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Welt

Mount Everest: Südbasislager wird wegen Gletscherschmelze verlegt

Der Everest-Südbasislager in Nepal zieht jährlich rund 40.000 Menschen an, kämpft jedoch mit den Folgen des Klimawandels und den Belastungen durch den Tourismus. Regierungsstellen kündigten bereits im Juni 2022 an, das Lager wegen schmelzenden Gletschereises tiefer zu verlegen, während lokale Agenturen auf strenge Vorschriften setzen.

Die Besteigung des Mount Everest fasziniert Bergsteiger und Wanderer seit Jahrzehnten. Doch hinter dem alpinen Traum vom höchsten Punkt der Erde, der auf 8.848,86 Metern liegt, stehen komplexe logistische Herausforderungen im Khumbu-Gebiet. Der Zugang erfolgt in der Regel über einen rund 30-minütigen Flug von Kathmandu zum Tenzing-Hillary Airport in Lukla, der auf einer Höhe von 2.845 Metern liegt, wie die Reiseplanung von High Route Adventure beschreibt.

Vorgaben für lokale Agenturen und die Realität vor Ort

Wer eine Trekkingtour in Nepal plant, steht vor einer Vielzahl an Anbietern. Lokale Agenturen müssen nach Angaben aus der Branche fünf obligatorische staatliche Nachweise vorweisen: eine gültige Lizenz des Tourismusministeriums, eine aktive Mitgliedschaft in der Trekking Agencies’ Association of Nepal, eine aktuelle Steuerbescheinigung, eine Registrierung beim Nepal Tourism Board sowie zertifizierte und versicherte Guides. Die Buchung direkt bei einem lizenzierten lokalen Anbieter senkt nach Angaben aus der Analyse von Next Trip Nepal die Paketkosten im Vergleich zu internationalen Vermittlern um 30 bis 60 Prozent und gewährleistet eine sofortige Notfallkoordination.

Das eigentliche Trekking zum Südbasislager erfordert eine sorgfältige Akklimatisation. Die Route führt von Lukla durch den Sagarmatha-Nationalpark über Namche Bazaar auf 3.440 Metern bis nach Dingboche und Gorakshep. Unterwegs übernachten Reisende in bewirtschafteten Teehäusern. Eine gut strukturierte Planung schützt vor den gesundheitlichen Gefahren der dünnen Bergluft in großen Höhen.

Geplante Verlegung des Südbasislagers wegen schmelzenden Gletschereises

Die geografischen Bedingungen im Himalaya verändern sich stetig. Im Juni 2022 wurde bekannt gegeben, dass das bekannte Südbasislager in Nepal verlegt werden soll. Der bisherige Standort befindet sich direkt auf dem Khumbu-Gletscher, der derzeit rapide schmilzt. Durch das Schmelzwasser und instabile Eisverhältnisse wird das Gelände für die dort temporär errichteten Zeltstädte zunehmend unsicher. Aus diesem Grund soll das Lager an einen etwas tiefer gelegenen, stabileren Ort umziehen, um die Sicherheit von Trekkern und Bergsteigern langfristig zu gewährleisten, wie die Zusammenfassung von Kiddle dokumentiert.

Best Everest Base Camp Trek Company
Photo: nexttripnepal.com

Diese klimatischen Veränderungen und die hohen Besucherzahlen erhöhen den Druck auf die empfindliche alpine Umwelt.

Tibetische Routen und die Situation am Nordbasislager

Auf der chinesischen Seite des Berges liegt das Nordbasislager auf etwa 5.150 Metern Höhe in der Nähe des Rongbuk-Klosters. Im Gegensatz zur nepalesischen Südseite ist das Nordlager über eine rund 100 Kilometer lange Straße erreichbar, die von der Friendship Highway abzweigt. Für den Besuch sind jedoch spezielle Genehmigungen der chinesischen Behörden sowie ein Visum für Tibet erforderlich.

Mount Everest: Südbasislager wird wegen Gletscherschmelze verlegt
Photo: tripadvisor.com

Seit Februar 2019 ist das Nordbasislager für den allgemeinen Tourismus geschlossen. Vor dieser Regelung reisten Besucher meist per Fahrzeug bis zum Touristenlager nahe dem Kloster, von wo aus spezielle Busse oder Pferdekugeln den letzten Abschnitt befuhren, um den Autoverkehr einzuschränken. Die eigentlichen Zelte der Expeditionsbergsteiger befinden sich noch weiter oben in Richtung des Rongbuk-Gletschers.

Kulturelle Höhepunkte und historische Wegmarken

Abseits der logistischen Herausforderungen bleibt die Region ein spirituelles und kulturelles Zentrum für das Sherpa-Volk. Auf dem Weg zum Südbasislager besuchen Reisende oft das berühmte Kloster in Tengboche, das auf 3.867 Metern liegt. Auch der Aussichtspunkt Kala Patthar, der eine Höhe von 5.545 Metern erreicht, bietet einen umfassenden Panoramablick auf die Gipfel des Everest, Lhotse, Nuptse und Ama Dablam.

The Rise and Fall of Everest Base Camp

Erfahrungsberichte von Reisenden unterstreichen die Bedeutung erfahrener Begleiter. So hoben Teilnehmer einer Tour im Oktober 2021 die professionelle Organisation durch lokale Agenturen wie Nepal Social Treks hervor, deren Guides flexibel auf die unterschiedlichen Gehstile und körperlichen Verfassung der Wanderer eingingen, wie Erfahrungsberichte auf TripAdvisor schildern.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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