Ehemalige Sony-Manager Shuhei Yoshida und Adam Boyes haben auf der Tokyo Game Show 2026 ihren viralen Spiele-Sharing-Skit aus dem Jahr 2013 nachgestellt. Mangels physischer Datenträger hielten die Branchenveteranen diesmal jedoch nur die leere Luft in die Höhe, womit sie ironisch auf Sonys geplante Abschaffung physischer Spiele im Januar 2028 reagierten.
Das Original von 2013 und die Parodie auf der Tokyo Game Show
Im Jahr 2013 veröffentlichte PlayStation ein zwanzigsekundiges Instructional Video, das sich humorvoll über die restriktiven DRM-Pläne von Microsoft für die Xbox One lustig machte. Darin übergab der damalige SCE Worldwide Studios-Präsident Shuhei Yoshida eine physische Kopie des Spiels Killzone: Shadow Fall an Adam Boyes, den damaligen Vice President of Third-Party Relations and Developer Technology.
Dreizehn Jahre später trafen sich die beiden Manager auf dem PlayStation-Stand der Tokyo Game Show 2026 wieder und ließen das virale Video neu entstehen. Met with a best friend,
schrieb Yoshida auf X, versehen mit einem lächelnden Emoticon und der Verlinkung zu Boyes sowie dem japanischen PlayStation-Account. Der entscheidende Unterschied zum historischen Vorbild: Weder Yoshida noch Boyes hielten eine Spielehülle in den Händen.
Sony verabschiedet sich von physischen Datenträgern
Hinter der humorvollen Nachstellung verbirgt sich in der Gaming-Community massive Kritik an der aktuellen Firmenstrategie von Sony. Im Juli kündigte das Unternehmen an, ab Januar 2028 die Produktion physischer Spiele-Discs vollständig einzustellen. Damit sollen neue Titel künftig ausschließlich im PlayStation Store sowie bei Händlern in rein digitaler Form angeboten werden.
Sid Shuman, Senior Director of Sony Interactive Entertainment Content Communications, begründete den Schritt in einem offiziellen Blogeintrag mit veränderten Verbrauchertrends. Dennoch stieß die Ankündigung bei Fans auf heftige Ablehnung. In den sozialen Medien und auf Petitionsplattformen äußerten zahlreiche Spieler ihren Unmut, wobei unter anderem die Initiative Don’t Kill The Disc Petition ins Leben gerufen wurde.
Reaktionen aus der Community und die wirtschaftlichen Hintergründe
Die Aktion der ehemaligen Manager wurde von Spielern und Accounts in den sozialen Medien sofort als spitzbübischer Kommentar gewertet. So kommentierte der auf physische Medien spezialisierte Account @DoesItPlay1 das Foto mit den Worten: Der Account erklärte, dass dieses Bild von Shuhei Yoshida und Adam Boyes von der Tokyo Game Show die Runde mache und anscheinend das derzeit verbraucherunfeindliche PlayStation dafür verspotte, die Philosophie hinter ihrer einst so berühmten verbraucherfreundlichen Verarsche der Xbox bezüglich des Teilens physischer Spiele zunichtegemacht zu haben.

Aus wirtschaftlicher Sicht treibt Sony den reinen Digitalvertrieb vorangetrieben, um die Gewinnmargen pro verkauftem Spiel zu erhöhen. Während bei einer physischen Kopie eines First-Party-Titels wie Marvel’s Wolverine etwa 30 Prozent des Erlöses an den Einzelhandel fließen und rund 5 Prozent auf die Produktion entfallen, behält Sony bei digitalen Verkäufen einen deutlich größeren Anteil. Bei physischen Exemplaren von Drittanbietern wie Call of Duty erhält the Hersteller im Vergleich dazu lediglich eine Lizenzgebühr von schätzungsweise 15 Prozent.
Die veränderte Position von Sony im Branchenvergleich
Branchenbeobachtern zufolge ist ein Kurswechsel von Sony trotz der anhaltenden Fan-Proteste unwahrscheinlich. Während Sony den Ausstieg aus dem Disc-Geschäft vollzieht, geht die Konkurrenz teilweise entgegengesetzte Wege. So führt Microsoft laut Medienberichten Funktionen ein, die es Spielern ermöglichen sollen, ihre physischen Spiele in digitale Lizenzen umzuwandeln.

Die Reinszenierung durch Yoshida und Boyes – beide sind mittlerweile als Berater in der Videospielindustrie tätig, nachdem Boyes PlayStation im Jahr 2016 und Yoshida 2024 verlassen hatten – bleibt somit ein historischer Seitenhieb. Sie erinnert an eine Ära, in der sich Sony mit verbraucherfreundlicher Kommunikation von der Konkurrenz absetzte, während die Marke auf dem Weg in eine reine Digital-Zukunft heute deutlich abgeschotteter auftritt.
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