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Welt

Nahost-Konflikt: US-Angriffe und iranische Vergeltungsschläge

Im Nahostkonflikt haben US-Angriffe auf den Iran und iranische Vergeltungsschläge die Region erneut destabilisiert. Kuwait meldete einen Angriff auf eine Stromversorgungsanlage, während die USA militärische Ziele im Iran bombardierten. Die Situation in der Straße von Hormus bleibt angespannt.

Angriffe auf Kuwaits Stromversorgung

Der US-Verbündete Kuwait meldete am 18. Juli 2026 einen Angriff auf ein Elektrizitätswerk, das in der Nacht zuvor Ziel eines feindlichen Angriffs geworden sei. Das Ministerium für Elektrizität teilte mit, dass in einem Teil der Anlage ein Feuer ausgebrochen und mehrere Generatoren abgeschaltet worden seien. Dies sei das zweite Werk dieser Art innerhalb von zwei Tagen, das in Kuwait attackiert worden sei. Die Angriffe fallen in der Hitze des Sommers, als Klimaanlagen unverzichtbar sind.

Die kuwaitische Armee hatte zuvor gemeldet, mehrere aus dem Iran kommende Raketen und Drohnen abgefangen zu haben. Das US-Militär teilte mit, militärische Infrastruktur im Iran angegriffen zu haben. Die Angriffe seien in der Nacht zuvor erfolgt, wie das US-Zentralkommando Centcom berichtete.

Iranische Vergeltungsschläge

Als Vergeltung für die jüngste Angriffswelle der USA attackierten iranische Streitkräfte nach eigenen Angaben in der Nacht US-Militäreinrichtungen in Kuwait und Jordanien. In Kuwait seien mehrere Munitionslager, Kommandoeinrichtungen und Kommunikationsanlagen ins Visier genommen worden, berichtete das iranische Staatsfernsehen. In Jordanien seien Treibstofftanks der US-Armee angegriffen worden.

Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai kritisierte die US-Angriffe scharf und schrieb auf X, das iranische Volk sei nun noch entschlossener, „seine Feinde die verbrecherische Aggression bitter bereuen zu lassen. Die iranischen Streitkräfte behaupteten zudem, eine amerikanische Drohne nahe der Stadt Buschehr abgeschossen zu haben. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

US-Angriffe auf iranische Infrastruktur

Das US-Militär berichtete, in der Nacht zuvor militärische Ziele im Iran bombardiert zu haben, um die Fähigkeit des Landes, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, zu schwächen. Die Angriffe richteten sich gegen Überwachungsanlagen, militärische Logistikinfrastruktur, unterirdische Waffenlager und maritime Kapazitäten. In der Provinz Hormosgan wurden Brücken und andere zivile Infrastruktur attackiert.

Die iranischen Behörden meldeten, dass nach den US-Angriffen die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen unterbrochen sei. Hintergrund sei die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Dschask. Bewohner und iranische Journalisten berichteten zudem von Angriffen auf zivile Einrichtungen, darunter Brücken, Straßen und kritische Infrastruktur.

Einfluss auf den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nach den Angriffen fast zum Erliegen gekommen. Beobachtern zufolge passierten nur noch vereinzelt Schiffe die Meerenge. Der Iran beansprucht weiterhin die vollständige Kontrolle über die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge.

Das iranische Staatsfernsehen meldete zudem, zwei Öltanker stünden im Süden der Straße von Hormus in Brand. Das US-Militär dementierte diese Angaben später auf X und erklärte, die Behauptungen der Revolutionsgarde, dass zwei Öltanker in der Straße von Hormus explodiert seien, seien falsch. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Fischer und zivile Opfer

Ein US-Angriff auf den Fischereihafen Pandsch Pele in Bandar Abbas am 8. Juli 2026 hatte Auswirkungen auf Fischer. Ein Fischer namens Mostafa berichtete, dass die Explosion so heftig gewesen sei, dass sie die Umgebung durchgeschüttelt habe. Mehrere Boote seien in Flammen aufgegangen. Ein örtlicher Wachmann wurde durch zerberstende Fensterscheiben verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Im selben Wagen habe ein Mann gelegen, der es nicht mehr bis ins Krankenhaus geschafft habe.

Die iranischen Behörden sprachen nach dem Angriff von 30 zerstörten „Fischerbooten“, während ein Fischer namens Ali nur von fünf zählte. Das US-Regionalkommando CENTCOM teilte an jenem Tag mit, 90 „militärische Ziele“ seien attackiert worden, „um Irans Fähigkeit, Handelsschiffe und unschuldige zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen, weiter zu schwächen. Die Angriffe haben die Lage für Fischer verschlechtert, da das ganze Meer als unsicher gilt.””

Expertenanalysen und strategische Taktiken

Der Militärexperte Farzin Nadimi vom Washington Institute analysierte, dass die Revolutionsgarde regelmäßig Fischereihäfen für ihre Schnellboote und verdeckte Operationen nutze. Dies ermögliche Zugriffe auf Handelsschiffe, die vom US-Militär erst spät entdeckt werden. „Solche Taktiken erhöhen die Gefahr ziviler Opfer, schreibt Nadimi in einem Bericht. Die Marine der Revolutionsgarde verfüge auch über komplexe Tunnelsysteme, die auf Inseln im Persischen Golf in den Fels gefräst seien, um Boote und Waffen zu verstecken.

Expertenanalysen und strategische Taktiken
Photo: DIE ZEIT

Seit dem 7. Juli hat das US-Militär täglich Ziele entlang der Südküste Irans bombardiert. Am Freitag wurden laut iranischen Angaben mehrere Brücken zerstört, die Bandar Abbas mit anderen Großstädten verbinden. Mehrere Überlandstraßen mussten für den Verkehr gesperrt werden. Ein ranghoher amerikanischer Regierungsmitarbeiter bestätigte gegenüber dem „Wall Street Journaldie Angriffe auf die Brücken.

Unklare Zukunft und internationale Reaktionen

Die Situation bleibt unklar, da die Angriffe und Vergeltungsschläge die Region weiter destabilisieren. Die Schiffsversorgung in der Straße von Hormus bleibt kritisch.

Der Iran beansprucht weiterhin die Kontrolle über die Straße von Hormus, während das US-Militär seine Strategie zur Schwächung der iranischen militärischen Fähigkeiten fortsetzt. Die Zukunft der Region hängt von der Entwicklung der Angriffe ab.

Die drei Quellen, Tagesanzeiger, DIE ZEIT und FAZ, liefern unterschiedliche Perspektiven auf die Vorfälle, die zusammen ein Bild der aktuellen Lage ermöglichen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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