Jemenitische Huthi-Rebellen haben am 3. Oktober 2026 nach eigenen Angaben eine Ölanlage des Staatskonzerns Saudi Aramco in Riad mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen.
Angriff auf Aramco-Anlage in Riad und heftige Gegenreaktionen
Am Samstagnachmittag stiegen im Süden der saudi-arabischen Hauptstadt Riad dicke Rauchwolken und offene Flammen auf. Berichten zufolge war eine Industrieanlage des Energieriesen Saudi Aramco das Ziel eines koordinierten Angriffs. Kurz darauf bekannte sich der Militärsprecher der Huthi, Yahya Saree, zu der Tat und sprach von einer zielgenauen Operation mit ballistischen Raketen und Drohnen.
Die Angriffe erfolgten als Vergeltung für eine Welle schwerer Luftangriffe, die von der von Saudi-Führung angeführten Koalition im Jemen geflogen wurden. Laut Angaben der Huthi-nahen Nachrichtenagentur Al-Masirah TV schlugen allein 26 Angriffe in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ein, während auch die nordwestliche Provinz Saada unter Beschuss geriet. Die Huthi meldeten für die vorangegangenen 24 Stunden insgesamt 94 Luftangriffe auf von ihnen kontrollierte Gebiete.
Yahya Saree erklärte: „Als Reaktion auf die saudi-arabische Aggression gegen die Hauptstadt Sanaa und die befreiten Provinzen, die in den letzten 24 Stunden bis zu 60 Luft- und Raketenangriffe erreichte, womit sich die Gesamtzahl der Angriffe der saudi-arabischen Aggression seit der Eskalation gegen unser Land auf 1410 beläuft,
Widersprüchliche Darstellungen und militärische Fronten
Die offiziellen Stellen in Riad reagierten zunächst zurückhaltend, während die von Saudi-Arabien angeführte Koalition die Berichte über einen Treffer in der Hauptstadt dementierte. Brigadegeneral Turki al-Maliki, der Sprecher der Koalition, bezeichnete die Angabe der Rebellen als irreführend und warf den Huthi vor, von eigenen schweren Verlusten und der wachsenden Wut der Bevölkerung ablenken zu wollen. Nach Angaben der international anerkannten jemenitischen Regierungskräfte führten diese allein am Samstag 257 präzise Angriffe aus, bei denen schätzungsweise 700 Huthi-Kämpfer getötet worden seien.
Die internationale Gemeinschaft blickt derweil mit großer Sorge auf die Region. US-Regierungsbeamte hielten am Freitag ein unangekündigtes Krisentreffen ab, um über die Lage im Jemen und die anhaltenden Konflikte zu beraten. Präsident Donald Trump zeigte sich zuvor zurückhaltend gegenüber Bitten um direkte Unterstützung. Unterdessen warnte der Iran vor weiteren Eskalationen, während der Schiffsverkehr im Bereich des Persischen Golfs und des Roten Meeres massiv beeinträchtigt bleibt.
Humanitäre Krise verschärft sich im Jemen
Die erneuten Kampfhandlungen belasten die Zivilbevölkerung im Jemen extrem. Hilfsorganisationen schlagen Alarm, da die ohnehin katastrophalen Bedingungen durch den militärischen Schlagabtausch weiter verschärft wurden. Das Welternährungsprogramm WFP warnte, dass mittlerweile drei Viertel der jemenitischen Bevölkerung ihren täglichen Grundbedarf an Nahrungsmitteln nicht mehr decken können. Hunderttausende Menschen sind seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe im Juli auf der Flucht.

Die Kämpfe konzentrieren sich neben den bombardierten Hochburgen vor allem auf die Region Taiz. Dort lieferten sich Regierungstruppen und Huthi-Milizen blutige Gefechte, bei denen Dutzende Kämpfer getötet wurden. Die Rebellen kündigten an, ihre Blockade gegen saudi-arabische Schifffahrtswege im Roten Meer und ihre Militäraktionen so lange fortzusetzen, bis die Luftangriffe und die wirtschaftliche Blockade gegen den Jemen endgültig eingestellt werden.
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