Während eines überraschenden Besuchs des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz in Kiew haben erneute russische Drohnenangriffe am 4. Oktober 2026 zu Schäden an der Nordbrücke und Verkehrsbehinderungen in der ukrainischen Hauptstadt geführt. Der Kanzler kündigte ein weiteres Unterstützungspaket im Wert von rund einer Milliarde Euro sowie zusätzliche Hilfen für den Energiesektor an.
Friedrich Merz in Kiew und die neuen Hilfen
Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Sonntagmorgen mit einem Sonderzug in Kiew eingetroffen. Es ist sein vierter Besuch in der ukrainischen Hauptstadt seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 und der erste seit seinem Amtsantritt im Mai 2025, wie die Berichterstattung von der Deutschen Welle zeigt.
Bei Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stellte der Kanzler ein neues Paket in Aussicht. Wie France 24 berichtet, umfasst die Zusage Militärhilfen im Wert von rund einer Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln sowie weitere 350 Millionen Euro für die Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke und der Infrastruktur. Geplant ist zudem die Kooperation bei der Produktion von Abfangdrohnen und weitreichenden Waffen.
Der CDU-Chef wurde bei seiner Ankunft am Bahnhof von Außenminister Andrij Sybiha empfangen. Nach seiner Ankunft erklärte der Bundeskanzler, dass das Land schwierige Wochen vor sich habe und betonte gegenüber dem Staatsoberhaupt, dass man sich auf die Bundesrepublik verlassen könne. Dabei unterstrich er, dass die Sicherheit Deutschlands eng mit dem Ausgang der Auseinandersetzung verknüpft sei. Der Präsident würdigte die Solidarität und dankte für das konsequente Handeln beim Schutz der Bevölkerung vor Angriffen aus Moskau.
„Die Ukraine steht vor entscheidenden Wochen. Deshalb bin ich heute mit der Botschaft nach Kiew gereist: Sie können sich auf uns verlassen.“
Friedrich Merz, Bundeskanzler, via BBC
Drohneneinschlag an der Nordbrücke während des Besuchs
Der Besuch fand unter dem direkten Eindruck heftiger Angriffe statt. Kurz nach der Ankunft des Kanzlers wurde die Nordbrücke (Pivnichnyi-Brücke) in Kiew getroffen. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, die unter anderem von SSBCrack und Deutschen Welle aufgegriffen wurden, erlitten bei dem Einschlag zwei Menschen Verletzungen. Die Fahrbahn der Brücke wies ein deutliches Loch auf, während Einsatzkräfte und Rettungsdienste zum Ort des Geschehens ausrückten.
Die Angriffe auf das Kiewer Brückensystem dauerten nach Angaben der Berichterstattung bereits an. Die Brücken über den breiten Dnipro-Fluss verbinden den westlichen und östlichen Teil der Metropole. Etwa drei Millionen Einwohner und rund 500.000 Fahrzeuge nutzen die Übergänge täglich. Ein Anwohner namens Roman beschrieb die Verkehrssituation als äußerst belastend, da Einschränkungen und Umleitungen den Alltag massiv erschweren.
Überdies führten weitere Detonationen zu Schäden an einer Fernwärmeleitung im Nordosten der Stadt, wodurch in Teilen des betroffenen Bezirks vorübergehend kein Warmwasser verfügbar war. Neben den Schäden an den Verkehrswegen im Stadtgebiet meldeten die Behörden in anderen Landesteilen wie der Region Sumy ebenfalls schwere Angriffe mit Verletzten durch Gleitbomben.

Reaktionen aus Moskau und ukrainische Gegenangriffe
Bereits wenige Stunden vor der Ankunft des deutschen Sonderzuges hatte das russische Außenministerium eine Warnung an ausländische Diplomaten und Besucher ausgesprochen, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Moskau begründete die verschärfte Gangart mit angeblichen ukrainischen Aktionen gegen russische Industrieanlagen.
Das russische Verteidigungsministerium kündigte an, die Angriffe auf militärische und industrielle Ziele in Kiew und anderen Regionen weiter zu intensivieren. Dies geschah als Reaktion auf angekündigte ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen.
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