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Moskau von ukrainischen Drohnen angegriffen – Ukraine-Krieg aktuell – T-Online

Die Ukraine hat im Juli 2026 eine Serie massiver Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Militärschiffe gestartet, wobei Ziele bis zu 1.400 Kilometer hinter der Frontlinie getroffen wurden. Gleichzeitig meldet Moskau den Abschuss hunderter Drohnen über der Hauptstadtregion, während in der Ukraine Regierungswechsel und russische Raketenangriffe auf Kiew die Lage verschärfen.

Ölraffinerien in Baschkortostan und Krasnodar unter Beschuss

Ölraffinerien in Baschkortostan und Krasnodar unter Beschuss
Photo: FAZ

Die ukrainische Armee hat ihre Strategie der Vergeltungsangriffe auf die russische Energieinfrastruktur massiv ausgeweitet. In der Nacht zum 14. Juli 2026 wurden zwei Ölraffinerien angegriffen. Besonders deutlich wird die Reichweite dieser Operationen in der Region Baschkortostan am Uralgebirge, wo eine Anlage in der Stadt Salawat getroffen wurde. Diese Raffinerie, die zum Konzern Gazpromneft gehört, liegt mehr als 1.400 Kilometer von der Front entfernt und verfügt über eine Verarbeitungskapazität von über sieben Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, wie n-tv.de berichtet.

Parallel dazu meldete der Krisenstab der südrussischen Region Krasnodar einen Angriff auf die Raffinerie nahe der Siedlung Afipskaja, die in Brand geraten sei. Laut tagesschau.de löste dieser Angriff ein Feuer in der Afipski-Raffinerie aus.

Die Folgen dieser systematischen Angriffe auf die Ölverarbeitung sind in Russland mittlerweile spürbar. Die Ölverarbeitung ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen. Dies führt zu einem Treibstoffdefizit, das sich durch leere Tankstellen und lange Warteschlangen für Autofahrer bemerkbar macht. Auch die Raffinerie in Sysran, die zum staatlichen Konzern Rosneft gehört und 8,5 Millionen Tonnen verarbeitet, musste Ende Mai nach mehreren Angriffen die Arbeit einstellen, berichtet t-online.de.

Versenkung der FSB-Patrouilleneinheit Izumrud

Versenkung der FSB-Patrouilleneinheit Izumrud
Photo: tagesschau.de

Neben den Landzielen hat die Ukraine ihre Operationen im Asowschen Meer intensiviert. Die ukrainische Marine veröffentlichte ein Satellitenfoto des gesunkenen FSB-Patrouillenboots Izumrud. Das Schiff, das seit 2014 im Dienst stand und 2018 an der Konfrontation in der Straße von Kertsch beteiligt war, wurde laut Angaben der Marine mit einer Seedrohne getroffen. Auf dem Bild ist zu erkennen, dass das Schiff tief im Wasser liegt, während ein Teil noch aus der Oberfläche ragt, berichtet n-tv.de.

Die Ukraine zielt damit darauf ab, Russlands sogenannte Schattenflotte zu beschädigen. Robert Browdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, gab bekannt, dass in den vergangenen neun Tagen insgesamt 116 Schiffe getroffen wurden. Darunter befanden sich elf Schiffe bei einem einzelnen Angriff, bestehend aus fünf Tankern, fünf Frachtschiffen und einem Schlepper. Ziel ist es, die russische Benzinversorgung auf der von Moskau kontrollierten Halbinsel Krim einzuschränken.

Russland reagiert auf diese Blockaden mit der Suche nach alternativen Routen. Das russische Landwirtschaftsministerium erklärte, dass in Zusammenarbeit mit Behörden und der Wirtschaft alternative Schifffahrtsrouten ausgearbeitet würden, da das Asowsche Meer eine zentrale Exportroute für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Getreide aus der besetzten Ukraine darstellt, wie tagesschau.de berichtet.

