US-Streitkräfte haben am Freitagabend gezielte Vergeltungsschläge gegen iranische Militäranlagen verübt, nachdem Teheran ein Handelsschiff in der Straße von Hormus angegriffen hatte. US-Präsident Donald Trump drohte daraufhin mit der Zerschlagung der Islamischen Republik, während die iranischen Revolutionsgarden mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain reagierten.
US-Vergeltung gegen iranische Militärinfrastruktur
Das US-Regionalkommando CENTCOM bestätigte, dass die Angriffe gezielt auf iranische Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen sowie Drohnenlager und Mittel zur Minenverlegung gerichtet waren. Diese Operation gilt als direkte Reaktion auf einen iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Nähe der Straße von Hormus. Wie die ORF berichtet, setzten die Iraner mehrere Kampfdrohnen gegen Schiffe ein, wobei eine Drohne das Oberdeck eines großen Frachters traf.

Bei dem betroffenen Schiff handelt es sich um die unter panamaischer Flagge fahrende "Kiku". Laut Berichten der New York Times, die von Ntv meldet, war der Tanker am Donnerstag in Katar ausgelaufen und befand sich auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate. CENTCOM gab an, dass das Schiff mit mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl beladen war.
In der iranischen Provinz Hormusgan wurden nach den US-Schlägen Explosionen registriert. Der staatliche Sender IRIB meldete Einschläge in der Nähe der Stadt Sirik, auf der Insel Keschm sowie in den Außenbezirken von Bandar-Lengeh. Dabei soll auch ein Sendeturm in einem Dorf nahe Sirik getroffen worden sein.
Trumps Ultimatum: Das Ende der Islamischen Republik?
Die politische Rhetorik aus Washington hat sich massiv verschärft. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den iranischen Angriff als einen erneuten Verstoß gegen das bestehende Waffenstillstandsabkommen. In einer Mitteilung auf der Plattform Truth Social äußerte er sich kompromisslos über die künftige Strategie der USA.
"Es könnte der Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sind, die Arbeit, die wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu Ende zu bringen. Sollte das geschehen, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren!", schrieb Donald Trump, via Welt.
Während der US-Präsident die militärische Vollendung des bereits begonnenen Prozesses in Aussicht stellt, äußerte sich US-Vizepräsident J. D. Vance auf X etwas diplomatischer. Er betonte, dass Gewalt mit Gewalt beantwortet werde, schlug jedoch vor, dass man bei Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung des Abkommens das Gespräch suchen könne.
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Gegenschläge gegen US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain
Teheran hat unmittelbar auf die US-Angriffe reagiert. Die iranischen Revolutionsgarden gaben bekannt, in einem koordinierten Einsatz aus Raketen und Drohnen acht wichtige Infrastrukturziele der US-Armee in der Region angegriffen zu haben.
- **Kuwait:** Angriffe auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem.
- **Bahrain:** Angriffe auf die 5. US-Marineflotte in Mina Salman.
In Kuwait löste die Bedrohung Luftalarm aus. Die ORF beschreibt, dass die kuwaitische Luftabwehr derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe abwehrt. Auch in Bahrain, dem Sitz des regionalen Hauptquartiers der US-Marine, wurde Alarm ausgelöst. Die Revolutionsgarden begründeten ihre Aktion mit der "Verletzung des Waffenstillstands durch die USA" und drohten mit der "vollständigen Einstellung aller diplomatischen Prozesse".
Der Kampf um die Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus
Hinter der militärischen Eskalation steht ein tiefer strategischer Konflikt um die Kontrolle der Handelswege. Wie DiePresse.com analysiert, versucht der Iran, die Schifffahrt auf eine nördliche Route durch iranische Gewässer zu zwingen, um dort Gebühren erheben zu können. Washington hingegen unterstützt eine südliche Route entlang der Küste des Oman, die gebührenfrei bleiben soll.

Die Auswirkungen auf die globale Handelslogistik sind erheblich. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) musste die Evakuierung von Seeleuten in der Region vorübergehend aussetzen.
| **Status der maritimen Sicherheit** | **Daten laut IMO** |
| Festsitzende Seeleute (vor der Evakuierungsunterbrechung) | ca. 11.000 |
| In Sicherheit gebrachte Schiffe (letzte 3,5 Tage) | 115 |
| In Sicherheit gebrachte Seeleute (letzte 3,5 Tage) | 2.500 |
Die Lage bleibt hochgradig instabil. Das im Juni unterzeichnete Rahmenabkommen, das eigentlich eine 60-tägige Phase der Deeskalation und Verhandlungen über das iranische Atomprogramm einleiten sollte, steht vor dem Kollaps. Zusätzliche Spannungen im Libanon, wo die Hisbollah eine Beteiligung an diplomatischen Vereinbarungen zwischen Israel und der libanesischen Regierung ablehnt, erschweren eine regionale Stabilisierung zusätzlich.
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