Ein Softwarefehler im britischen Flugsicherungssystem Nats hat in der vergangenen Woche zu massiven Flugausfällen über Grossbritannien geführt. Laut offiziellen Berichten mussten rund 2’000 Flüge gestrichen werden, während Hunderttausende Passagiere an Flughäfen festzusaßen. Auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss war von den Annullierungen betroffen.
Nach Angaben des Unternehmens löste ein technischer Defekt im Flugverkehrskontrollsystem den Ausfall aus. Betroffen von den Annullierungen waren unter anderem knapp ein Dutzend Verbindungen der Swiss von und nach London Heathrow, London Gatwick, London City und Manchester, wie aus den verfügbaren Berichten hervorgeht.
Technischer Defekt trat innerhalb einer Millisekunde auf
Die betroffene Software ist im Regelfall dafür zuständig, Flugzeugen bei manuellen Anfragen vollautomatisch Kennungscodes zuzuweisen. Diese Codes werden benötigt, um Maschinen auf dem Radar eindeutig zu identifizieren. Laut dem Nats-Bericht, der britischen Medien vorliegt, trat der Softwarefehler innerhalb einer Millisekunde auf. In der Folge generierte das System fehlerhafte Daten, was zum Kollaps der Flugüberwachung führte.
Gegenüber dem Sender ITV stellte Nats-Geschäftsführer Martin Rolfe klar, dass die Panne keineswegs auf menschliches Versagen oder Fehlhandlungen von zivilen beziehungsweise militärischen Mitarbeitern zurückzuführen ist. Zudem betonte das Unternehmen, dass keinerlei Verbindung zu dem grösseren Nats-Ausfall im Jahr 2023 oder zu einem separaten Radarproblem im Juli des vergangenen Jahres besteht.
Behörden schliessen Cyberangriff und Militärbeteiligung aus
Inmitten des Chaos und tagelanger Spekulationen sahen sich Behörden zu schnellen Klarstellungen gezwungen. Die britische Regierung hatte bereits in der frühen Phase des Vorfalls einen Cyberangriff ausgeschlossen. Darüber hinaus dementierte das Verteidigungsministerium einen zeitweise verbreiteten Bericht, wonach ein Militärflugzeug für die Störung im zivilen Verkehrschaos verantwortlich gewesen sein soll.
Die Auswirkungen trafen Tausende Reisende hart. Neben den zahlreichen gestrichenen Flügen mussten gestrandete Passagiere teilweise auf dem nackten Boden von Flughäfen die Nacht verbringen, bis der Betrieb schrittweise normalisiert werden konnte.
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