Drohnenattacken auf Moskau und zivile Opfer in Pionerskij

Moskau erneut mit Drohnen angegriffen, macht Ukraine verantwortlich | DW Nachrichten

Die russische Hauptstadtregion wird zunehmend zum Ziel ukrainischer Drohnen. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete über Telegram, dass innerhalb von 24 Stunden 340 ukrainische Drohnen abgewehrt wurden. Mehr als 50 davon seien erst im Anflug auf Moskau zerstört worden.

Während die meisten Drohnen neutralisiert wurden, kam es im Umland zu schweren Schäden. Im Dorf Pionerskij, 40 Kilometer nordwestlich von Moskau, kamen drei Personen ums Leben und drei weitere wurden verletzt, berichtet FAZ. In fünf Häusern brachen Brände aus. Der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, bestätigte die Opfer. In Solnetschnogorsk wurden zudem zwei Personen verletzt.

Interessanterweise gibt es unterschiedliche Sichtweisen zur Ursache der Todesopfer: Während das russische Ermittlungskomitee die Angriffe als Terrorismus einstuft, veröffentlichte der ukrainische Telegram-Kanal Exilenova+ ein Video, das darauf hindeutet, dass die Opfer durch die russische Flugabwehr verursacht wurden.

Regierungswechsel in Kiew und interne Krisen

Regierungswechsel in Kiew und interne Krisen

Inmitten der militärischen Eskalation erlebt die politische Führung der Ukraine eine Zäsur. Das Parlament hat den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko angenommen. Die 40-jährige Ökonomin legte ihr Amt auf Bitten von Präsident Wolodymyr Selenskyj nieder, was den Rücktritt der gesamten Regierung am Dienstag zur Folge hatte. Selenskyj begründete dies mit einem Wechsel des politischen Kurses und dem Bedarf an neuem Personal, berichtet t-online.de.

Der Wechsel ist nicht ohne Kritik. Jaroslaw Schelesnjak von der Holos-Partei kritisierte die Bilanz der scheidenden Regierung:

„Uns wurden jeden Tag Ergebnisse versprochen. Die Regierung hat dieses Versprechen gehalten: jeden Tag Präsentationen, jeden Tag Pressekonferenzen und jeden Tag ein neuer Verdächtiger in einem Korruptionsfall.“
Jaroslaw Schelesnjak, Oppositionsabgeordneter

Zusätzlich erschüttert ein Rüstungsskandal die Verwaltung. Herman Smetanin, Chef des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom, ist zurückgetreten. Dies folgt auf einen russischen Angriff auf ein Lager in der Region Kiew, der mehrere Todesopfer forderte. Präsident Selenskyj kritisierte in einer Videobotschaft, dass Depots in der Stadt Wyschnewe entgegen aller Vorschriften angelegt wurden, was zu den schweren Explosionen und neun Todesopfern am 6. Juli führte, wie t-online.de berichtet.

Diplomatische Spannungen über Sicherheitsgarantien

Auf internationaler Ebene verschärft sich der Diskurs über die Zukunft der Ukraine. Der Kreml kritisierte Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu künftigen Sicherheitsgarantien für Kiew. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete es als unmöglich, solche Garantien ohne die Beteiligung Russlands zu formulieren. Er warnte, dass dies die Teilnahme europäischer Länder am Regulierungsprozess ausschließen würde, berichtet n-tv.de.

Der Bundeskanzler hingegen betonte, dass die Ukraine und ihre Partner über die Gestaltung der Garantien entscheiden werden, nicht Moskau. Parallel dazu planen US-Senatoren neue Sanktionen gegen russische Energieexporte, darunter Zölle von bis zu 100 Prozent für die größten Abnehmer von russischem Öl und Gas, wobei insbesondere China und Indien genannt werden.

Die militärische Lage bleibt volatil. Während die Ukraine ihre Reichweite beweist, intensiviert Russland die Angriffe auf Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko warnte vor einer Eskalation, die er seit Kriegsbeginn so nicht erlebt habe, nachdem ballistische Raketen und Drohnen Schulen und Wohnhäuser beschädigten. Zudem berichtet n-tv.de über eine ungewöhnliche russische Übung mit scharfer Munition auf dem Peipus-See an der estnischen Grenze, die ohne Vorabinformation an die estnischen Behörden stattfand.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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