Aussicht, die Geschäfte mit der Islamischen Republik machen, verzichtete jedoch vorerst auf konkrete Schritte.

Blick auf Nvidia-Zahlen und Notenbankpolitik

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen nun die anstehenden Bilanzzahlen des Chipriesen Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt legt seine Zahlen vor. Im Vorfeld haben Sorgen über den Technologiesektor die US-Aktienmärkte dominiert, während die Inflation ebenfalls ein Thema an der Wall Street bleibt. Im weiteren Wochenverlauf richten Investoren ihren Blick nicht nur auf die Quartalszahlen des KI-Vorreiters Nvidia sondern auch auf neue Inflationsdaten. Am Mittwoch wird der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) veröffentlicht, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Fed, wobei Händler LSEG-Daten zufolge bis Ende 2026 eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwarten. Zudem steht am Freitag eine Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im Fokus, wo sich Anleger Hinweise auf die Einschätzung der jüngsten Stützungsmaßnahmen des Finanzministeriums erhoffen.

Nasdaq gibt nach: Widerstand gegen KI-Rechenzentren belastet US-Börsen
US Stocks Extend Gains as Traders Digest Data, AI Race | The Close 11/25/2025

Anleihenmärkte bleiben derweil angespannt, nachdem zuvor die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf ein 19-Jahres-Hoch gestiegen war und sich zuletzt über der Marke von fünf Prozent hielt. Einem Bericht des Senders CNBC zufolge könnte Finanzminister Scott Bessent fast eine Billion Dollar aus den Rücklagen des Ministeriums nutzen, um Anleiherückkäufe zu finanzieren. Nvidia muss überzeugen, um das eine Standbein des Aktienmarktes stabil zu halten, und Warsh muss Klarheit über die Zinssätze schaffen, um das andere Standbein zu stabilisieren, sagte Richard Reyle, Chefinvestor bei Questar Capital Partners.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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