Der Konflikt zwischen Washington und Teheran verschärft sich nach gescheiterten Verhandlungen um die Straße von Hormus. Während der Iran sieben Bedingungen für eine Wiedereröffnung der wichtigen Öllieferroute fordert, verweist US-Außenminister Marco Rubio die iranische Delegation des Landes und US-Präsident Donald Trump droht mit militärischer Gewalt.
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges und die Freigabe der strategisch wichtigen Meerenge stecken in einer tiefen Sackgasse. Nach Angaben des Portals Axios ordnete US-Außenminister Marco Rubio an, dass die iranische Delegation zur UN-Generalversammlung in New York das Land unverzüglich verlassen müsse unter Berufung auf US-Beamte. Zu den Betroffenen gehörte auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi.
Washington bewertete den Aufenthalt als überzogen, da die Generaldebatte beendet war. Die iranische UN-Mission wies die Darstellung einer Ausweisung umgehend zurück und erklärte auf der Plattform X, die Abreise sei gemäß einem Zeitplan erfolgt, der dem US-Außenministerium bereits am 17. September mitgeteilt worden war.
Bedingungen für die Öffnung der Straße von Hormus
Im Zentrum des Streits steht die Blockade der Straße von Hormus, die als zentrale Route für den internationalen Energiehandel dient. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, eine Wiedereröffnung sei an die strikte Erfüllung von sieben Vorbedingungen geknüpft. Diese basieren nach Angaben von WELT auf einem im Juni geschlossenen Zwischenabkommen und wurden den USA über den Vermittler Katar übermittelt.

Teheran fordert von der US-Regierung weitreichende Schritte, bevor Schiffe den Seeweg wieder passieren dürfen.
- Beendigung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen und Schiffe
- Aufhebung des Verbots von Ölexporten
- Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte
- Vollständige Aufhebung der Sanktionen gegen das Land
- Einstellung aller Militäraktionen gegen den Iran und dessen verbündete Gruppen in der Region
Außenminister Araghtschi schlug einen Fahrplan vor, wonach die USA diese Bedingungen innerhalb von sieben Tagen erfüllen sollen, bevor Teheran die Meerenge öffnet. US-Präsident Donald Trump wies diesen Vorstoß jedoch scharf zurück. Auf der Plattform Truth Social dementierte er Berichte über angebliche Zugeständnisse: Das ist unwahr. Ich habe ihnen NICHTS angeboten!
schrieb Trump, wie die Frankfurter Rundschau berichtete.
Militärische Drohungen und Verschärfung des Tons
Parallel zum diplomatischen Eklat hat sich der rhetorische Ton auf beiden Seiten deutlich verschärft. Auf die Frage, wie eine Einigung mit der Führung in Teheran zu erreichen sei, äußerte sich US-Präsident Trump unmissverständlich vor Reportern.
Auf militärischer Ebene halten die USA ihre Präsenz im Nahen Osten hoch. Im Einsatz ist unter anderem der Flugzeugträger USS George Washington zur Sicherung der Seewege.
Iranische Stellen warnen ihrerseits vor einer Ausweitung von Gegenmaßnahmen bei neuen großangelegten Militärangriffen. Zudem treibt das iranische Militär die Anpassung seiner Verteidigungsfähigkeit voran.
Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York betonte unterdessen, dass die Berichte über eine erzwungene Ausweisung haltlos seien. Teheran hielt fest, dass der Abflug der Delegation nach den ursprünglichen Planungen stattfand. Nach den Angaben der iranischen staatlichen Agentur IRNA präsentierte Außenminister Abbas Araghtschi nach seiner Rückkehr eine offizielle Antwort der US-Regierung auf den Vorstoß im Streit um die wichtige Seestraße im Kabinett von Präsident Massud Peseschkian. Die iranische Verhandlungsführung bekräftigte dabei, dass die geforderten Bedingungen für die Freigabe des Nadelöhrs unverändert gelten und der Entwurf auf dem Islamabad-Memorandum beruht.
Dennoch lasten die wirtschaftlichen Folgen schwer auf dem Iran: Die Zentralbank sah sich gezwungen, Devisenreserven zu veräußern, nachdem die Landeswährung Rial auf einen neuen Tiefststand gefallen war. Neben den Ölexportbeschränkungen setzen auch zusätzliche Sanktionen gegen Banken und Fluggesellschaften die Wirtschaft des Landes unter Druck.
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