Der Kampf gegen Lymphdrüsenkrebs und die Chemotherapie

Die Diagnose kam vor zweieinhalb Jahren unerwartet während einer Routineuntersuchung. Wie der Münchner Merkur berichtet, versuchte Lafer die Krankheit zunächst mit Alternativmedizin zu bekämpfen. Dieser Weg blieb erfolglos. Erst Anfang des Jahres begann der Fernsehkoch mit einer Chemotherapie, die er nun konsequent durchzieht. In zehn Tagen startet sein sechster Zyklus.
Die medizinische Lage ist ernst. Lafer beschreibt die Ausbreitung der Krankheit als explosionsartig.
„Ich habe Metastasen im ganzen Körper, da ist alles schwarz“
Johann Lafer, Starkoch
Obwohl eine vollständige Heilung ausgeschlossen ist, gibt es eine therapeutische Strategie. Laut Lafer könne man den Krebs zwar nicht heilen, aber man kann ihn eindämmen
.
Körperlicher Verfall und die aktuelle Krisenphase

Die Therapie fordert ihren Tribut. Lafer hat massiv an Gewicht verloren – insgesamt 25 Kilogramm – und verlor seine Haare. Besonders seine Leidenschaft, das Essen, sei derzeit eine Herausforderung. Neben der körperlichen Schwäche belastet ihn die aktuelle Wetterlage. Laut T-Online empfindet er die derzeitige Hitzewelle als zusätzliche Belastung, die neben der Krankheit herausfordernd sei.
Emotional befindet sich der 68-Jährige derzeit an einem Tiefpunkt. Während er zu Beginn der Diagnose optimistischer war, räumte er gegenüber der Presse ein, dass er sich momentan in einer schwierigen Phase befinde.
„Am Anfang ging es mir besser damit, gerade bin ich in einer Krisenphase“
Johann Lafer, Starkoch
Trotz dieser mentalen Belastung lehnt Lafer einen Rückzug ins Private ab. Er sieht es als falsch an, immer nur irgendwo in der Ecke zu sitzen
, und betrachtet die Krankheit als einen Schicksalsschlag, den man annehmen und bestmöglich bewältigen muss.
Die öffentliche Aufarbeitung und der Umgang mit Spekulationen
Lange Zeit hielt Lafer seine Erkrankung geheim, sogar vor seinen zwei erwachsenen Kindern. Die Entscheidung, nun an die Öffentlichkeit zu gehen, war eine Reaktion auf die Spekulationen in den Medien. Nach einem Auftritt im ZDF-Fernsehgarten kursierten Gerüchte über Abnehmspritzen oder eine Midlife-Crisis.
Wie die Abendzeitung München berichtet, wollte Lafer nichts mehr vorgaukeln. Die Entscheidung zur Transparenz, die er gemeinsam mit seiner Frau traf, habe ihn befreit. Er betont, dass Ehrlichkeit und Offenheit zentrale Werte seiner Familie seien.
Um seine Dankbarkeit gegenüber Freunden und Weggefährten zu zeigen, lud Lafer 55 Gäste in das Restaurant El Gaucho am Münchner Viktualienmarkt ein. Der Ort ist für ihn symbolisch: Vor 50 Jahren absolvierte er dort in Graz seine Kochausbildung bei der Familie Grossauer.
Unter den Gästen befanden sich prominente Unterstützer wie die Schauspielerinnen Jutta Speidel und Michaela May. Ein besonderer emotionaler Anker ist für Lafer der Kontakt zu seinem Kollegen Alfons Schuhbeck. Da Schuhbeck ebenfalls an Krebs erkrankt ist, verbindet die beiden ein tiefes Verständnis für die Situation. Lafer beschrieb diese Verbindung mit den Worten, dass sie im selben Boot
sitzen.
Zukunftspläne und der Traum vom Mount Everest
Die medizinische Prognose bleibt ungewiss. Kein Arzt will Lafer eine genaue Zeitangabe machen, da die Verläufe bei Lymphdrüsenkrebs stark variieren. Während einige Patienten nur ein Jahr überleben, leben andere laut STERN.de bis zu zehn Jahre mit der Krankheit.
Diese Ungewissheit hat bei Lafer zu einer neuen Prioritätensetzung geführt: Man darf nichts aufschieben
. Inmitten der Chemotherapie hält er an seinen Träumen fest.
„Ich würde gerne das Basislager des Mount Everest im Himalaya besuchen.“
Johann Lafer, Starkoch
Neben der Reise in den Himalaya plant er zudem den Besuch einer Almhütte. Diese Ziele dienen ihm als Motivation, um die harten Zyklen der Therapie zu überstehen und dem Schicksal mit einer kämpferischen Einstellung zu begegnen.
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