Die Ukraine hat in der Nacht auf Montag und Dienstag massive Drohnenangriffe auf bis zu 20 russische Regionen gestartet, bei denen laut russischen Behörden mehrere Menschen getötet wurden. Die Angriffe konzentrierten sich auf militärische Infrastruktur, darunter das Dubna Satellite Communications Centre, sowie Industrieanlagen in Nischnekamsk und Ölraffinerien im Süden Russlands.
Russland meldete in der Nacht auf Montag die Abwehr von 456 ukrainischen Drohnen, die sich gegen rund 15 Regionen sowie die Halbinsel Krim richteten, so das russische Verteidigungsministerium laut einem Bericht von Heute. In der Industriestadt Nischnekamsk, etwa 1.600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, konzentrierten sich die Angriffe auf industrielle Ziele.
Die Intensität der Operationen nahm am Dienstag weiter zu. Russische Behörden gaben an, 419 Drohnen abgefangen oder zerstört zu haben, wobei mehr als 60 Flugkörper auf Moskau zusteuerten, berichtet en.tempo.co. Die Ukraine nutzt dabei eine Strategie, die Präsident Wolodymyr Selenskyj als long-range sanctions
bezeichnet, um den Kreml unter Druck zu setzen und ein Ende des Krieges zu erzwingen.
Zivile Opfer und Treffer in Dubna und Yegoryevsk
Die Angriffe führten zu mehreren Todesopfern in verschiedenen Regionen. In der Region Belgorod starben laut dem regionalen Krisenzentrum fünf Menschen, während 25 weitere verletzt wurden, berichtet dw.com. Die Stadt Belgorod dient als Logistikknotenpunkt für russische Truppen, die Charkiw und den Donbass angreifen.
In Yegoryevsk stürzte eine Drohne in ein Wohnhaus, wobei ein sechs Monate altes Baby auf dem Weg ins Krankenhaus starb, so Gouverneur Andrey Vorobyov laut en.tempo.co.
Ein strategisches Ziel war das Dubna Satellite Communications Centre, eine der größten Satellitenanlagen Russlands, etwa 500 Kilometer nördlich der Grenze. Laut en.tempo.co wurde die Anlage innerhalb einer Woche zum zweiten Mal angegriffen. Ein Verwaltungsgebäude in Dubna wurde getroffen, es gab dort jedoch keine Verletzten.
Strategische Lücken in der russischen Luftverteidigung
Ukrainische Funktionäre gaben an, dass wiederholte Angriffe auf Moskau und St. Petersburg möglich wurden, weil russische Radaranlagen in der Grenzregion Brjansk systematisch ausgeschaltet wurden. Dies habe einen an open corridor
durch Teile des russischen Luftverteidigungsnetzes geschaffen, berichtet en.tempo.co.
Parallel zu den Angriffen auf Kommunikationszentren setzt die Ukraine ihre Kampagne gegen die Energieinfrastruktur fort. In der Region Lipezk meldete Gouverneur Igor Artamonow einen Brand auf einem Fabrikgelände, während ukrainische Medien über Angriffe auf ein Raketenarsenal in Kostroma und ein Öllager in Lipezk berichteten, so oe24.at.
Die Auswirkungen auf die russische Treibstoffversorgung räumte Präsident Wladimir Putin ein, bezeichnete die Engpässe jedoch als handhabbar.
„We are currently seeing certain shortages, although they are not critical,“
Vladimir Putin, President of Russia
Gegenangriffe und die Rolle von ATACMS-Raketen
Während die Ukraine ihre Reichweite ausweitet, setzt Russland seine Offensiven in der Ostukraine fort. In Charkiw tötete ein russischer Drohnenangriff zwei Menschen, berichtet dw.com. In Odessa wurden Hafenanlagen getroffen, woraufhin Präsident Selenskyj Russland vorwarf, einen Krieg gegen die weltweite Ernährungssicherheit zu führen.

Um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, erwirbt die Ukraine laut dw.com ein Waffenpaket aus der Türkei, das US-produzierte Artillerie umfasst.
- 70 Raketen des Typs ATACMS M39
- 12 M270 Mehrfachraketenwerfer
- Über 2.500 Artillerieraketen
- 47.000 Artilleriegranaten mit Streumunition
Die US-Regierung unter Donald Trump befürwortet diesen Verkauf, der gilt, sofern der Senat und das Repräsentantenhaus nicht innerhalb von 30 Tagen widersprechen.
Diplomatische Bemühungen in Paris
Die Eskalation der Drohnenangriffe erfolgt unmittelbar vor geplanten Gesprächen in Paris zwischen Kiew, Unterstützern der Ukraine und hochrangigen US-Gesandten. Ziel dieser Treffen ist ein Durchbruch bei Verhandlungen über ein Ende der Kampfhandlungen. Laut oe24.at sieht Kiew eine Einigung zu bereits zu 90 Prozent als erzielt an.

Russland hingegen hält an seinen militärischen Zielen fest. Präsident Putin betonte, dass Moskau die final liberation of Donbas and Novorossiya
weiter verfolgen werde, berichtet en.tempo.co.
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